Automatisiertes Arbeiten mit Variablen in Photoshop - Teil I: Textersetzung

von Wolfgang Schneider | 0 | 0 Kommentare | 9729 Aufrufe

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Oft gibt es Fälle, in denen das in Photoshop erstellte Bild nur eine Art Vorlage sein soll, aus der dann viele individuelle Bilder entstehen sollen. So beispielsweise bei Visitenkarten oder Urkunden. Hier bietet Photoshop die sogenannten Variablen die eine Serienerstellung von Bildern ermöglichen, so wie man sie aus MS Word kennt.

Dazu wählt man im Vorlagenbild dynamische Inhalte aus, diese dann später automatisiert mit vielen verschiedenen Datensätzen ersetzt werden können. Hier möchte ich euch zeigen wie ihr mit dieser Möglichkeit einfach eine Serie von Visitenkarten erstellen könnt, ohne dabei jedes mal händisch immer wieder den Namen oder andere Daten austauschen zu müssen.

Die nun folgende Reihenfolge der Schritte ist natürlich flexibel. Dennoch habe ich versucht diese in einer logischen Reihenfolge aufzulisten. So hat man am wenigsten Arbeit und es ist am besten nachvollziehbar.

1. Datensatz erstellen

Als Datensatz können hier zwei Formate dienen. Einmal .txt Dateien und einmal MS Excel-basierte .csv Dateien. Der Übersicht wegen, habe ich mich für das .csv Format entschieden. Vorteil hierbei ist, diese Dateien lassen sich ebenfalls im ganz normalen Editor anlegen und lassen sich durch die Kommatrennung einfacher erstellen. Mann muss sie dann lediglich mit der Endung .csv speichern.

Wichtig hierbei ist, dass man die richtige Notation in der .csv Datei verwendet. Also in einer Reihe, werden die jeweiligen Datensätze jeweils mit einem Komma getrennt. Am Ende der Zeile ist kein Komma erwünscht.

Es gibt auch .csv Dateien die die Daten mit einem Semikolon trennen. Wenn man den Datensatz in Excel anlegen möchte, sollte man beim Speichern unbedingt darauf achten den Typ: .csv "kommagetrennt" auszuwählen.

So sieht dann ein im normalen Editor angelegter Datensatz aus. Hierbei sind in der ersten Zeile die Variablennamen ausgezeichnet und in den folgenden Zeilen werden dann die einzelnen Datensätze angelegt:

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Die Datei nun einfach mit der Endung .csv speichern.

2. Variablen benennen

Nun wechseln wir in Photoshop und öffnen unsere Visitenkarten-Datei. Hier liegt einmal das Layout als Gruppe und die zu ändernden Text-Ebenen. Die Text-Ebenen müssen nun die gleichen Variablen-Namen erhalten wie in der .csv-Datei.

Der Variablenname wird im Dialog Variablen zugewiesen. Dies ist unabhängig davon, wie die Ebenen in der Ebenen-Liste heißen.

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Dazu gehen wir über den Menüpunkt "Bild > Variablen > Definieren". In dem nun sich öffnenden Dialog können wir nun den einzelnen Text-Ebenen Variablennamen zuweisen:

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Dazu wählen wir im Dropdown-Menü "Ebenen:" die jeweilige Textebene. Dann darunter ein Häckchen bei Textersetzung setzen und im Textfenster "Name:" den Variablennamen festlegen.

Sobald eine Text-Ebene mit einem Variablenname versehen wurde, wird sie im Drop-Down-Menü "Ebenen:" mit einem * gekennzeichnet.

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Dies führen wir nun in diesem Fall für alle vier Text-Ebenen durch. Wenn wir dies für alle Text-Ebenen gemacht haben klicken wir im Dialogfenster rechts auf "Weiter". Dieses wechselt nun in den Datensatz-Dialog.

3. Datensatz importieren

Im Datensatz-Dialog können wir nun die angelegte .csv Datei importieren. Dazu klicken wir rechts auf den Button "Importieren...": Es öffnet sich ein kleinerer Dialog mit dem Titel: "Datensatz importieren".

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Hier klicken wir auf Datei auswählen und wählen unsere data.csv aus. Dann im Import-Dialog auf "OK" klicken und dieser schließt sich wieder. Nun sehen wir, dass unsere Datensätze aus unserer data.csv importiert wurden. Ihr könnt dies überprüfen, wenn ihr das "Datensatz:"-Drop-Down-Menü öffnet. Hier sollten nun alle Datensätze erscheinen.

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Nun könnt ihr auf "OK" klicken und der Variablen-Dialog schließt sich wieder.

4. PSD-Dateien mit Datensätzen generieren

Nun müsst ihr lediglich noch den Menü-Punkt "Datei > Exportieren > Datensätze als Datei" auswählen. Hier öffnet sich dann ein Export-Dialog in dem ihr noch verschiedenen Einstellungen vornehmen könnt.

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Hier wählt ihr nun den Zielordner, indem die generierten Dateien abgelegt werden sollen. Bei dem Drop-Down-Menü "Datensätze:" sollte "Alle Datensätze" ausgewählt sein. Nun einfach noch auf "OK" geklickt und schon arbeitet euer Photoshop. Es erscheint ein Statusbalken und Photoshop speichert euch alle Dateien in den dafür vorgesehen Ordner ab. In meinem Fall habe ich sie auf dem Desktop gespeichert - Voilà:

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Über den Autor: Wolfgang Schneider
Online Marketeer & Projektmanager bei Team23 in Augsburg. Netzkind der ersten Stunde und Photoshopjunky. Seit über 10 Jahren im Bereich Design, Entwicklung & Online-Marketing tätig.
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