Der Lab-Farbraum

0 | 38182 Aufrufe
Sie können diese Wikiseite nach der Anmeldung auf Webmasterpro bearbeiten. Helfen Sie mit und verbessern Sie "Der Lab-Farbraum" mit Ihrem Wissen!

Anzeige Hier werben

Der Lab-Farbraum (oder L*a*b*) ist ein Messraum, in dem alle wahrnehmbaren Farben enthalten sind. Der Farbraum ist auf Grundlage der Gegenfarbentheorie konstruiert.

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Lab-Farbmodells ist, dass er geräteunabhängig ist. Das bedeutet, dass die Farben unabhängig von der Art ihrer Erzeugung und Wiedergabetechnik definiert werden. Die entsprechende deutsche Norm ist DIN 6174.


Bild zu Der Lab-Farbraum
Der LAB-Farbraum im dreidimensionalen Koordinatensystem


Geschichte

Eingeführt wirde der Farbraum 1976 von der CIE aus dem CIE-XYZ-Modell. Der Grund dafür war, dass so empfindungsgemäße Farbcharakterisierungen (Farbabstand dE) besser als im Tristimulusmodell von 1931 darstellbar waren.

Der so standardisierte Farbraum ist gleichabständig und geräteunabhängig. Jede wahrnehmbare Farbe im Farbraum ist durch den Farbort mit den Koordinaten {L*, a*, b*} definiert. In Anwendung der Gegenfarbentheorie liegen sich hier Grün und Rot auf der a*-Achse gegenüber. Die b*-Achse entspricht den Gegenfarben Blau und Gelb.

Die L*-Achse steht auf dieser Ebene senkrecht und gibt die Helligkeit wieder. Die L*-Achse kann auch als Neutralgrauachse bezeichnet werden, da sie die Endpunkte Schwarz (L=0) und Weiß (L=100) besitzt und die Zwischenwerte auf dieser Achse die unbunten Grautöne sind.

Auf Basis dieses Farbraumes hat die CIE die Farbabstandsformel 1994 und 2000 entsprechend Erfordernissen der Praxis angepasst, wobei auch Materialfaktoren zugefügt wurden. Auch die Abstandsformeln der CMC (Color Measurement Committee) benutzen die Lab-Koordinaten. Eine Forderung zur Weiterentwicklung des CIE-Farbmodells von 1931 bestand darin, dass bei Toleranzen die vereinbarten Differenzen nicht vom Messwert, hier dem Farbort, abhängen sollen.

Die menschliche Wahrnehmung

Die Koordinaten des L*a*b*-Farbortes orientieren sich an den physiologischen Eigenschaften der menschlichen Wahrnehmung und basieren nicht unmittelbar auf physikalischen Farbvalenzen.

Der wesentliche Vorteil ist die visuelle Gleichabständigkeit: Die geometrisch berechenbaren Abstände zweier Farborte im Lab-System entsprechen gut angenähert visuell wahrgenommenen Farbabständen.

Lässt man beispielsweise Versuchspersonen verschiedene Farbrepräsentationen des xy-Systems auf ihren subjektiven Abstand beurteilen, so sind die Toleranzbereiche keine farbortunabhängigen Kreise, sondern Ellipsen, deren Größe und Richtung von der Versuchsgröße und dem jeweiligen zentralen Farbort abhängen. Da die Farbdifferenzen im L*a*b*-System immer noch nicht perfekt wiedergegeben werden, wurden im Laufe der Jahre von der CIE immer weiter verbesserte Farbdifferenzformeln entwickelt, die eben diese vom Farbort und den Betrachtungsbedingungen abhängigen Abweichungen besser berücksichtigen.

Anwendung

Durch die Geräteunabhängikeit des LAB-Farbraums ist eine verlustfreie Konvertierung von Farbinformationen aus einem Farbsystem in ein anderes möglich.

Beispiele:

  • Fotobearbeitungssoftware (z.B. Adobe Photoshop) verwenden Lab als Referenzfarbsystem, um Umrechnungen zu ermöglichen: Aus dem Geräte-RGB oder einem vorgenormten RGB (s-RGB, Adobe-RGB) lassen sich Bilder aus dem RGB-Farbformat in das zum Ausdrucken benötigte CMYK-System umgewandeln .
  • PostScript Level II.
  • RAL-DESIGN-System

Interessante Artikel


Wikiseite bearbeiten

Diese Seite kann von jedem registrierten Benutzer bearbeitet werden. Bisher hat 1 Person an der Seite "Der Lab-Farbraum" mitgewirkt.

Sie haben einen Fehler entdeckt oder möchten etwas ergänzen? Dann können Sie nach der Anmeldung "Der Lab-Farbraum" hier bearbeiten.

Mitarbeiter
  • hat keine Beschreibung angegeben. Eine Beschreibung kann man unter dem Punkt "Profil bearbeiten" im Kontrollzentrum eintragen.