Was ist Color-Management? Folge 3: RGB, CMYK und LAB erklärt

von viaprinto | 11 | 4345 Aufrufe

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CIE-Normfarbsystem: LAB

Farbe wird immer dreidimensional beschrieben, also durch drei Punkte auf einer räumlichen Achse. Da ein dreidimensionales Gebilde aber nicht besonders übersichtlich ist, wurde von der Internationalen Beleuchtungskommission CIE das hufeisenförmige CIE-Normfarbsystem entwickelt und 1976 eingeführt. Die zweidimensionale Grafik beschreibt alle wahrnehmbaren Farben geräteunabhängig und ermöglicht einen direkten Vergleich verschiedener Farbmodelle aufgrund der darstellbaren Farben. Um Farben im CIE-System anzuzeigen, werden diese im sogenannten L*a*b-System aufgrund ihrer Helligkeit (Luminance), dem rot-grün-Wert auf der a-Achse sowie einer dritten b-Achse für Blau-Gelb beschrieben. Das L*a*b* Modell dient unter anderem Adobe Photoshop als Normwert zur bestmöglichen Umrechnung von Farbwerten.

Ähnlich der menschlichen Wahrnehmung: HSV

Der menschlichen Wahrnehmung entgegenkommend ist der HSV-Farbraum, der Farben über Hue, Saturation und Value beschreibt, also Farbton, Farbsättigung und Helligkeit. Die Farbmischung kann dabei zunächst über den Farbton begonnen und dann über die Sättigung und hell oder dunkel vervollkommnet werden.

Für Monitore und Kameras: RGB

Scanner, Digitalkameras und Monitore verwenden das RGB-Farbmodell (im Bild), das auf den Farben Rot, Grün und Blau basiert. Dabei ist RGB nicht gleich RGB. Die am häufigsten genutzten Farbräume am Monitor sind der von Microsoft und HP 1996 entwickelte sRGB-Farbraum sowie Adobe RGB, welches einen größeren Farbraum als sRGB bietet.

Für den Druck: CMYK

Im Druck hingegen wird der wesentlich kleinere Farbraum CMYK genutzt. C steht dabei für Cyan, M für Magenta und Y für Yellow, also Gelb. Das K bedeutet Key oder Schwarz und sorgt für die nötige Farbtiefe, da durch die reine Mischung von CMY kein satter Schwarzton entstehen kann. Will man nun den größeren RGB-Farbraum des Monitors in das viel kleinere CMYK-Verfahren des Drucks überführen, verringert sich der Farbraum automatisch.

Vom Monitor zum Druck

Soll ein gedrucktes Projekt deshalb farblich ähnlich aussehen wie auf dem Monitor, empfiehlt es sich, von Anfang an als Farbmodus im entsprechenden Programm CMYK-Farbe statt RGB als zugrundeliegendes Farbmodell zu wählen. Eine Alternative ist die nachträgliche Konvertierung eines im RGB-Modus erstellten Werks in den CMYK-Modus. Die fehlenden Farben führen jedoch in einigen Fällen zu dunkleren, matteren Farben – ein Effekt, der in der Publishing-Branche gerne als „Absaufen der Farben“ bezeichnet wird. Falsch dargestellte Farben müssen in diesem Fall manuell korrigiert werden, bevor das Projekt zum Druck freigegeben wird. Charlotte Erdmann

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