Was ist Color-Management? Folge 7: Farben konvertieren bedeutet immer Verluste.

von viaprinto | 12 | 3441 Aufrufe

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Eine Frage der Größe
Wie bereits beschrieben, unterscheiden sich Farbräume vor allem durch ihren Umfang. RGB beispielsweise umfasst ein breites Spektrum an Farben. Der Raum, der diese Farbe umschreibt, ist deshalb sehr groß. Wesentlich kleiner ist hingegen CMYK, denn rein physikalisch sind Druckfarben nicht in der Lage, die gesamte Brillianz einer Monitordarstellung wiederzugeben. Will man RGB und CMYK miteinander vergleichen, fällt also zunächst der Größenunterschied der beiden Farbräume auf. Andererseits gibt es auch im Druck Farbbereiche, die sich nicht auf einem Monitor darstellen lassen. Die beiden Farbräume sind also nicht nur unterschiedlich groß, sie haben auch verschiedene Formen. Im gedruckten Werk sieht man deutlich das Ergebnis dieser Größen- und Formenunterschiede: Leuchtende Monitorfarben werden matt und dunkler auf dem Papier wiedergeben. Der Grund liegt nicht nur in den Untergründen und Farben, sondern oft auch in der Konvertierung von einem in den anderen Farbraum.

Farbraumanpassung bedeutet Verlust
Die Konvertierung nämlich kann verheerende Folgen haben. Anders als der Softproof handelt es sich dabei um eine Vorgehensweise, mit der die Farbwerte innerhalb einer Datei endgültig verändert werden. Umso wichtiger ist es, sich über die Folgen bewusst zu sein, bevor man in einem Adobe-Programm auf “Farben konvertieren” klickt. Denn sobald man diese Funktion aktiviert, werden die Farben unweigerlich im Dokument selbst geändert. Und dabei kommt es allein wegen der physischen Gegebenheiten zu Verlusten. Bei der einfachen Umrechnung ergeben sich dann Farbraumverschiebungen und die Farben werden im CMYK-Modus “stumpf”. Die Umrechnung des großen RGB-Farbraums mit seinen leuchtenden Farben in den wesentlich kleineren CMYK-Farbraum sollte also, um die Leuchtkraftverluste so gering wie möglich zu halten, mit einer gut auf das Endergebnis abgestimmten Umrechnungsmethode erfolgen.

Darauf ist bei der Umwandlungsmethode zu achten
Um also möglichst viele Farben des einen in den anderen Farbraum einzupassen und dabei die Verluste so gering wie möglich zu halten, muss eine entsprechend gute Umrechnung erfolgen. Dabei spielen viele Faktoren eine Rolle, denn will der eine seine knalligen Bilder ebenso knallig auf normales Zeitungspapier bannen, möchte der andere vielleicht einfach die Naturlandschaft in ihrer Schönheit so natürlich wie möglich und in Hochglanz ausdrucken. Je nach gewähltem Ausgangsfarbraum, wie beispielsweise sRGB oder eciRGB, und je nach gewünschtem Endergebnis, das auf gestrichenem oder ungestrichenen, auf Fotopapier oder Hochglanz ausbelichtet werden kann, muss also die Sättigung der Farben und die Farbgenauigkeit in bestimmten Bereichen angepasst werden. Hinzu kommt, dass das Weiß des Papiers mit in die Umwandlung der Farben einberechnet werden muss, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Digitale Hilfe: Rendering Intents
Das alles lässt sich mit den sogenannten Rendering Intents bewerkstelligen. Sie berechnen auf Grundlage der Ausgangsfarbe und der Endfarbsituation das bestmögliche Ergebnis. Je nach eingesetztem Rendering Intent kann der Benutzer also unterschiedliche Drucke allein durch die Umrechnungsmethode erzielen. Die Umrechnung selbst nennt man dabei Gamut Mapping, sie erfolgt allerdings nie direkt, sondern immer über einen Verbindungsfarbraum. So ist sichergestellt, dass der Anwender im Druck das gewünschte Farbergebnis wirklich erlangt. Das International Color Consortium (ICC) legte dazu auf Grundlage der Formeln und Algorithmen der Farbtheorie verschiedene Richtungen für Rendering Intents fest. Charlotte Erdmann

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