Was ist Color-Management? So nimmt das Auge Farben wahr

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Das passende Licht
Wir alle kennen das Phänomen: Was im Kaufhaus noch grau aussah, ist zuhause plötzlich grün. Aber auch im Druck variieren Farben je nachdem, auf welchem Untergrund sie gedruckt wurden, welche Maschinen sie druckten und – ganz wichtig – unter welcher Lichtquelle wir uns das Resultat ansehen. Nicht anders verhält es sich bei der Darstellung auf dem Monitor. Fakt ist, dass sich das vermeintlich weiße Licht, das uns umgibt, aus vielen verschiedenen Farben, den sogenannten Spektralfarben, zusammensetzt. Jede hat eine andere Wellenlänge, so dass im Regen durch die Brechung des Lichts ein Regenbogen entsteht. Die Primärfarben sind dabei Rot, Grün und Blau.

Additive und Subtraktive Farbmischungen
Sie sind auch die Grundlage eines der beiden uns bekannten Farbsysteme, der additiven Farbmischung. Mischt man dabei die Farben rot, grün und blau (kurz: RGB), entsteht weißes Licht. RGB ist also die Grundlage unseres Licht und wird deshalb auch Lichtfarbe genannt. Die zweite Mischung ergibt sich aus der Subtraktion der Farben und wird deshalb subtraktive Farbmischung genannt. Bei ihr wird das Licht von einem Gegenstand absorbiert und entsteht nicht aus dem Licht direkt. Diese, auch Körperfarbe genannte Farbmischung, entsteht beispielsweise beim Drucken durch die Mischung von Cyan, Magenta und Gelb (kurz: CMY), die zusammen Schwarz (K) ergeben. Je mehr Farben sich hierbei mischen, desto dunkler wird es.

Gegenstände schlucken Licht
Aber nicht nur die Mischung macht die Farbe aus, sondern auch die Art des Lichts, das von den Gegenständen verschluckt oder reflektiert wird. So entscheiden der Untergrund (Druckpapier, Holz, Metall, etc.) und die Farbenmischung zum einen, was wir wahrnehmen. Zum anderen spielt die Wellenlänge des Lichts, in dem wir einen Gegenstand betrachten, eine wichtige Rolle. Tageslicht hat ein größeres Spektrum und deshalb werden vom Tageslicht andere Spektralfarben auf einem Gegenstand absorbiert, als vom weniger breit gefächerten Kunstlicht. Eine grüne Hose kann deshalb im Kaufhaus unter künstlichem Licht schnell grau aussehen. Denn die Farbe ist nichts anderes, als das am Gegenstand gebrochene Licht und dessen Farbspektrum.

Wahrnehmung von Farbe
Was wir also wahrnehmen, sind die Spektralfarben des Lichts, die an einem Gegenstand gebrochen werden. Sie erreichen fokussiert durch die wie eine Blende arbeitende Linse unser Auge und werden in unserem Gehirn verarbeitet. Im Auge erkennen die Zäpfchen die Farben – je nach Art Rot, Grün und Blau – und die Stäbchen die Helligkeitsunterschiede. Beide reagieren zusammen auf den eintreffenden Lichtstrahl und verarbeiten die so gewonnenen Informationen im Gehirn zu einer Farbwahrnehmung. Ohne Zapfen wäre unsere Welt Schwarzweiß, aber ohne Stäbchen könnten wir bei Dämmerung und nachts kaum etwas sehen. Wir sehen Farbe daher in der Nacht weniger gut, am Tag allerdings in allen Nuancen. Aus diesem Grund sind in der Nacht sprichwörtlich alle Katzen grau und am Tage leuchtet das Gras sattgrün.

Farben falsch sehen
Neben den objektiven Aspekten von Farben nehmen wir Menschen aber Farben auch sehr subjektiv wahr. Wir wissen beispielsweise aus Erfahrung, dass warme Farben näher sind als kalte. Deshalb erscheint uns auch ein Grau auf farbigem Grund heller als auf weißem Hintergrund. Nehmen wir die objektiv gleiche Farbe in anderen Umgebungen unterschiedlich wahr, nennt man das einen sogenannten Simultankontrast. Wir können diesen nicht vermeiden, denn wir haben aus Erfahrung gelernt, wie sich Farbe wann verhält und wir sehen Farbe immer nur im Moment und unter den gegebenen Umständen. Sinnestäuschungen begleiten uns bei der Farbwahrnehmung im Alltag deshalb ebenso, wie uns ein falsches Licht manchmal andere Farben vorgaukelt. Charlotte Erdmann


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