Farbmanagement Einstellungen in Photoshop

von Fabian Ziegler | 0 | 0 Kommentare | 92025 Aufrufe

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Bevor Sie mit dem Farbmanagement System von Photoshop einwandfrei arbeiten können empfiehlt es sich für Ihre Ein- und Ausgabegeräte Farbprofile zu erstellen. Damit weißen Sie Ihren Geräten eigene Farbprofile zu, mit dennen Sie dann in Photoshop arbeiten können. Photoshop ist somit die zentrale Schnittstelle zwischen Eingabegeräten (Scanner, Digitalkamera) und Ausgabegeräten (Monitor, Druck).

Photoshop Farbeinstellungen Dialog

Die Aktivierung und Einstellung des Farbmanagements erfolgt in Photoshop in einem zentralen Dialog, den Sie über "Bearbeiten -> Farbeinstellungen" erreichen. Jetzt können Sie Einstellungen für ihr Farbmanagement treffen.

Bild zu Farbmanagement Einstellungen in Photoshop

Im oberen Bereich des Dialogs können Sie die Einstellungen für die Arbeitsfarbräume (RGB, CMYK) und die Einstellungen für Graustufen und Volltöne vornehmen.

Der zweite Bereich legt fest wie Photoshop mit Dateien umgehen soll, wenn diese geöffnet, kopiert oder eingefügt werden. Sie sollten in diesem Bereich alle drei Checkboxen aktivieren, damit Sie Photoshop beim Öffnen einer Datei über den entsprechenden Farbraum des Bildes informiert.'

Der dritte Bereicht "Konvertierungsoptionen" gibt Ihnen zusätzliche Einstellungsmöglichkeiten für Ihr Farbmanagement System.

Arbeitsfarbräume

RGB - Monitor

Hier können Sie einstellen mit welchem Farbraum Sie in Photoshop arbeiten möchten. Der RGB Farbraum ist dabei der Farbraum an Ihres Monitors. Möchten Sie Ihre Bilder nach der Bearbeitung im CMYK ausdrucken stellen Sie am besten Adobe-RGB oder ColorMatch-RGB ein. Für Grafiken die später ausschließlich auf dem Monitor gezeigt werden reicht auch der etwas kleinere sRGB Farbraum aus. Vorteil dabei ist die gute Unterstützung von sRGB durch Digitalkameras, diese nutzen ebenfalls sRGB und das Windows die Farben ebenfalls in sRGB darstellt. Zusätzlich wurde der sRGB Farbraum als Standardfarbraum für Webgrafiken von W3C festgelegt.

CMYK - Druck

Im Folgenden legen Sie den Farbraum für den Vierfarbdruck fest. Oft können Sie von Ihrer Druckerei ein Farbprofil hierfür zur Verfügung gestellt bekommen. Legen Sie dazu einfach das Profil unter Windows XP im Ordner \Windows\System32\Spool\Drivers\Color ab und es wird in der hier wählbaren Liste erscheinen. Erhalten Sie kein Profil wählen sie am besten ISO coated für gestrichenes Papier.

Richtlinien

Zu aller erste sollten Sie die Optionen: "Profilfehler: Beim öffnen wählen", "Beim Einfügen wählen" und "Fehlende Profile: Beim Öffnen wählen" aktivieren, damit wir von Photoshop mitgeteilte bekommen wie der Farbraum des Bildes ist und wie weiter vorgegangen werden soll.

In den drei Menus von RGB, CMYK und Graustufen sollte eingestellt werden, dass die eingebetteten Profile beibehalten werden sollten.

Bilddateien können bereits eigene Profile mitbringen. Viele, wie beispielsweise Screenshots, machen dies jedoch nicht. Unter den Richtlinen des Farbeinstellungs-Dialog legen Sie fest wie Photoshop reagieren soll, wenn es eine neue Datei öffnet oder einfügt.

Beim Öffnen von Dateien können folgende drei Situationen entstehen:

  • Farbprofile stimmen überein
    Dies ist für Sie als Anwender die idealste Situation. Viele Digitalkameras speichern beispielsweise Fotos im Adobe-RGB Farbraum ab. Ist dieser auch als Ihr Arbeitsfarbraum eingestellt müssen keinerlei Veränderungen vorgenommen werden. Sie werden auch keinerlei Feedback von Photoshop beim Öffnen der Datei erhalten, weil ja alles in in Ordnung ist.
  • Farbprofile stimmen nicht überein
    In diesem Fall müssen Sie sich entscheiden ob Sie das eingebettete Farbprofil beibehalten möchten oder das Bild in den Arbeitsfarbraum konvertieren möchten. Wie Sie handeln hängt davon ab, was Sie mit der Datei letztendlich machen möchten. Sie können ein Profil beispielsweise beibehalten, wenn Sie ein Foto von einer Digitalkamera im sRGB Farbraum im Web publizieren möchten, was ebenfalls sRGB wäre. Möchten Sie das Foto jedoch in einem Druckauftrag (CMYK) platzieren, so werden Sie dies konvertieren müssen. Dabei empfiehlt es sich, die Datei in einen möglichst großen Farbraum wie Adobe-RGB oder ECI-RGB zu konvertieren.
  • Es ist kein Farbprofil vorhanden
    Solange Sie der Datei keinen Farbraum zuteilen, werden Sie mit solch einer Datei im Arbeitsfarbraum arbeiten. Da dies meist der groß möglichste Farbraum ist, den Photoshop zur Verfügung stellt ist dies ideal.

Konvertierungsoptionen

Modul

In diesem Bereich stellen Sie ein mit welchem Colormanagement Modul die Umrechnung der Profil durchgeführt werden soll. Hierbei gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen das Adobe eigene ACE Modul und zum Anderen das von Mircosoft entwickelte ICM.

Wichtig für die Entscheidung mit welchem Modul Sie arbeiten ist, ob Ihre Arbeiten Plattformübergreifend oder auf ein und dem selbem Betriebssystem bearbeitet werden. Mit der "Adobe Color Engine (ACE)" sind Sie auf der sicheren Seite, weil diese sowohl für Adobe Software für PC als auch für Mac verfügbar ist. Kommen auch Adobe-fremde Programme zum Einsatz so sollten Sie unter Windows-PCs das Modul "Microsoft ICM" aktivieren. Dies steht auf Windowsebene dann allen Programmen zur Verfügung.

Priorität

In diesem Bereich wird das Rendering Intent ("Umrechnungsziel") vorgegeben. Dadurch wird festgelegt wie die Umrechnung durchgeführt werden soll. Dabei können Sie zwischen vier verschiedenen Arten wählen:

  • Perzeptiv
  • Sättigung
  • Relativ farbmetrisch
  • Absolute farbmetrisch

Perzeptiv

Hierbei wird durch "intelligente" Skalierung der Farbbereich des alten Bildes in den oft kleineren Farbbereich des neuen Bildes eingepasst. Die Bezüge zwischen den Farben des Bildes bleiben jedoch erhalten und es es entsteht ein sehr natürliches Bild. Daher eignet sich diese Einstellung besonders gut für Fotos. Für Daten die auf absolute korrekte Farbwerte angewiesen sind (Firmen-CI, Logos, Hausfarbe) sollte diese Methode vermieden werden, weil dadurch sämtliche Farben eines Bildes leicht geändert werden.

Sättigung

Besonders gut für kräftige und flächige Bilder. Als Gegenstück zur "perzeptive" ist dieses Verfahren für Fotos jedoch ungeeignet.

Relativ farbmetrisch & absolute farbmetrisch

Bei dieser Einstellungen werden alle Farben die in den kleineren Farbraum "hineinpassen" beibehalten. Farbwerte die aus Platzgründen wegfallen würden werden zur Grenze des kleinen Farbraums runterskaliert. Somit wird der Farbraum beschnitten, was auch unter dem Namen "Gamut Clipping" bekannt ist. Hierbei gehen besonders bei satten Farben Informationen verloren.

Dieses Verfahren ist besonders für Dateien geeignet die vom Zielfarbraum nur wenig entfernt sind. Sprich Farbraum der Quelldatei und Arbeitsfarbraum fast gleich groß sind.

Über den Autor: Fabian Ziegler
Meine Schwerpunkte liegen im Bereich Grafikdesign, SEO und Management. Seit sieben Jahren bin ich als Geschäftsführer der Team23 GbR tätig, die Webdesign in Augsburg anbietet, sowie Webmasterpro.de betreut.
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