Foto verbessern mit Gradationskurven
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Ist man nicht gerade ein Profi-Fotograf mit ausgezeichneter Ausrüstung kann es schon mal passieren, dass die schnell geschossenen Fotos von der Wanderung einen Farbschleier oder einen seltsamen Stich abbekommen.
Oft wird hier zu Schnellschuss-Methoden wie dem Farbton/Sättigung-Dialog oder dem Helligkeit/Kontrast-Dialog gegriffen und man geht dabei pimaldaumen vor. Obendrein kann es dann noch passieren dass der Bildschirm die Farben etwas anders darstellt (Kalibrierung) und man selbst zu sehr subjektiv vorgeht. Abzüge sehen dann oft noch unnatürlicher aus als das Original eh schon war.
Was tun? - Wer sich etwas auskennt wird sich schon mit der Tonwertkorrektur befasst haben, die einem etwas vor sehr groben Ausschreitungen schützt. Ein wirklich professionelles, sicheres und komfortables Arbeiten bieten aber nur die Gradationskurven - Nachteil: Unwissenheit kann hier schnell zu grausamen Ergebnissen führen.
Sehr oft gilt in Photoshop: Weniger ist mehr. Und die Gradationskurven sind wahrscheinlich das Feature schlechthin bei dem dieser Vorsatz besonders beachtet werden muss.
Los geht's
Ich habe hier ein Stock-Foto, das einen unverkennbaren Blaustich abbekommen hat.
Farbe analysieren
Als erstes gilt es den Schwarzpunkt (dunkelster Farbton im Bild) sowie den Weißpunkt (hellster Farbton) zu finden. Man möchte meinen, das ist mit dem Betrachten sehr schnell erledigt, doch das Auge spielt einem hier so manchen Streich.
Doch es gibt ein schönes Werkzeug das einem die Aufgabe abnimmt: Die Einstellungsebene "Schwellenwert" ist über das Einstellungsebenen-Symbol unten in der Ebenenpalette aufrufbar.
Schwellenwert-Dialog
Das Bild wird nun Schwarz/Weiß ohne Graustufen. Bewegt man nun den Regler in Richtung der linke Grenze, wird der Bereich für den Schwarzpunkt immer weiter eingeschränkt. Zum Nachprüfen kann nebenbei immer wieder das Vorschau-Häkchen entfernt werden.
Es sieht danach aus, dass sich der tiefste Punkt beispielsweise irgendwo im roten Kreis befindet - sind am Ende mehrere sehr dunkle Flächen vorhanden heißt dies nur dass sie alle ziemlich ähnlich sehr dunkle Grautöne besitzen. In Diesem Fall ist der Unterschied vernachlässigbar welchen Ton man letztendlich auswählt.
Hat man sich für einen passenden Punkt entschieden kommt das Pipette-Werkzeug (I) zum Einsatz. Diese ausgewählt klickt man bei gedrückter [⌥]-Taste (PC: [alt]-Taste) auf diesen Punkt. Der Schwarzpunkt ist nun fixiert.
Ebenso verfährt man jetzt um den Weißpunkt zu finden - dazu einfach den Regler im Schwellenwert-Dialog nach rechts bewegen - so weit, bis weider eine kleinstmögliche Fläche ausgemacht ist.
Nun wieder genauso wieder mit dem Pipette-Werkzeug fixieren. Der Schwellenwert-Dialog kann mit "Abbrechen" einfach wieder beendet werden - er wird nicht weiter benötigt. Fertig ist die Vorarbeit.
Info-Palette
Betrachten wir nun unsere sauber fixierten Punkte in der Info-Palette [PC: F8].
Gut zu sehen ist, dass beide Werte einen sehr hohen Blauwert besitzen, der für den Blaustich im Bild verantwortlich ist. Ebenfalls schön wäre es, wenn der absolute Schwarzpunkt ein natürliches Schwarz (also ein sehr dunkles aber reines Grau) und der absolute Weißpunkt ein natürliches Weiß (sehr helles reines Grau) besitzen würde.
Als Schwarzpunkt wäre vielleicht 4|4|4 eine gute Wahl, für den Weißpunkt 248|248|248. Und hier kommen endlich die Gradationskurven ins Spiel.
Grundlegende Verbesserung
Nun geht es an die eigentliche Verbesserung der Bildstimmung. Der Blaustich muss raus.
Um die RGB-Werte einzeln zu bearbeiten, muss jeder Farbkanal einzeln angesprochen werden - dies ist mit den Gradationskurven möglich.
Erstellen wir hierzu die Einstellungsebene "Gradationskurven". Wie zuvor schon über das Einstellungsebenen-Symbol.
Geöffnet sieht man nun den Gradationskurven-Dialog.
Falls sie von Gradationskurven noch nicht so viel Ahnung haben, sollten sie sich auf jeden Fall vorher mit dem Artikel Gradationskurven verstehen auseinandersetzen.
Weißpunkt einstellen
Immer die Infopalette im Blick habend, befassen wir uns als erstes mit dem Rot-Kanal. Wählen sie hierzu aus dem Dropdown-Menü diesen Kanal aus.
Ist der Rot-Kanal ausgewählt, klickt man das rechte (Weiß) Ende der Gradationskurven an und stellt mit den Pfeiltasten (hier ← ↑ für größere Werte und → ↓ für kleinere Werte - wie in der Grafik oben rot eingezeichnet) den Rot-Wert auf die gewollten 248.
Nun wählt man den Grün-Kanal aus, geht genauso vor und stellt auch den Grün-Wert auf 248. Ebenso der Blau-Wert.
Schwarzpunkt einstellen
Mit dem Schwarzpunkt geht man im Grunde genauso vor wie mit dem Weißpunkt. Nur muss jetzt das linke untere Ende (Schwarz) der Gradationskurve ausgewählt sein. Wiederum jeden Kanal einzeln auswählen und mit den Pfeiltasten korrigieren bis alle drei Werte wie gewünscht gleichauf sind.
Infopalette
Die die Fixpunkte in der Infopalette dürften jetzt so aussehen:
Klickt man nun im Gradationskurven-Dialog auf "OK" wird die Einstellung angewendet. Bei ausgeschalteter (Klick auf das betreffende Auge in der Ebenenpalette) Einstellungsebene ist der Wegfall des Blaustichs gut erkennbar.
Das Bild liegt aufpoliert und sauber vor.
Haut verbessern
Der wichtigste Farbton in einem Foto, auf dem Personen abgebildet sind, ist wohl der Hautton. Um diesen anzupassen und zu korrigieren ist Wissen über Komplementärfarben, Farbkreise und RGB/CMYK wichtig.
Wir fixieren wieder wieder mit dem Pipette-Werkzeug ein Pixel wie wir es schon zuvor gemacht hatten. Nur diesmal ohne Schwellenwert-Dialog einfach einen gut geeigneten Punkt auf der Haut einer der Personen.
Nun setzen wir bei ausgewähltem Pipette-Werkzeug im Dropdownmenü oben den Aufnahmebereich auf "5 x 5 Pixel Durchschnitt". Dadruch wird der Bereich, aus dem sich der Fixton mischt, größer und Störungen werden dadurch reduziert.
Erstellen wir nun wieder über den oben genannten Weg eine Einstellungsebene (oder falls die vorherige noch vorhanden ist - Doppelklick auf das Icon neben der Einstellungsebene) und klicken den vorher fixierten Punkt mit gedrückter ⌘-Taste (PC: Strg-Taste) an. Der Punkt erscheint un auch im RGB-Kanal der Gradationskurven.
Für die Haut ist es praktischer von der RGB-Anzeige der Infopalette in die CMYK-Anzeige zu wechseln. Dazu auf das kleine Pipetten-Icon neben den Werten des Fixpunktes klicken und im Kontextmenü "CMYK-Farbe" auswählen.
Der Y-Wert (Yellow/Gelb) und der M-Wert (Magenta) sollten auf den selben Prozent-Wert kommen während der C-Wert (Cyan) sich weiter entfernen sollte.
Um nicht mit den Farbbezeichnungen und den Komplementärfarben durcheinander zu kommen empfielt es sich für jeden Anfänger in Sachen "Farbenlehre", sich folgende Artikel zu Gemüte zu führen:
In meinem Beispiel ist der Magenta-Anteil etwas zu hoch. Um ihn zu verringern muss im Gradationskurven-Dialog der Grün-Kanal angesprochen werden, da dieser das Komplementär zu Magenta darstellt.
Man wählt also nun den Grün-Kanal aus und zieht den vorher in die Gradationskurven gebrachten Fixpunkt parallel zur y-Achse nach oben bis die Prozent-Werte von Yellow und Magenta gleich sind.
Da bei mir der Cyan-Anteil bereits sehr gering ist werde ich diesen nicht mehr bearbeiten. Mithilfe dessen Komplementärfarbe Rot istr aber auch dieser simultan anpassbar.
Weitere Farben?
Besitzt das Foto weitere dominante Farbflächen? Dies können Bereiche wie Himmel aber auch Kleidungsstücke oder ähnliches sein. Man geht einfach genauso vor. Je nachdem in welche Richtung sich der Farbton entwickeln soll, sind hier viele Einstellungen möglich - und seien sie noch so klein.
Ich persönlich bin soweit mit meinem Beispielfoto zufrieden, möchte aber noch kleinere Feineinstellungen vornehmen, die wohl eher vom eigenen Geschmack abhängig sind.
Optionale Feineinstellung
Nun kommen wir zum optionalen Teil, der, wenn man mit den Gradationskurven nicht vertraut ist, auch weggelassen werden kann.
Ich habe hier zur weiteren Aufwertung einen Kontrast und eine Aufhellung mithilfe einer verschobenen S-Kurve erreicht.
Doppelklicken sie das Einstellungebenen-Symbol links neben der Gradationskurven-Ebene. Der Gradationskurven-Dialog öffnet sich und sie können ihre Einstellung vornehmen. Wichtig ist hierbei, dass die Einstellung völlig individuell sind, d.h., dass es immer am speziellen Bild und dessen Art liegt, wie und welche Einstellungen sie vornehmen.
Bleiben sie dazu hauptsächlich im RGB-Kanal.


















Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
...aber das Ergebnis hat leuchtet immernoch in grausamsten farbstichen :(
Ich kann da nur den "Variationen..." Dialog empfehlen.
Re: Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
was zur... wenn ein bild in mehreren farbstichen leuchten könnte, würden sie sich dann nicht wider gegenseitig aufgeben? hat wohl einen Rot-, Blau- und Grün-Stich ^^
kann ich nicht nachvollziehen - aber lad dir mal das foto runter und probiers selbst :)
Re: Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
http://www.webmasterpro.de/user/inoX/gallery/bearbeitet/
Sicher lässt sich das nicht allein durch Gradiationskurven bewerkstelligen. Ich habs nun zuerst die Farbbalance verbessert und dann ne schwarzweißebene erstellt mitm kanalmixer(R:G:B ca. 10:50:50) die ich dann als luminanzebene verwendet hab.
Re: Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
jetzt hat es aber eindeutig eine braunstich (doch echt, aber das schreib ich nur um zu zeigen dass es ab einer gewissen grenze sehr subjektiv wird was für einen stich ein bild hat) ;)
apropos luminanz.. ich hab noch nirgends eine referenz gefunden die sich mit den füllmethoden auseinandersetzt. dh dass ein erfahrender photoshopper wirklich mal darlegt was die einzelnenen modi verursachen - wär doch was für wmp, oder? oder weiß vllt jemand den verweis?
Re: Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
Luminanz ist ganz einfach: du ersetzt den L-Kanal von L*ab in den unteren Ebenen durch den L-Kanal der Ebene die du auch luminanz gestellt hast ^^
Re: Das ist zwar ein mega-professionelles Vorgehen...
Iwo die 3 hübschen waren nur schön auf malle oder im sonnenstudio ^^
Ne mal im ernst: ich find das ergebnis meines Namensvetters realitätsnäher oder besser abgestimmt - so subjektiv ist das dann auch wieder nicht ;)
Aber auf jeden Fall n interessantes Tutorial für Fotografen.
Sehr nett
Muss sagen das ich so eine Methode bisher garnicht kannte... hab gestern erst ein Foto geschossen das dummerweiße doch tatsächlich einen Gelbstich hat. Da kann ich gleich mal versuchen dieses Tutorial anzuwenden :)
Re: Sehr nett
jop. aber wie gesagt - wenn man Curves nicht so gut kennt erstmal den grundlagenartikel durchgehen. :)