Illustration mit Photoshop
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Phase 1: Die Skizze
Nach wie vor ist der entscheidende
Faktor einer guten Illustration die Bildidee.
Der beste Weg,
Bildideen zu entwickeln, den optimalen
Ausdruck und die spannendste Komposition zu finden, ist über
Skizzen. Es geht zunächst nicht darum, möglichst
präzise zu arbeiten, sondern dem Bleistift freien Lauf zu lassen
und Bilddeen zu entwickeln. Nachdem eine Idee als gut befunden wurde,
kann an den Feinheiten gearbeitet werden.
Ich verwende meist rote
Buntstifte (Sanford col-erase, #20066) für die groben Skizzen
und zeichne mit Bleistift (ca. 2B) direkt auf die fertige Skizze die
Konturen meiner späteren Illustration.
Phase 2: Scannen und Vorbereitung
Als nächsten Schritt wird die Vorzeichnung mit mindestens 300dpi (besser 600dpi) eingescannt.
Da ich letztendlich die roten Linien nicht in meiner Illustration haben möchte, entferne ich diese auf folgende Weise:
- Öffnen des Scans in Photoshop
- Duplizieren der Hintergrundebene (Ebene>Ebene duplizieren)
- Entfernen der roten Linien: Bild>Anpassen>Farbton/Sättigung:
- Bearbeiten: Rottöne
- Sättigung: -100
- Lab-Helligkeit: +100
- Ebene benennen ("outlines") und in Ebenenpalette auf Modus "multiplizieren" schalten. Ebene abschließen.
- Neue Ebene ("block") erstellen.
Phase 3: "Block out" - Anlegen der Farben
Nun beginnt die Koloration in Photoshop. Ich verwende dafür ein Wacom-Zeichentablett. Dessen Stift ermöglicht mir (im Gegensatz zur Maus) eine drucksensitive Eingabe.
Im ersten Schritt der Koloration geht es darum, die grobe Verteilung der Farben anzulegen. Die Arbeit erfolgt schnell, intuitiv und vor allem ohne (!) Angst etwas zu versauen. Ich betone das an dieser Stelle so deutlich, da diese unbekümmerte Arbeit ein großer Vorteil des digitalen Workflows ist. Alles kann jederzeit rückgängig gemacht werden!
Ich verwende dazu einen großen Pinsel mit strukturierter Spitze (z.B. "Spritzer") und mittlerer Deckkraft. Außerdem arbeite ich fast durchgehend in einer Gesamtansicht. Es geht wie gesagt nicht darum, an Details zu arbeiten, sondern eine überzeugende Farbverteilung anzulegen.
Da ich später einen Hintergrund einfügen möchte, erzeuge ich außerdem eine dunkelblaue Ebene. Diese liegt unter der Ebene mit der groben Farbverteilung. So erkenne ich bereits jetzt, wo später mein Hintergrund durchscheinen wird.
Am Ende der Farbanlage sieht meine Illustration wie folgt aus:
Phase 4: Verfeinerung
Im nächsten Schritt geht es darum, die Farbflächen etwas exakter herauszuarbeiten und überstehende Farbflächen zu entfernen. Wie genau man dabei arbeitet hängt davon ab, wie "sauber" die Illustration am Ende werden soll. Ich verwende sowohl für den Pinsel, als auch für den Radierer Werkzeugspitzen mit Struktur, damit die Zeichnung lebendig bleibt. Der allseits beliebte Airbrushpinsel kommt nicht zum Einsatz.
Danach arbeite ich alle Details heraus und überarbeite die Farben der einzelnen Gegenstände noch ein wenig. Das erfordert etwas Geduld, besonders wenn die Zeichnung wie in diesem Beispiel aus vielen einzelnen Gegenständen besteht. Teilweise deute ich auch schon erste Schatten an.
Phase 5: Schatten und Licht
Im nächsten Schritt geht es darum, dem Bild Tiefe zu geben. Dazu ist es wichtig mit Licht und Schatten zu arbeiten.
Schatten:
- Erstellen einer neuen Ebene ("Schatten") zwischen den Farben und den Outlines
- Deckkraft: 40%, Modus: Hartes Licht
- Zeichnen der Schatten mit schwarzer Farbe (bei mittlerer Deckkraft)
Licht:
- Erstellen einer neuen Ebene ("Licht") zwischen dem Schatten und den Outlines
- Deckkraft: 100%, Modus: Weiches Licht
- Zeichnen mit weißer Farbe
Phase 6: Hintergrund und Bildausschnitt
Um die Illustration noch ein wenig lebendiger zu gestalten, möchte ich im folgenden Schritt meiner Illustration einen gemalten Hintergrund hinzufügen. Diesen erzeuge ich mit Aquarellfarben und großem, nassem Pinsel. Dabei ist eine interessante Struktur wichtiger als die Farbe des Hintergrunds, da diese beliebig in Photoshop geändert werden kann.
Der Hintergrund wird ebenfalls gesannt und auf eine neue Ebene (über die Farbfläche) gelegt. Nun wird frei experimentiert, bis der Hintergrund das gewünschte Aussehen bekommen hat. Im einzelnen darzulegen, wie ich zu meinem Ergebnis gekommen bin macht in diesem Fall wenig Sinn, ich möchte aber einige Möglichkeiten nennen wie man dabei vorgehen kann:
- verschiedene Modi in der Ebenpalette ausprobieren
- ändern der Deckkraft
- ändern von helligkeit und Kotrast (Bild>Anpassen>Helligkeit/Kontrast)
- duplizieren der Ebene und Anpassen der Farbe (Bild>Anpassen>Farbton/Sättigung>Färben)
- Kombination unterschiedlicher Varianten des Hintergrunds
- Filter
- etc.
Außerdem habe ich in dieser Phase das Format der Illustration noch ein wenig verändert.
Phase 7: Feinschliff
Als letzten Schritt gilt es, der Illustration den nötigen Feinschliff zu verpassen. In diesem Fall zeichne ich noch eine Ebene mit Effekten (Schnee) und füge einen halbtransparenten Rahmen hinzu. Außerdem dupliziere ich die Ebene mit den Outlines, damit die Konturen meiner Zeichnung deutlicher hervortreten. Damit ist die Illustration fertiggestellt.













boh!
Boh!!! Ich bin total beeindruckt von dem super tollen Bild!!!! Das versuche ich auch gleich mal.... Vielen Dank für die super Anleitung!!!
sehr gutes Tut
Klasse Tutorial....sehr ausführlich und einfach zu verstehen
...
...nice!!! :)
danke für die tips
das vorzeichnen mit rot hab ich schon übernommen.
freu mich schon auf deinen nächsten Artikel :)