Schrift mit Gras und Erde überziehen

von Andreas Braun | 0 | 9707 Aufrufe

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Bild zu Schrift mit Gras und Erde überziehen

Arbeitszeit: 50 Minuten

Schwierigkeitsgrad: Medium

Vorwort:

In diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie man Text, Logos oder andere Formen mit Gras überziehen kann. Ich werde euch die Technik der Layermasken erklären und hier und da etwas zu Beleuchtungsprinzipien erklären, die für ein glaubhaftes Gesamtbild wichtig sind.

Vorbereitung : Die Quelldateien

Besorgt euch unter folgenden Links die Texturen und die Schriftart, die wir verwenden werden.

Schritt 1 Der Schriftzug

Die Oberfläche für den Grasbewuchs habe ich schnell und einfach mit dem Texttool erstellt. Damit ich die Buchstaben einzeln bearbeiten kann habe ich für jeden Buchstaben einen eigenen Layer angelegt.

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Hier sieht man den "WMP" Schriftzug mit der Schriftart Bauhaus93 . Mit ein wenig Transformieren kann man sehr schnell interessante Formen erschaffen.

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Erzeugen eines Pseudo3D Effekts

Da wir die Buchstaben in einzelnen Layern plaziert haben, können wir nun jeden Layer klonen und dunkler einfärben. Die dunkleren Layer hinter die Buchstaben verschieben und mit dem Transformieren-Tool die Größe bearbeiten und etwas nach links oder rechts verschieben. Je nachdem wie ihr meint, dass euer Text ausgerichtet sein soll.

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Verbinden der Vorder- und 3D Ebene

Verbindet alle dunklen Ebenen zu einer einzigen. Macht das Gleiche mit den Textebenen. Diese müssen vorher noch gerastert werden. Wir haben nun eine Vordergrund- und eine Hintergrundebene. Wechselt in die Hintergrundebene und wählt mit der Farbpipette deren dunklen Farbton aus. Mit dem Lasso-Auswahl-Tool verbindet ihr nun die sichtbaren Spalten zwischen den Layern. Dieser Schritt bedarf ein wenig perspektivischer Vorstellungskraft.

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Einfärben der Vorder- und Hintergrundebene

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Da die beiden Ebenen, die wir uns erstellt haben später zum Shading der Gras und Erde Texturen verwendet werden, sollte die Vordergrundebene mit Weiß, die Hintergrundebene mit 50% Grau eingefärbt werden.

Layermaske anlegen

Für die späteren Arbeiten brauchen wir eine Layermaske unseres Textes. Wählt dazu mit Strg-Klick die Vordergrundebene und mit Strg-Shift-Klick zusätzlich die Hintergrundebene. Erstellt einen neuen Layer und füllt die Auswahl mit Schwarz

Dieser Layer wird im folgenden als Textmaske bezeichnet

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Die Vorder- und Hintergrundebene können nun ge-merged werden.

Diese beiden gemergten Layer werden im folgenden als "Shading Layer" bezeichnet.

Texturieren

Nun gehen wir ans Texturieren. Die bereitgestellte Grastextur ist für diesen Zweck bereits "seamless", also unendlich erweiterbar. Ladet diese Textur in euer Photoshop Dokument als neuen Layer an oberster Stelle.

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Dupliziert den Layer und verschiebt ihn damit er bündig mit dem vorherigen anliegt. Bei seamless Texturen entsteht dabei kein sog. "Seam" also eine "Nahtstelle" an der man genau den Übergang erkennen kann. Habt ihr keine seamless Texturen zu Hand, könnt ihr euch mit einem kleinen Trick auch selbst helfen.

  • Dupliziert den Texturlayer
  • Strg-T für den Tranformier-Modus
  • Klickt rechts auf den Layer und wählt "Horizontal spiegeln"
  • verschiebt beide Layer ein wenig übereinander
  • Mit dem Eraser-Tool und einem sehr transparenten Pinsel mit weichen Kanten könnt ihr nun vorsichtig den oberen Layer reduzieren und somit eine einheitliche Fläche erstellen

Mit mehrmaligem duplizieren und anlegen wird der untere Teil des Schriftzugs mit der Bodentextur, der obere mit der Grastextur überlagert. Merged die einzelnen Layer anschließend damit wir jeweils einen Layer für Boden und Gras bekommen.

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Textur-Masken

Um die beiden Texturebenen auf den Text zu legen, wechselt in den Layer der Boden oder Grastextur und klickt mit Strg-Klick auf die schwarze Textmaske um eine Auswahl zu erzeugen ohne den Layer zu wechseln. (siehe auch Abbildung oben). Nun könnt ihr über den kleinen Button "Add layer mask" oder "Ebenenmaske hinzufügen" die Maske erstellen. Das Ergebnis für beide Texturlayer sieht nun so aus:

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Shading Layer

Wir kommen gut voran. Nur wirkt alles noch recht flach. Zeit, den "Shading Layer" ins Spiel zu bringen. Verschiebt diesen an die oberste Stelle, vor alle Texturlayer und stellt im Layerpanel den Blendmodus auf "Multiply"

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Wirkt doch gleich viel plastischer.

Schatten

Auch wenn der Text nun 3-dimensional wirkt, so schwebt er doch recht unschön in der Luft herum. Zeit für Schattenwurf.

Dupliziert den Textmaske-Layer und verschiebt ihn an die unterste Stelle im Layerpanel. Mit dem Transform Tool wird der Layer nun so deformiert, dass der Anschein eines Schattens entsteht.

Dieser Layer wird als "Shadow-layer" bezeichnet

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Schatten bearbeiten

Solche harten Schatten wirken unnatürlich, daher werden wir ihn ausfaden und blurren, damit er glaubhafter wirkt. Wählt den Shadow-layer und wechselt in den Quickmask Modus entweder über Taste "q" oder diesen Button in eurer Toolbar:

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Quickmask Button

Nun können wir mit dem Gradient-Tool und einem Schwarz-Weiß Gradient eine Fade-Out Maske über den Shadow-layer legen.

In der Abbildung wurden zuvor alle anderen Layer bis auf den Shadow-Layer ausgeblendet. Zu sehen ist die Quick-Mask, die nach dem aufziehen mit dem Gradient-Fill-Tool auch noch per Transform-Tool bearbeitet werden kann. Je nach Einstellung des Quickmask Tools (Doppelklick auf den Button) bezeichnet die Rosa Fläche entweder den Maskierten Bereich, oder den ausgewählten Bereich der entsteht, wenn ihr nun per "q" wieder in den Editiermodus zurückwechselt. Ich habe meine Einstellung so, dass Rosa = Auswahl. Wenn ich nun per "q" zurückwechsle, und die Entf-Taste drücke, löscht die Maske mit einem Fade Teile des Shadow-Layers.

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Maskierter Bereich
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Shadow-Layer mit Fade-Out

Das ganze runden wir ab, indem wir über den Shadow-Layer noch einen Gaussian-Blur Filter mit 5px laufen lassen. Das Ergebnis mit allen Layern:

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Belichtungs-Exkurs

Wir sind zwar an dieser Stelle stolz auf unseren tollen Schatten, aber es fehlt noch eine wichtige Eigenschaft des Lichts. In der Natur entsteht Beleuchtung durch Photonen, die auf Oberflächen treffen, und je nachdem wie sie dabei abgelenkt werden, verändern sie ihren Wellenbereich, sodass wir dabei Farben zu sehen bekommen. Dies wirkt sich auch auf Bereiche aus, die "im Schatten liegen" also praktisch die Kehrseite zur beleuchteten Fläche bilden. Damit ist gemeint, dass Schatten die Farben ihrer Umgebung annehmen. Ein vollkommen schwarzer Schatten existiert nicht. Wir sollten uns also überlegen, welche Farben sich durch das Abprallen der Photonen von unserer Gras und Bodentextur auf dem Schatten bilden.

Oder ihr merkt euch einfach, dass diejenige Fläche, die am nächsten zum Schatten ist, direkt auf die Farbe Einfluss nimmt.

Wir sollten also mit einer bräunlich-grauen Farbe versuchen dem Schatten mehr Realismus zu verleihen.

Am einfachsten geht das, indem wir in den Optionen des Shadow-layers einen Farbüberlagerung aktivieren.

Doppelklickt auf den Shadow-layer und aktiviert Farbüberlagerung (Color Overlay). Wählt eine Dunkelbraune Farbe mit wenig Saturation. Ich habe #403619 gewählt.

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Bearbeiten der Texturmasken

Gras wächst normalerweise vogelwild, kreuz und quer, und lässt sich sicher nicht so plätten wie auf unserem Text. Es ist an der Zeit das richtig zu stellen.

Wählt den Grastextur-Layer und aktiviert dessen Layermaske.

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Layermaske im Layerpanel

Wir werden diese Layermaske nun händisch über ihre Grenzen hinaus ändern. Dazu wählt Ihr einen passenden Pinsel aus und könnt nun mit Schwarz und Weiß die Layermaske vergrößern oder verkleinern. Versucht unterschiedliche Brushes und ändert deren Einstellungen wie "Spacing" ("Abstand") oder "Jitter" ("Streuung") damit ihr einen möglichst unregelmäßigen Pinselstrich erhaltet. Zeichnet nun an den Kanten der Layermaske entlang wie im unteren Bild zu sehen ist.

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Shading-Layer bearbeiten

Abflachen der Kanten

Die harten Kanten die der Shading-Layer noch hat, waren mir ein Dorn im Auge. Daher habe ich mit dem Blur-Tool einfach im Shading Layer etwas "abgeflacht".

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Shading der Layermasken

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Das Shading des neu eingezeichneten Grases stimmt noch nicht und wirkt aufgesetzt. Wir müssen die Ränder wieder dunkler machen. Mit Strg-klick auf den Gras-textur Layer setzen wir eine Auswahl um das Shading auf diesen Bereich zu beschränken und nicht versehentlich über die Grenzen hinaus zu zeichnen. Wechselt nun in den Shading-Layer, und zeichnet mit einem Pinsel mit geringer Opacity (Deckkraft) und schwarzer Farbe über die zu hellen Bereiche.

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Szenerie

Ich habe an dieser Stelle bereits etwas mit weiteren Texturen gearbeitet, und einen Himmel und Boden hinzugefügt. Wie ihr an der Markierung sehen könnt kommt nun ein weiteres Element der Beleuchtung hinzu, der Himmel. Dieser würde sich im echten Leben nämlich in der Oberfläche der Grashalme leicht spiegeln, da diese entweder etwas feucht sind, oder das Licht vom Himmel zum Betrachter hin ablenken. Eine sehr physikalische Angelegenheit, über die ihr an anderer Stelle sicher noch viel mehr erfahren könnt.

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Zusammenfassung

Mit den gezeigten Techniken des Layer Maskierens und Bearbeiten dieser Masken könnt ihr nun euren Schriftzug beliebig erweitern. Das Bild unten entstand im Zeitraum von 4 Stunden. Ich habe noch einige mehr Texturen hinzugefügt, und die Layer auch untereinander überblendet. Die Schatten wurden in "Multiply" Layern noch per Hand und Wacom Tablet nachbearbeitet. Und nun noch viel Spass beim "Gärtnern"

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