Großformatiger Digitaldruck - eine Übersicht

von Linda Borghoff | 0 | 8811 Aufrufe

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Großformatiger Digitaldruck – eine Übersicht

Der Einsatz von Plakaten lässt sich mehrere tausend Jahre zurückverfolgen. Bereits im antiken Rom wurden öffentlich angebrachte Plakate zur Bekanntmachung von Gesetzestexten genutzt. Die Funktion von Plakaten änderte sich jedoch seit dem 16. und 17. Jahrhundert, wo zunehmend auch Waren und Dienstleistungen mittels dieser öffentlichen Aushänge angepriesen wurden und spätestens seit Beginn des letzten Jahrhunderts gehören Plakate (bzw. ihre moderneren Nachfolger wie Rollups oder PVC-Banner) als massenwirksame Werbemittel zum Standard-Repertoire jeder PR-Maßnahme.

Materialien

Die Entwicklungen in der Drucktechnik gingen einher mit der Entwicklung im Bereich der zum Druck geeigneten Materialien – eines der populärsten Materialien im Bereich des großformatigen Drucks ist das PVC-Banner, welches auf einer speziell für diesen Zweck hergestellten dünnen „LKW-Plane“ hergestellt wird. Die Größe des Banners ist dabei nahezu beliebig wählbar, denn durch hochfrequentes Schweißen können auch mehrere einzeln bedruckte Planen aneinandergeschweißt werden. Im Bereich der Riesenposter - auch als Blow Up bezeichnet - sind Außenwerbungen auf Flächen von bis zu 1.000 Quadratmetern üblich, 4.000 bis 5.000 Quadratmeter sind bei den größten Projekten durchaus erreichbar. Das PVC-Material ist darüber hinaus für den hochauflösenden Solvent-Digitaldruck optimiert, d.h. Bilddarstellungen, Text- und Strichgrafiken können optimal wiedergegeben werden. Die PVC-Materialien sind UV- und wetterbeständig und dank der Möglichkeit, Material mit dem B1 DIN 4102 (Brandschutzklasse-) Zertifikat zu bedrucken, auch für den Innenbereich zugelassen. Werbekunden haben zusätzlich die Wahl zwischen Mesh-, Blockout-, Backlight- und Reflex-Materialien. Meshmaterial bietet durch seine Perforation Licht- und Winddurchlässigkeit und ist so insbesondere für den Außenbereich geeignet. Blockout-Material hingegen ist komplett lichtundurchlässig und lässt sich so beidseitig bedrucken, Backlight wiederum zeichnet sich durch eine spezielle Lichtdurchlässigkeit aus, so dass das Material hinterleuchtbar ist. Reflexbanner-Material bietet durch seine reflektierende Folienbeschichtung besonders effektive Akzente im Außeneinsatz. Auch diese Vielfalt an Materialien hat dazu geführt, dass PVC-Banner mittlerweile in den unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommen, im Außenbereich finden sie sich an Fassaden, Zäunen und Wänden, im Innenbereich z.B. im Messebau oder zur Deko in größeren Ladenlokalen.

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Weitere Produktbeispiele – Fahnen und Rollups

Neben PVC gibt es eine ganze Reihe an anderen Materialien, die im Großformatdruck eingesetzt werden und als Werbemittel große Popularität genießen. So sind mittlerweile Beachflags aus deutschen Fußgängerzonen kaum mehr wegzudenken. Stoffmaterialien eignen sich auch für den Bannerdruck, werden jedoch hauptsächlich im weiten Feld des Fahnen- oder Flaggendrucks verwendet. Neben den moderneren Beachflags sind das in erster Regel klassische Hissfahnen, im Quer- als auch im Hochformat. Für den Fahnenbereich gilt, wie auch für PVC, dass der Größe der bedruckten Fläche kaum Grenzen gesetzt sind. Fahnenmaterial kann dank Brandschutzzertifikat auch im Innenbereich eingesetzt werden, ist ebenfalls in Mesh-Optik erhältlich und wird sowohl für das Bedrucken von z.B. Nationalfahnen und Unternehmensbannern, als auch als XXL-Variante in zum Ausrollen in Fussballstadien genutzt.

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Neben diesen gängigen Systemen kommen aber zunehmend auch neue Displaysysteme zur Anwendung. Die Produktpalette in diesem Bereich ist vielfältig und reicht von Rollups über L- und X-Banner bis hin zu aufblasbaren Systemen und Zelten oder Pavillons. Rollups sind dabei eigentlich die Systeme, die dem klassischen Plakat (oder Poster) noch am nächsten kommen. Bei Rollups handelt es sich um freistehende Poster, die eingerollt in eine Kassette, herausgezogen und mittels eines Gestänges aufgestellt werden können. Rollup-Systeme sind daher mobil einsetzbar und lassen sich recht einfach aufstellen, so dass sie insbesondere bei Events und bei Messen zu den favorisierten Werbemitteln gehören. Rollups lassen sich auf PVC Planen-Material, aber auch auf einem PVC-Textil-Verbund und einem Film-Premium-Material bedrucken. Vor allem auf den letztgenannten Materialien bietet sich besondere Farbbrillanz bei Druck und Bildern.

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Druckdatenerstellung

Soll eine optimale Qualität des Druckproduktes gewährleistet werden, sollte bereits die Druckdatenerstellung möglichst professionell umgesetzt werden. Dabei gibt es einige wichtige Eckdaten zu berücksichtigen, die für die Qualität der Grafiken entscheidend sind. Druckdaten sollten dabei vorzugsweise mit einem professionellen Grafikprogramm, wie Adobe InDesign, Adobe Photoshop oder Adobe Illustrator gestaltet werden. Als Alternative bietet sich auch das semiprofesionelle Grafikprogramm CorelDraw an. Mit all diesen Programmen lassen sich Druckdaten für den Großformatdruck in höchster Qualität anlegen – Voraussetzung hierfür ist selbstverständlich die geeignete Qualität der Ausgangsdruckdaten.

Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit auf eine der zahlreichen Freeware-Programme zurückzugreifen, bei diesen Programmen ist allerdings zu beachten, dass die Enddatei eine Bildauflösung von mindestens 75 dpi hat. Grundsätzlich lassen sich die besten Druckergebnisse mit einer Bildauflösung in der Spanne zwischen 75 und 100 dpi im Originalmaßstab des gewünschten Druckproduktes erzielen. Allerdings ist diesbezüglich auch der Betrachtungsabstand zu dem bedruckten Material von entscheidender Bedeutung: Wird das Druckerzeugnis aus nächster Nähe betrachtet, ist eine Auflösung gemäß dieser Vorgaben notwendig. Hängt das Druckerzeugnis allerdings an einer Hauswand/Brücke o.ä. wird eine niedrigere Auflösung kaum ins Gewicht fallen. Bei Bannern im Außenbereich ist eine Auflösung von 75 dpi ausreichend, bei Drucken für den Innenbereich ist die beste Darstellung hingegen bei 150 dpi gegeben. Sollte die Datei bei 150dpi zu groß werden, können die Daten auch 1:10 angelegt werden. Hierbei sollte dann aber die Auflösung 10mal höher sein also 750-1500dpi.

Grundsätzlich gilt: Vektordateien sind beliebig skalierbar und daher ideal für den großformatigen Digitaldruck geeignet.

Bei der grafischen Gestaltung der Druckdatei ist neben den bereits erwähnten Aspekten auch zu beachten, welche Art der Anbringung für das Druckerzeugnis gewählt wird. Banner werden z.B. in der Regel mit einem Hohlsaum und Ösen versehen, so dass alle Logos und Texte einen Abstand von mind. 5 cm zum Rand aufweisen sollten. Mit dieser Maßnahme lässt sich eine Unterbrechung des Drucks durch die Konfektionierung (Naht/Ösen) vermeiden. Druckdaten sollten auch immer ohne Anschnitt oder Schnittmarken im Endformat angelegt werden, bei offenen Formaten wie z.B. Illustrator sollten Bilder nicht verknüpft, sondern eingebettet werden. Einige Anbieter (z.B.bannerstop.com) bieten zu Displaysystemen wie Beachflag und Rollups auf ihren Internsetseiten auch Gestaltungsschablonen in verschiedenen Formaten zum Download an, so dass die grafische Gestaltung für die Kunden erleichtert wird. Zusätzlich können Kunden bei einigen Druckanbietern auch auf einen kostenlosen pre check ihrer Druckdaten zugreifen, d.h. die Daten werden noch im Vorfeld der Bestellung auf ihre Druckfähigkeit überprüft – nach Eingang der Bestellung erfolgt ein Profidatencheck, der die bestmögliche Qualität des Endproduktes sichern soll.

Farbmanagement

Der großformatige Druck erfolgt im CMYK-Farbmodus, also auf Grundlage der vier Druckfarben Cyan, Magenta, Yellow und Key (Schwarz). Da ausschließlich im CYMK-Farbraum gedruckt wird, ist es nicht möglich, HKS- oder Pantone-Töne zu 100% zu treffen, zur Darstellung der gewünschten Farben können aber festgelegte Farbprofile hinterlegt werden. Die beim Großformatdruck gängigsten Farbprofile sind:

ECI ISO Coated V2, Euroscale Coated V2, Euroscale Uncoated V2, Coated Fogra 39 und Coated Fogra 27. Es ist in der Regel auch möglich, der Druckerei den gewünschten HKS-/Pantone-Ton zu nennen, so dass sich die Druckvorstufe um eine bestmögliche Annäherung bemühen kann.

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Texte und Schriften

Soll nur reiner Text gedruckt werden, ist es gar nicht nötig auf ein spezielles Grafikprogramm zuzugreifen. Der Text lässt sich auch in einer Word-Datei erstellen und muss dann vor Übermittlung an die Druckerei lediglich in ein pdf-Dokument gewandelt werden. Dieser Arbeitsschritt ist wichtig, da es bei der Übermittlung einer Word-Datei dazu kommen kann, dass besondere Schriften als solche nicht erkannt werden und von dem Computer des Druckers dann fälschlicherweise in eine Standardschrift gewandelt wird. Bei der Wahl der Schrittgröße ist zu beachten, dass sie auch aus Entfernung noch gut lesbar ist, da bei Schriften unter 1 cm (gemessen am Großbuchstaben) eine optimale Sichtbarkeit nicht garantiert werden kann. Ebenfalls wichtig bei dieser Art des Druckverfahrens ist es, dass die entsprechenden Schriftarten mitgeliefert werden, falls diese unüblich sein sollten. Dieses Szenario ist beim Digitaldruck häufig anzutreffen, aufgrund des hohen Individualisierungsgrades der Druckvorlagen.

Umgang mit großen Dateimengen

Grundsätzlich können Druckdaten im Maßstab 1:1 angelegt werden, dies geht jedoch bei Grafikprogrammen wie Adobe InDesign, Adobe Illustrator und CorelDraw nur bis zu einer Breite und Höhe von ca. 507 cm. Sollte der Großformatdruck größer werden, kann die Datei in einem anderen Maßstab angelegt werden, z.B. 1:2, 1:4, 1:5, 1:10. Hierbei ist es allerdings wichtig zu beachten, dass auch die Bildauflösung entsprechend um das 2, 4, 5 oder 10-fache höher angelegt und ausgegeben wird.

Um die Dateimenge von großformatigen Druckdateien so gering wie möglich zu halten, empfiehlt es sich Dateiformate wie .tif, .psd, .psb und aus Photoshop generierte PDFs zu umgehen und Dateien auf Hintergrundebene reduziert und/oder als .jpg zu speichern. Hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die .jpg-Datei immer mit der höchstmöglichen Qualitätseinstellung angelegt wird. Zusätzlich können Dateien noch als Archiv verpackt werden, wie z.B. als .zip. Auch hier kann je nach Datei noch etwas an Dateimenge reduziert werden.

Gängige Datei-Typen

(.pdf) Adobe PDF

(.psd) Adobe Photoshop Datei

(.psb) Adobe Photoshop Datei für sehr große Bilddateien

(.ai) Adobe Illustrator Datei, meist Vektorbasiert

(.cdr) Corel Draw Arbeitsdatei

(.eps) Encapsulated PostScript

(.jpg, .tiff) Bild-Formate

Datenübermittlung

Gerade bei der Übermittlung von großen Datenmengen tauchen bei manchen Mailanbietern Schwierigkeiten auf. Bis zu einer Dateigröße von 10 MB ist in der Regel eine Übermittlung per Email möglich, sollte die Datei größer sein oder sollte die Übermittlung aus anderen Gründen nicht funktionieren, bietet sich eine Übermittlung der Druckdatei durch einen Filesharer, wie z.B. WeTransfer oder Dropbox, an. Über diese Anbieter lässt sich die Datei zunächst hochladen und der zugehörige Link im Anschluss an die Druckerei übermitteln. Bei einigen Druckanbietern lassen sich Daten auch über einen FTP-Server übertragen, die Zugangsdaten werden vom Anbieter direkt an die Kunden weitergegeben.

So komplex der Bereich des großformatigen Digitaldrucks geworden ist, so vielfältig und innovativ sind die Möglichkeiten, die diese Art des Druckens bietet.

Das Online-Angebot verschiedener Materialien und Drucktechniken ist vielfältig. Einige Anbieter bieten Unterstützung bei der Erstellung der Druckdaten oder haben Online- Designer, Grafikprogramme im Browser, in welchen auch ein Leihe einfache Gestaltungen vornehmen kann.

Auf diese Weise kann heute jeder, ob Privatperson oder Geschäftsbetrieb individuell und großflächig auf sich aufmerksam machen.

Einige Anbieter welche großformatige Banner drucken, Fahnen und Displaysysteme anbieten:

bannerstop

Flyeralarm

Brandeo

Reproplan

JR Beschriftungen

Über den Autor: Linda Borghoff
Großformatige Werbemittel, Digitaldruck und Grafik.
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