Vis-A-Visitenkarten

von Andreas Braun | 0 | 14245 Aufrufe

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Einleitung und Hintergründe

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Würde man ein Unternehmen mit einer Person vergleichen, so wäre die Visitenkarte wohl gleichzusetzen mit der Brille, die diese Person trägt. Sie ist nur ein kleiner Teil des Ganzen, trägt aber entscheidend zum Gesamterscheinungsbild der „Person“ bei. Etwas weniger bildlich gesprochen ist die Visitenkarte ein Teil der Corporate Identity des Unternehmens und sollte sich dem Corporate Design unterordnen. Wem diese beiden Schlagworte „Corporate Identity“ und „Corporate Design“ kein Begriff sind, kann sich in diesem Artikel darüber informieren. Interessante Hintergrundinformationen zur Visitenkarte und deren Entstehung findet man auch auf Wikipedia.

Visitenkarten stellen ein wichtiges Kommunikationsmittel beim Erstkontakt mit potentiellen Geschäftspartnern dar. Zum einen, da die eigene Firma dadurch bereits sehr früh für andere „greifbar“ gemacht wird, zum anderen da die wichtigsten Informationen darauf vermerkt sind. Man stelle sich nur den Besuch einer Messe vor. Man findet eine Firma, die interessant wirkt und man nimmt sich vor später zu Hause die Webseite zu besuchen, aber leider hat man den Namen, die Adresse und alles übliche vergessen. Zum Glück hat der Vertreter am Stand geistesgegenwärtig eine Visitenkarte überreicht, und diese ist nicht nur gut gestaltet, sondern auch noch auf sehr hochwertigem Papier gedruckt. Vielleicht sogar mit Reliefdruck und Lacküberzug. Diese Karte landet sicherlich später im Müll als die vielen anderen, die im Design konventioneller oder sogar einfallslos simpel gehalten sind.

Womit wir auch schon beim ersten wichtigen Punkt einer guten Visitenkarte wären.

Design

Leider haftet Visitenkarten ein fader Beigeschmack von aufdringlichen Haustürvertretern an, die ihre billigen Waren verhökern wollen. Darum ist es nicht verwunderlich, dass die meisten davon den Weg alles Irdischen gehen, und im Papierkorb versinken. Wie schafft man es also, diese Tatsache zu umschiffen? Ein gutes Design ist hier gefragt. In Verbindung mit edlen oder edel wirkenden Materialien.

Alles Farblose, Graue und Billige verschwindet sehr schnell aus unserem Gedächtnis. Leider hat Exklusivität auch immer ihren Preis. Vorgefertigte Designs gibt es im Internet zu tausenden. Diese haben dann aber wenig mit dem Grundgedanken des Corporate Designs zu tun. Die eigene Visitenkarte sollte nicht von der Stange sein, sondern sich nahtlos in die Idee und Gestaltung des Unternehmens einfügen.

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Das Beispiel zeigt ein Muster für Corporate Design. Formen, Farben und Schrift bilden ein einheitliches Bild, wirken aber eher konventionell und wenig kreativ. Welche anderen Ideen Designer für Visitenkarten umsetzen wollen wir uns anhand der nächsten Beispiele ansehen.

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Designbeispiel #1

Eine Visitenkarte, die an einen Kassenzettel erinnert. Die kreative Gestaltung ist sicherlich einen zweiten Hingucker wert und bleibt im Gedächtnis.

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Designbeispiel #2

Spielen, Spass und Schokolade. Mit dieser Visitenkarte soll wohl der Spieltrieb des Menschen angesprochen werden. Und da sich der Betrachter länger mit der Karte beschäftigt, sollte auch die Information dahinter länger präsent bleiben. Möglicherweise stellt man sich die Giraffe auch als Schmuckstück auf den Schreibtisch. Und der Name darauf ist omnipräsent.

Hier noch einige andere Beispiele, wie Designer mehr aus einfachen Papier-Visitenkarten machen:

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Die gezeigten Beispiele für Basteleien stammen von Designern, und werden nicht von Druckereien angeboten. Die Möglichkeit solche Karten herzustellen sollte man direkt bei einer Druckerei oder Buchbinderei anfragen, genauso wie den Preis. Denn es müssen sicherlich entsprechende Stanzplatten erst hergestellt werden, was die Herstellkosten möglicherweise vervielfacht.

Exklusivität durch exklusives Material

Beim Design kann man unterschiedliche Ansätze verfolgen um sich von der Masse abzuheben. Wie bereits erwähnt spielt das verwendete Papier eine wichtige Rolle. Es macht einen Unterschied ob man mit dem heimischen Tintenstrahldrucker und normalem Druckpapier, oder per Reliefdruck und 300gr/qm Leinenstrukturpapier arbeitet.

Papier / Karton

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Das gebräuchlichste Medium stellt sicherlich der Druck auf Papier dar. Hierbei gibt es Unterschiede in der Dicke des Papiers / Kartons sowie der Oberfläche. Papierdruck ist die billigste Art und eignet sich bei hoher Stückzahl. Die Preise liegen bei 1 bis 3 cent pro Karte.

  • 300 - 350 gr/qm Bilderdruck glänzend
  • 300 - 400 gr/qm Bilderdruck matt
  • 280 - 300 gr/qm Chromo(lux)karton hochglanz
  • 246 - 300 gr/qm Diplomatenkarton matt weiß
  • 280 - 400 gr/qm Invercotekarton einseitig oder beidseitig gestrichen matt
  • 240 - 280 gr/qm Leinenstrukturpapier weiß

Edelstahlblech

Darüber hinaus gibt es auch die Möglichkeit, nicht auf Papier, sondern auf Stoffe, Plastik oder Edelstahlbleche zu drucken. Diese Premiummöglichkeit hat selbstverständlich auch ihren Preis. Die Herstellung ist sehr viel aufwendiger, und das Material ist auch teurer, der qualitative Unterschied und der Exklusivitätsfaktor dürfte aber jedem angesichts der folgenden Beispiele deutlich werden.

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Edelstahl mit gestanztem Logo sowie elegant geschwungene Buchstaben. Diese Kombination aus Eleganz und edlem Material hinterlässt einen bleibenden Eindruck beim Kunden.

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Hier trifft das edle Material auf Kreativität. Die aus unzähligen Kriegsfilmen bekannten Dog-Tags haben die Aufgabe der Identifizierung von Gefallenen. Leicht makaber, aber mit hohem Erinnerungswert.

Kunststoff

Wie wäre es mit Visitenkarten, die wie Kreditkarten wirken? Oder als Schlüsselanhänger? Veredelter PVC Kunststoff ist ein weiteres beliebtes Material, das mit dem eigenen Design bedruckt werden kann. Das Material is im Vergleich zum Edelstahl billig, und trotzdem lange haltbar.

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Visitenkarte als Schlüsselanhänger.
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Beispiel für PVC Visitenkarte mit veredelter gefrosteter Oberfläche
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Unknickbare, schwer kaputtbare Visitenkarte, die sich von der Masse abhebt und sicherlich länger in der Brieftasche oder am Schlüsselbund verweilt.

Leinenstruktur Karton

Leinenstruktur-Karton ist fein strukturiert und wirkt wie gewebtes Leinen. Die Visitenkarte liegt durch die griffige Oberfläche besonders gut in den Händen der Geschäftspartner.

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Veredelung

Eine kostengünstigere Möglichkeit gegenüber Edelstahl und PVC ist es, die Papierkarte mit Lack oder Reliefbuchstaben zu veredeln. Dabei kommt der Offset oder seit den 70er Jahren auch der sog. Thermo-Reliefdruck zum Einsatz. Hier einige Beispiele:

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Diese Beispiele zeigen das Reliefdruckverfahren in Kombination mit Spotlack für die Buchstaben auf dickem Papierkarton. Auf schwarzem Hintergrund wirkt die Karte somit sehr edel, trotz der billigeren Materialien. Aus diesem Grund ist das Verfahren des Thermo-Reliefdrucks in Verbindung mit Lackfinish das beliebteste für Visitenkarten.

Prägung / Blindprägung

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Bei der Blindprägung wird der Text oder eine Grafik in das Trägermaterial eingeprägt, ohne zusätzlich Farbe aufzutragen. Dadurch gewinnen z.B. Visitenkarten, Briefpapiere und andere Drucksachen an Wertigkeit.

Foliendruck / Heißfoliendruck

Durch den Folien-/Heißfoliendruck kann „echtes“ Silber oder Gold gedruckt werden, so dass aufregende Lichtreflexionen entstehen. In Kombination mit einer Prägung (= Heißfolienprägedruck) erhält man sehr exklusive Resultate

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Duftlacke

Nicht für jedermann ist der spezielle Duftlack, der auf die Visitenkarte aufgetragen wird, und bei Berührung oder rubbeln freigesetzt wird. Es gibt ihn in unzähligen Noten. Darunter sind auch Gerüche wie "Tabak", "Tankstelle" oder "Wik Wapo Rup" vertreten. Interessant sind diese sicherlich nur für Tabakverkäufer, Tankwarte oder Hustensaftvertreter. Allerdings kann eine parfümierte Visitenkarte, die man von einer hübschen Vertreterin bekommen hat, noch sehr lange in der Nase bleiben. Und an Gerüche erinnert sich der Mensch leichter als an Gesichter oder Namen.

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Kuriositäten

Den Abschluss dieses Artikels sollen einige der weniger gebräuchlichen Formen von Visitenkarten bilden. Dieses Kuriositätenkabinett zeigt, was unternommen wird, um einen bleibenden Eindruck beim Gegenüber zu erzielen. Formen, Farben, Materialien und die zugrundeliegenden Design-Ideen entsprechen rein gar nicht den üblichen Stilen und sind auf ihre Weise exklusiv. So etwas bleibt in den Köpfen hängen.

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Visitenkarte inklusive einem kleinen Geschenk
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Lustiges Umsetzung einer Visitenkarte für einen Personal Trainer
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