Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven

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Tonwertkorrektur und Gradationskurven in Photoshop machen im Grunde etwas sehr ähnliches. Beide nehmen den Helligkeitswert des RGB- oder eines Farbkanals, schauen was der Benutzer eingestellt hat und übersetzen diesen Helligkeitswert auf Basis dieser Einstellung in einen anderen.

Es wird praktisch auf jeden Pixel, unabhängig von der Struktur des Bildes eine Formel angewandt, deren Parameter in den beiden verschiedenen Dialogen auf verschiedene Art eingestellt werden.

Übersicht

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Input (grün), Output (rot) bei der Tonwertkorrektur

Die Tonwertkorrektur bietet, wie auf der Abbildung zu sehen, noch eine Histogrammansicht der Helligkeitsverteilung im ausgewählten RGB- oder Farbkanal. Seit CS3 bietet dies jedoch auch der Gradationskurven-Dialog.

Der grüne Pfeil soll hier die eingestellten Eingangshelligkeiten, der rote die Ausgangshelligkeiten darstellen.

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Input (grün), Output (rot) bei den Gradationskurven

Bei den Gradationskurven ist die Übersicht nicht so einfach wie bei der Tonwertkorrektur, dafür bieten sie mehr Funktionen. Im Grunde stellen die Gradationskurven den mathematischen Graphen zur Funktion f(x) dar, wenn x die Eingangshelligkeit auf der x-Achse und f(x) die Ausgangshelligkeit auf der y-Achse repräsentiert.

Der gleiche Effekt

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Mapping bei der Tonwertkorrektur

Diese Tonwertkorrektur mappt also den im Histogramm ausgewählten Bereich auf den, der im Tonwertumfang eingestellt ist.

Da der Bereich im Tonwertumfang schmaler eingestellt ist, als der im Histogramm sieht man auf den ersten Blick auch, dass das Bild an Kontrast verlieren wird.

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Mapping bei den Gradationskurven

In diesen Gradationskurven ist das Mapping aus der Tonwertkorrektur übernommen.

Hier erkennt man den Verlust an Kontrast daran, dass die Linie weniger steil als der Standard 45 Grad Winkel ist.

Da die Gradationskurven es erlauben einen komplexen Graphen zu "malen", ist es durchaus möglich, dass die Kurven an manchen stellen sehr steil und an anderen wiederum relativ flach verläuft. Dies zeigt dann den Kontrast in dem speziellen Helligkeitsbereich.

Eine fallende Kurve (von oben-links nach unten-rechts) zeigt an, dass die Helligkeitswerte umgekehrt werden.

Gradationskurven Experimente

Experiment 1

In diesem Experiment lässt sich die Funktionsweise der Gradationskurven noch einmal gut erkennen. Die dunklen Stellen werden zu Hellen gemappt (Experiment 1). So kommt es, dass die Hose hellgrau bis weiß erscheint.

Die grauen Töne werden ins schwarze gemappt. Das Podest erscheint Schwarz. Die hellen Töne bleiben hell, so auch der Himmel.

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Experiment 1

Experiment 2

Hier noch einmal in umgekehrter Form. Hier sind es nicht die Tiefen, die umgekehrt werden, sondern die Lichter. Die Farben der Person bleiben weitgehend intakt, da die Person etwas unterbelichtet wurde und sich deshalb im linken Bereich des Graphen befindet wo dieser noch regulär von unten-links nach oben-rechts verläuft.

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Experiment 2

Der sinnvolle Einsatz

Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Tonwertkorrektur im sinnvollen Einsatz
Bild zu Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven
Gradationskurven im sinnvollen Einsatz

Warum aber baut Adobe beide Filter ein, wenn die Gradationskurven doch schon alles können?

Das erste rechtsstehenden Bild zeigt den sinnvollen Einsatz der Tonwertkorrektur.

Durch die Histogrammansicht habe ich volle Kontrolle darüber, wo ich Farbinformationen aufgebe und wie sich die hellen und dunklen Bereiche in meinem Bild verteilen.

Das untere Bild zeigt die Gradationskurven.

Auf den ersten Blick fällt sofort auf, dass die Farben etwas kräftiger geworden sind, was sich mit dem steilen mittleren Verlauf vereinbart.

Die Tiefen habe ich, wie in der Tonwertkorrektur, versucht etwas anzuschneiden, was mir durch den kubischen Verlauf der Funktion leider nicht so schön wie in der Tonwertkorrektur geglückt ist.

Um den Himmel bei erhöhtem Kontrast nicht sofort gänzlich weiß zu haben, habe ich noch das obere Ende des Graphen etwas der Standard-Einstellung angeglichen.

  • Die Tonwertkorrektur bietet also im Schnelleinsatz einen guten Überblick und hält ein wenig davon ab, das Bild zu überzeichnen.
  • Die Gradationskurven hingegen bieten sehr viele Möglichkeiten, von denen ein Großteil zu einem schlechten Ergebnis führt. Nimmt man sich hier jedoch Zeit ist dies die bessere Option.

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Kommentare: Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven

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Tonwertkorrektur vs. Gradationskurven gut erklärt!
Beantworten

Endlich ein Tutorial, das mal den Unterschied zw. Tonwertkorrektur und Gradationskurve erklärt!

Könnt ihr noch erklären, was "mappen" bedeutet? Insbesondere folgenden Satz verstehe ich nicht:

"Diese Tonwertkorrektur mappt also den im Histogramm ausgewählten Bereich auf den, der im Tonwertumfang eingestellt ist."

Ralph

Ralph am 01.12.2009 um 12:55
Klasse!
Beantworten

Sehr schöne und übersichtliche Einführung in dieses Thema. Die Screenshots und Beispielbilder sind sehr sinnvoll eingebracht.

Eventuell noch zu korrigieren: Die Tonwertkorrektur und die Gradiationskurven[...]

Jonathan Hethey am 11.11.2007 um 13:41