Typografie: 12 wichtige Grundlagen für den richtigen Einsatz von Schriften - Teil 1

von Thomas Soyter | 1 | 0 Kommentare | 148901 Aufrufe

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Eine kurze Einführung

Typografie ist einer der wichtigsten Bereiche der Gestaltung und die Kunst, möglichst die richtigen und optimalen Proportionen und Farben für Texte zu definieren. Das Wort Typographie setzt sich dabei aus den griechischen Worten 'Typos' (=Gestalt) und 'Graphein' (=Schreiben) zusammen und beschreibt somit die bewusste Verteilung von Schriftzeichen in einem vorgegeben Raum. Dabei haben sich die Grundregeln guter Typografie trotz der Vielzahl erhältlicher Schriften und der Entwicklung neuer Medien wie das Internet und mobiler Endgeräte kaum verändert.

Die zwölf in dieser Artikelserie aufgegriffenen Punkte und Beispiele sollen dabei helfen die Grundlagen guter Typografie und den konkreten Einsatz von Schriften in verschiedenen Medien zu erlernen und zu verstehen.

Im ersten Teil wollen wir dabei vermehrt auf mikrotypografische Aspekte, wie den korrekten Einsatz von Zahlen, Bindestrich, etc. eingehen. Im zweiten Teil unserer Serie widmen wir uns dann vor allem dem Thema Schrift, Schriftwahl, Schriftmischung und dergleichen.

1. Der richtige Einsatz von Ziffern in der Typografie

Arten von Ziffern

Kommen Zahlen zum Einsatz, muss grundsätzlich zwischen Normalziffern (= Versalziffern bzw. Majuskelziffern) und sogenannten Mediävalziffern (auch Minuskelziffern genannt) unterschieden werden.

Während die Mediävalziffern sich durch Ober- und Unterlänge (so wie bei Kleinbuchstaben) auszeichnen und sich damit besser in das Textbild einfügen, befinden sich die Normalziffern auf der Grundlinie der Schrift und besitzen in der Regel die Höhe der Großbuchstaben (Versalien) und kommen immer dann zum Einsatz, wenn Zahlen außerhalb des Fliesstextes gesetzt werden.

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Mediävalziffern als Beispiel
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Normalziffern als Beispiel

Echte Mediävalziffern sind bei vielen der heutigen Fonts oft mit dem Beinamen 'OSF' für 'old style figures' benannt und können innerhalb von meist OpenType-Schriften als Schriftbesonderheit genutzt werden.

Einfache Grundregel:

  • Bei Zahlen in Tabellen oder außerhalb des Fliesstextes Versalziffern nutzen
  • Zahlen innerhalb von Texten, Mediävalziffern einsetzen

Korrekte Schreibweise von Zahlen

Neben der Erkenntnis, dass es verschiedene typografische Arten von Ziffern, ist ein weiterer wichtiger Punkt, die korrekte Schreibweise von Ziffern in einem bestimmten Kontext. Dieser Bereich wird der sogenannten Mikrotypografie bzw. Detailtypografie zugeordnet.

Es gibt eine Reihe von Vorgaben wie bestimmte Informationen bezüglich Zahlen typografisch korrekt gegliedert bzw. geschrieben werden.

Hier ein Auszug einiger wichtigen Regeln:

  • Telefonnummern und Fax

Die Telefonnummer und Faxnummer wird von rechts ausgehend in Zweiergruppen gegliedert. Die Ortsvorwahl steht dabei in der Regeln in Klammern oder wird durch einen Schrägstrich getrennt. Der Abstand zwischen den einzelnen Gruppen der Ziffern beträgt ein Achtelgeviert.

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  • Kontonummern

Bankkonten werden von rechts ausgehend dreistellig gruppiert. Auch hier wird zwischen den einzelnen Ziffern-Gruppen ein Achtelgeviert als Abstand verwendet.

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  • Bankleitzahlen

Die Bankleitzahlen werden von links ausgehend dreistellig abgetrennt. Hier wird ebenfalls als Abstand ein Achtelgeviert genommen.

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  • Postfachnummern

Postfachnummern werden von rechts in Zweiergruppen abgeteilt.

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Weitere bzw. eine umfangreiche Liste von Gliederungsvorschriften für Zahlen, etc. gibt es auf der Seite von typolexikon.de

2. Anführungszeichen beherrschen und korrekt einsetzen

Ein häufige Fehlerquelle stellen unsere Anführungszeichen, auch liebevoll Gänsefüßchen genannt dar. Kein Wunder, nur die wenigsten kennen den korrekten Umgang mit diesem Interpunktions- bzw. Satzausdruckzeichen. Dazu kommt, dass unsere Tastaturen auch alles dafür tun uns die richtigen Zeichen vorzuenthalten.

Das Anführungszeichen dient dabei als optische Auszeichnung von direkter Rede und Zitaten sowie zur Hervorhebung von Wortteilen, Wörtern oder Satzteilen. Anführungszeichen sollten wenn möglich relativ selten eingesetzt werden. Alternativ kann hier, wenn sinnvoll kursiv eingesetzt werden.

Wichtig und hilfreich für den richtigen Umgang mit Anführungszeichen in der deutschen Schreibweise ist die Regel: immer mit 99 beginnen und mit 66 enden.

Deutsche Schreibweise

  • Korrekte Deutsche Schreibweise
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Eine echte Alternative für unsere Gänsefüßchen stellen die sogenannten Guillemets (benannt nach ihrem Erfinder Guillaume Le Bé) dar und sehen dazu auch noch schicker aus. Im Gegensatz zum Schweizerischen und Französischen (siehe weiter unten), wo sie nach außen zeigen, zeigen sie im Deutschen nach innen und werden auch ohne Leerräume verwendet.

  • Alternative: Deutsche Guillemets
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Falsche Schreibweise - so nicht!

Es geht zwar einfach und schnell und gewöhnt hat man sich mittlerweile auch daran, dennoch sollten die bequem über Shift-2 erreichbaren doppelte Striche, die eigentlich das Zeichen für die Maßeinheit Zoll abbilden, nicht verwendet werden.

Warum man sich die Zeit nehmen und dann doch lieber die korrekten Anführungszeichen integrieren sollte - ganz einfach - der Übersicht willen. In einem Text mit vermehrter wörtlicher Rede verliert man so leicht den Überblick und weiß kaum mehr wo ein Teil der wörtlichen Rede anfängt und wo sie aufhört. Und da Typografie auch Ordnung schaffen will, sollte die entsprechenden Mittel auch genutzt werden.

  • So sollte man es nicht machen
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  • Warum? - Darum!
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  • Auch diese Varianten sind auszuschließen
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Wie machen es andere?

  • Korrekte Schreibweise im Englischen
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  • im Französischen
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  • und in der Schweiz
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3. Den richtigen Strich setzen - Von Trennungen und Gedanken

Trotz ihrer Ähnlichkeit erfüllen der Binde- und Gedankenstrich sehr unterschiedliche Aufgaben, was in der Praxis auch immer wieder zu Unklarheiten und einem falschen Einsatz der verschiedenen Stricharten führt.

Generell unterscheidet sich der Bindestrich gegenüber dem Gedankenstrich durch die Länge. Der im Gegensatz zum Gedankenstrich etwas kürzere Bindestrich auch Divis genannt wird als Trennstrich, zur Trennung des Datums, als Ergänzungsstrich oder Koppelungsstrich eingesetzt.

Gedankenstriche dagegen werden in Wortgruppen, Listen, als Minuszeichen, Bis-Zeichen und natürlich auch als Gedankenstrich verwendet.

Wann verwende ich einen Bindestrich? (-)

  • Der normaler Trennstrich
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  • Trennung des Datums
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  • Ergänzungsstrich
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  • Koppelungsstrich
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  • Zusammensetzungen von Buchstaben und Ziffern
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Wann verwende ich einen Gedankenstrich (–)

  • Der normale Gedankenstrich
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  • Bis- und Streckenzeichen
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  • Für Wortgruppen
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  • Aufzählungszeichen
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  • Minuszeichen
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Der Geviertstrich (—)

Der sogenannte Geviertstrich kann alternativ zum Gedankenstrich genutzt werden und ist ein wenig länger als dieser (nämlich genau ein geviert lang). In Amerika wird der Geviertstrich gerne als Ersatz für den Gedankenstrich verwendet und auch im traditionellen englischen Schriftsatz wurde er genutzt (allerdings ohne umschließende Leerzeichen).

Im Deutschen wird der Geviertstrich allerdings kaum bis gar nicht verwendet, da er durch seine Länge relativ große 'Löcher' innerhalb eines Textes verursacht - somit Unruhe erzeugt und dadurch den Lesefluss hemmt.

4. Trennung mit Hindernissen - Worauf es ankommt

Trennungen sollten grundsätzlich sparsam eingesetzt werden. Als Faustregel gilt: drei bis vier Trennungen in Folge (abhängig von der Spaltenbreite) sind in Ordnung.

Weitere Anhaltspunkte in Bezug auf eine optisch gute und leserliche Typografie sind:

  • die Vermeidung sinnentstellender Trennungen
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  • Keine Trennung innerhalb von Überschriften
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  • Trennungen über Seitengrenzen hinweg vermeiden
  • Keine Abkürzungen trennen
  • Zwei gleiche Silben sollten nicht untereinander stehen
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  • Keine Trennung zwischen Zahl und zugehörigem Wort (Wörtern)
  • Zu viele Trennungen hintereinander vermeiden
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5. Durchschuss und Zeilenabstand - den richtigen Abstand haben

Der Zeilenabstand auch kurz ZAB genannt ist sehr bedeutend für die Lesbarkeit und den Grauwert eines Textes und bildet zusammen mit der Zeilenlänge die Grundlage für den Lesekomfort.

Generell nicht zu verwechseln ist der Zeilenabstand mit dem optischen Durchschuss. Während der ZAB von Grundlinie zu Grundlinie gemessen wird, beschreibt der Durchschuss den nichtgedruckten Zwischenraum zwischen zwei Zeilen. -> siehe Grafik

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Der Zeilenabstand sollte immer grob nach dem eigenen Empfinden eingestellt werden. Bei einem Blick auf einen Text entscheidet unser Auge sehr schnell ob ein Text angenehm zu lesen ist oder nicht. Beispielsweise sind lange Zeilen schwerer zu lesen, wenn der ZAB dazu noch sehr klein ist. Denn entscheidend ist beim Abstand zwischen den einzelnen Zeilen, das es dem Leser möglichst einfach gemacht wird den nächsten Zeilenanfang zu finden.

So ergibt sich das bei kurzen Zeilen der sogenannte Rückschwung - der den Weg vom Ende der einen Zeile zum Beginn der nächsten Zeile beschreibt - sehr kurz ist und deshalb ein zu großer Zeilenabstand dem Lesen nicht förderlich ist. Im Gegenzug ist bei langen Zeilen ein größerer Zeilenabstand besser, da es dem Auge erleichtert wird den Anfang der nächsten Zeile zu finden.

Hier einige Faustregeln für einen guten Zeilenabstand:

  • Aufgrund der vielen Versalien benötigt deutscher Text in der Regel mehr Zeilenabstand
  • Je länger die Zeilen des Textes sind, desto größer sollte der ZAB sein
  • Der Zeilenabstand sollte immer deutlich größer als der Wortabstand gewählt werden
  • Ein Standard ist häufig: ZAB = 120 Prozent der verwendeten Zeichengröße.
    Beispiel: bei einer Schriftgröße von 10 pt beträgt der Zeilenabstand 12 pt.
  • Eine andere Regel besagt: ZAB = bei Serifenschriften etwa 150% der Gemeinen bzw. Versalien-Höhe. Der Zeilenabstand bei serifenlosen Schriften sollte noch ein bisschen mehr sein.

6. Die Zeilenlänge - eine Sache der Lesbarkeit

Neben dem soeben besprochenen Faktor Zeilenabstand, hängt der Lesekomfort ebenfalls sehr stark von der Länge der Zeilen eines Textes ab. Bekommt man diese beide Faktoren entsprechend in den Griff, hat man in der Regel einen großen Schritt in Richtung (möglichst) optimaler Lesbarkeit erreicht.

Wie bereits Otl Aicher, einer der prägendsten deutschen Gestalter des 20. Jahrhundert mit seiner Aussage:

Eine Zeile hat dann die richtige Länge, wenn der Lesefluß nicht zu oft abgebrochen wird und wenn das Auge beim Umwechseln die nächste Zeile ohne Irritation wiederfindet.

feststellte, gibt es nicht die perfekte oder richtige Zeilenlänge. Abhängig von Schrift, Zeilenabstand und Satzart muss die möglichst optimale Zeilenlänge jeweils individuell erarbeitet werden. Dabei sollte man auch im Hinterkopf behalten, dass der Mensch nicht Buchstabe für Buchstabe liest, sondern mittels sprunghafter Augenbewegungen (Sakkaden genannt) von einem Wortbild zum nächsten springt. Wobei zwischen diesen Sprüngen die sogenannte Fixation stattfindet, bei der man circa sieben bis acht Buchstaben aufnimmt, sowie den nächsten Sakkadensprung anvisiert.

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Sakkadensprünge beim Lesen
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Fixation

Aus dieser Erkenntnis kann man nun einige hilfreiche Grundregeln, was die Zeilenlänge angeht, ableiten. Generell gilt, dass zu lange Zeilenlänge den Leser ermüden. Werden nicht nur die Augen, sondern ebenfalls der Kopf beim Lesen bewegt, kann man davon ausgehen, dass die Zeilenlänge zu lang ist. Ebenfalls wichtig ist, dass für eine optimale Zeilenlänge weniger eine bestimmte Breite des Textes z.B. in cm ausschlaggebend ist, als vielmehr die Anzahl der Wörter oder Zeichen.

Hier einige nützliche Grundregeln zur optimalen Zeilenbreite:

  • Textzeilen sollten weder zu lang noch zu kurz sein
  • Sind die Zeilen sehr kurz, sollte man Blocksatz vermeiden
  • Bei längeren Zeilen, größeren Zeilenabstand einplanen
  • Bei einer schmalen Schrift sollte die auch Zeilenlänge kürzer sein
  • Hier noch einige Richtwerte:
    50–70 Zeichen/Zeile bei einspaltigem Text in 8–11 pt Schriftgröße,
    40–50 Zeichen/Zeile bei mehrspaltigem Text
  • in der klassischen Buchtypographie gilt als ein möglicher Richtwert:
    Eine Satzbreite bzw. Zeilenlänge von acht bis zwölf Wörtern gilt als optimal lesbar
  • Die Lesegeschwindigkeit bei ein- und mehrspaltigen Layouts ist gleich - dennoch werden mehrspaltige Texte bevorzugt
  • Linksbündiger Text gilt in der Regel als leichter lesbar als Blocksatz

7. Schriftsatzarten

Schriftsatzarten bezeichnen die mehrzeilige Textausrichtung bzw. die Ausrichtung der Zeilen zueinander innerhalb eines Textes. Dabei gilt es verschiedene Schriftsatzarten zu unterscheiden. Neben dem Axialsatz sind als weitere Schriftsatzarten der symmetrische Blocksatz, der Flattersatz und der asymmetrische Flattersatz zu nennen.

Innerhalb der verschiedenen Schriftsatzarten ist ebenfalls die sogenannte Ausrichtung des Textes zu beachten. Dabei wird zwischen linksbündigen (Zeilen beginnen links am Anfang vertikal) , rechtsbündigen (Zeilen enden rechts vertikal) sowie zentriertem Text unterschieden.

  • Der asymmetrische Flattersatz

Ein ungleichmäßiger Schriftsatz, bei dem die Zeilenanfänge aller Zeilen (meistens linksbündig) in senkrechter Ausrichtung untereinander stehen. Dabei laufen die einzelnen Zeilenenden frei aus.

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Linksbündiger Flattersatz

Hinweise zum Flattersatz:

  • Beim optimalen bzw. idealen Flattersatz sollten die einzelnen Zeilen optisch rhythmisch sein. Das bedeutet beispielsweise die Textzeilen sollten abwechselnd lang, kurz, lang, kurz, usw. flattern.
  • Passen bestimmte Zeilenausläufe oder Trennungen optisch nicht gut ins Bild, sollte man durch Vergrößerung oder Minderung von Buchstaben- oder auch Wortabständen fein justieren.
  • Der symmetrische Blocksatz

Der Blocksatz zeichnet sich dadurch aus, dass der Text so gesetzt wird, dass die einzelnen Zeilen durch die Anpassung der Wortzwischenräume links und rechts auf die gleiche Breite gebracht werden bzw. bündig sind. Wobei sich in der Regel die letzte Zeile eines im Blocksatz gesetzten Textes (meist) am linken Rand orientiert und normal ausläuft. Der Blocksatz wird hauptsächlich in der Buch- und Zeitungstypografie eingesetzt.

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Symmetrische Blocksatz (letzte Zeile linksbündig)

Hinweise zum Blocksatz:

  • Ein qualitativ hochwertiger Blocksatz muss grundsätzlich immer händisch nachbearbeitet werden. Dies erreicht man z.B. durch die Korrektur der Zeichen-Zwischenräume
  • Richtwert für einen sinnvollen Blocksatz: Zeilenbreite sollte bei ca. 45 - 75 Buchstaben pro Zeile liegen.
  • Je kürzer die Zeilenbreite desto weniger eignet sich der Blocksatz als Schriftsatzart
  • Darauf achten, dass keine Löcher im Text (erschwert die Lesbarkeit und sieht hässlich aus) entstehen
  • Vermeiden von zu vielen Trennungen hintereinander
  • Der Axialsatz

Beim Axialsatz oder auch Mittelachsensatz, Zentrierter Satz oder Gemittelter Satz handelt es sich um eine gleichmäßige und spiegelbildliche Schriftsatzart bei der die Zeilen eines Textes exakt an der Mittelachse der Seite oder Spalte ausgerichtet werden. Axialsatz findet man großteils in der Buchgestaltung, sowie in der Werbe- und Gebrauchstypografie (z.B. bei Einladungen, Geschäftspapier oder Visitenkarten) und im Gedichtsatz.

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Axial- bzw. Mittelachsensatz

Hinweise zum Axialsatz:

  • Vor allem sinnvoll bei Gedichten, Überschriften und kurzen Texten im Allgemeinen
  • Axialsatz ist für Mengentext ungeeignet, da schwer lesbar
  • Der Umbruch eines Axialsatzes muss immer händisch nach korrigiert werden
  • Der Formsatz

Beim Formsatz, auch Kontursatz genannt handelt sich sich um einen Schriftsatz dessen Gesamtbild eine Form oder Figur ergibt. Anders ausgedrückt wird der Text so gesetzt, dass er sich direkt an den Umrissen eines Objektes z.B. eines Kreises, etc. orientiert.

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Beispiel für einen Formsatz

Hinweise zum Formsatz:

  • Ist nicht für Fließtext bzw. Mengentext geeignet, da die Lesbarkeit leidet
  • Eignet sich vor allem als kreatives und künstlerisches Ausdrucksmittel

Artikelserie

Typografie: 12 wichtige Grundlagen für den richtigen Einsatz von Schriften - Teil 1

Typografie: 12 wichtige Grundlagen für den richtigen Einsatz von Schriften - Teil 2

Weitere typografische Grundbegriffe in der Übersicht

Neben den bereits in diesem Artikel angesprochenen Begriffen sollte man sich darüber hinaus noch einige weitere gebräuchliche Termini aus der Welt der Typografie genauer ansehen, von denen es nicht schaden kann, sie zumindest einmal gehört zu haben.

Wir haben dazu in in dieser Grafik einige Begrifflichkeiten bezogen auf die Bestandteile einer Schrift zusammengetragen.

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Kleine Übersicht typografischer Grundbegriffe
Über den Autor: Thomas Soyter
Leidenschaftlicher Web- / Screendesigner und Webentwickler mit langjähriger Erfahrung. Der Informationsdesigner (www.der-informationsdesigner.de) ist ein kreatives Büro für die Gestaltung und Umsetzung von Print- und Onlineprojekten.
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