Was ist Affiliate Marketing? Teil 2: Technik, Vor-/Nachteile und Ausblick

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Technische Grundlagen und Umsetzung

Damit Affiliate-Marketing funktioniert, erhält der Publisher vom Merchant bzw. dem entsprechenden Affiliate-Netzwerk einen Code zur Verfügung gestellt, den der Affiliate auf seiner Website einbindet. Wird nun auf diesen Link geklickt, wird der Besucher entsprechend auf die Seite des Merchants weitergeleitet und dabei Parameter übertragen, die die konkrete Zuordnung des generierten Umsatzes durch einen Publisher ermöglichen. Diese Zuordnung wird Tracking genannt und kann durch verschiedene Lösungsansätze umgesetzt werden.

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So funktioniert Affiliate-Marketing

Session Tracking

Beim Session Tracking erhält jeder Besucher einer Händler-Website eine automatisch erzeugte Session-ID die wahlweise über die URL (GET-Methode) oder über versteckte Formularfelder (POST-Methode) übermittelt wird. Die vergebene Session-ID kann ebenfalls auch dem Affiliate zugeordnet werden, von dessen Website der vermittelte Kunde kommt.

Kauft der Kunde nun beim Merchant ein oder erfüllt andere Provisionsvorrausetzungen, kann diese Aktion des Kunden konkret auf den Publisher bezogen werden und er erhält seine Vergütung.

Eine weitere Tracking-Variante ist das Tracking mittels Cookie. Ein Cookie ist eine kleine clientseitig persistente/gespeicherte Textdatei, die beim Besuch einer Website auf dem lokalen Rechner des Besuchers gespeichert wird und Informationen über den Nutzer bzw. dessen Verhalten und persönliche Einstellungen bezogen auf die besuchte Website enthält. Beim Affiliate-Marketing werden in dem Cookie weitere zusätzliche Informationen über den Publisher gespeichert, über den der potentielle oder vermittelte Kunde gekommen ist. Besucht der Nutzer die entsprechende Website wieder, kann er anhand des Cookies identifiziert werden und somit auch beispielsweise ein späterer Produktkauf auf der Händlerseite durch den Kunden an den Affiliate vergütet werden.

Da Cookies clientseitig gespeichert werden, können diese natürlich auch relativ einfach durch den Client gelöscht werden. Sogenannte Flash-Cookies, die browserunabhängig und ohne Verfallsdatum daherkommen, sollen das Löschen erschweren.

Tracking Pixel

Für gewöhnlich ist ein Tracking-Pixel ein 1x1 Pixel großes Bild im GIF-Format, welches in den HTML-Code eingebettet wird. Ein Tracking-Pixel wird dann benötigt, wenn ein Affiliate-Netzwerk zum Einsatz kommt. Immer dann wenn eine vergütete Aktion getätigt wird, wird der Tracking-Pixel aufgerufen und übermittelt weitere Tracking-Daten beispielsweise durch einen Cookie, die für die Zuordnung zum Affiliate wichtig sind.

Die kleine Grafik ist dabei nur ein Hilfsmittel, das eben schon vor AJAX diese Art des Trackings möglich machte und vor allem ohne den Einsatz von JavaScript auskommt.

URL Tracking

Ein spezieller Link, der bestimmte Parameter bzw. IDs enthält, mit denen es möglich ist einen Affiliate exakt zu bestimmen. Er stellt die einfachste Möglichkeit des Trackings dar und ermöglicht durch Zuordnung der ID zu einer vergüteten Aktion durch den Kunden die Provisionsausschüttung an den richtigen Publisher.

Mögliche Werbemittel

Banner

Die Art der Werbemittel die beim Affiliate Marketing zum Einsatz kommen, können verschieden sein. Banner, teilweise animiert und in unterschiedlichsten Größen stellen dabei eine gut sichtbare Form der Werbung dar.

Neben den Bannern sind einfache HTML-Textlinks wohl die bekanntesten Werbemittel. Diese Textlinks beinhalten einen Affiliate-Link der dann zur entsprechenden Seite des Merchants führt.

Widgets

Ähnlich wie Banner funktionieren sogenannte Widgets. Dies sind im Prinzip kleine Applikationen oder Spiele, die in die Website des Publishers eingebunden werden und die mit Interaktivität ausgestattet sind, was sie auch von den herkömmlichen Bannern unterscheidet. So kann über ein solches Widget beispielsweise vorab eine bestimmte Produktauswahl getroffen werden, bevor der potentielle Kunde dann zur Website des Händlers weitergeleitet wird.

Produkt-Daten

Werbemittel können aber auch Produkt-Daten der Händler sein, welche beispielsweise als CSV- oder XML-Dateien zur Verfügung gestellt werden. Diese Dateien können z.B. als Grundlage für einen eigenen Shop des Publishers genutzt werden, wobei die einzelnen Artikel dann jeweils auf die Händler-Seiten verlinken.

Vor- und Nachteile / Gefahren

Im Folgenden ein kurzer Überblick über die Vorteile und Nachteile die Affiliate Marketing mit sich bringt bzw. bringen kann.

Vorteile

  • Vorab keine Kosten
    Ein großer Vorteil dieser Art des Online-Marketing ist sicherlich das sowohl den Affiliates bzw. Websitebetreiber, als auch den Merchants im Vorfeld keinerlei Kosten entstehen. Publisher müssen also beispielsweise nicht zuerst ein Shop-System gekauft bzw. aufgebaut oder Produkte erworben haben. Umgekehrt muss ein Advertiser nur dann Provisionen bezahlen, wenn auch Umsatz generiert wird und kann bereits vorhandene Online-Vertriebskanäle nutzen.
  • Riesige Auswahl an Partnerprogrammen
    Ein weiterer Vorteil ist die große Auswahl an Partnerprogrammen die es mittlerweile gibt. Tausende Anbieter aus den verschiedensten Bereichen und Branchen stehen interessierten Affiliates zur Verfügung.
  • Hohes Optimierungspotential
    Affiliate-Marketing hat ein großes Potential, was Optimierungsmöglichkeiten angeht. Wer viel Arbeit investiert wird in der Regel auch mit höheren Einnahmen belohnt.
  • Zielgenaue Kundenansprache
    Dadurch das Publisher die Möglichkeit haben, nur solche Produkte zu bewerben, die sie auch wirklich möchten bzw. die zum Thema ihrer Website passen, kann sehr konkret die gewünschte Zielgruppe angesprochen werden. Aber auch für Merchants bringt die richtige Wahl der für ihre Produkte werbenden Affiliates eine gute Möglichkeit der richtigen Zielgruppenansprache.
  • Leichte technische Integration
    Abschließend noch ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Die Integration der Banner bzw. Textlinks ist relativ einfach und geht schnell, was der Popularität dieser Art der Online Werbung sicherlich auch zu gute kommt.

Nachteile

  • Keine sicheren Einnahmen
    Großer Nachteil aus Sicht der Affiliates ist sicherlich die fehlende Einnahme-Garantie. Wer dieses Risiko vermeiden möchte, sollte alternativ lieber Bannerplätze auf seiner Website verkaufen.
  • Fehlende Transparenz
    Ein wichtiger Aspekt ist das Problem der Transparenz. Ohne hier einen Generalverdacht zu äußern, kann niemand wirklich überprüfen, ob alle Vergütungen von Seiten der Advertiser korrekt und vollständig abgerechnet werden. Im Gegenzug gibt es sicherlich aber auch Versuche von Affiliates sich unberechtigterweise Provisionen zu erschleichen.
  • Mangelnde Qualität der Verkaufsinstrumente
    Vor allem bei der Vergütungsform Pay per Sale sind Publisher extrem darauf angewiesen, dass das Verkaufsinstrument des Händlers, in der Regel der Online-Shop den Ansprüchen der vermittelten Kunden genügt. Es nützt demnach niemanden etwas, wenn zwar viele Kunden auf die Website des Merchants vermittelt werden können, aber keine Produktkäufe getätigt werden, weil beispielsweise der Shop eine schlechte Usability aufweist.

Gefahren und Probleme

  • Relevanz von Suchmaschinen-Ergebnissen leiden
    Heutzutage kommt der Großteil der Besucher einer Website über Suchmaschinen. Das führt zu einem erbitterten Kampf der Publisher um die vorderen Plätze innerhalb der Ergebnis-Seiten, da dort höhere Provisionen für vermittelte Umsätze erzielt werden können. Selten sind jedoch auf den Top-Platzierungen, Webseiten die umfassend über ein Produkt informieren zu finden. Sehr zum Nachteil für die Suchenden, da die Relevanz der Suchergebnisse sich dadurch unter Umständen stark verschlechtert.
  • Doppelte Cookies
    Ein weiteres Problem ist das Problem der Doubletten, dass dann entsteht, wenn ein Kunde mehrere Cookies EINES Partnerprogramms von verschiedenen Affiliates gespeichert hat. Das würde bedeuten, dass für eine bestimmte Aktion mehrmals Provision ausgeschüttet werden müsste. Die beiden Ansätze zur Lösung sind Last Cookie wins oder First Cookie wins. In der Praxis, zumindest bei den größeren Partnerprogrammen erhält in der Regel der Affiliate die Provision dessen Cookie zuletzt gesetzt wurde.
  • Cookie-Spamming
    Beim Cookie Dropping, Cookie Stuffing oder Cookie Spreading handelt es um von Affiliates gesetzte Cookies, ohne das der Besucher die angebotenen Waren des Merchants überhaupt sieht. Dies geschieht in der Regel mittels eines unsichtbaren IFrames, welcher die entsprechenden Affiliate-Links beinhaltet, die dann das Setzen der Cookies beim Besucher veranlassen. Nun ist es so, dass die Cookies meist eine bestimmte Lebensdauer haben, die wenn sie nicht gerade vom Nutzer aktiv gelöscht werden (was meistens selten bis nie passiert) einige Zeit andauert.

    Wird nun irgendwann innerhalb dieses Zeitraums nun doch noch ein Kauf des Users auf der Merchant-Website getätigt, wird dieser Kauf womöglich dem Cookie-Spammer zugeschrieben. Diese Art betrifft vor allem große und bekannte Merchants, bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass ein Kunde innerhalb der Cookie-Gültigkeitsdauer etwas kauft. Zudem entsteht das Problem, dass ehrliche Affiliates unter Umständen um ihre Provision gebracht werden, da ihr Cookie überschrieben wird.

Für wen ist Affiliate-Marketing geeignet?

Affiliate-Marketing ist, soviel lässt sich sagen, nicht für jeden geeignet. Websitebetreiber die ein stark frequentiertes Angebot haben und somit jede Menge Traffic generieren haben sicherlich schon einmal eine gute Ausgangsposition. Aber viele Besucher alleine sind eben auch kein Garant für erfolgreiches Affiliate-Marketing. Es sollte sich demnach auch vor allem um die passende Zielgruppe handeln, die ein Website-Angebot besucht.

Häufig führt also eine Website mit einer klaren Ausrichtung, die auf eine entsprechende wenn auch geringere Zielgruppe zugeschnitten ist zu größerem Erfolg, als Internetseiten die zwar sehr viele Besucher haben, bei denen es sich jedoch um eine sehr breite und wenig umsatzfördernde Zielgruppe handelt.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Affiliate-Marketing dann sein Potential entfaltet, wenn man den richtigen Traffic in ausreichendem Maße mit den passenden Affiliate-Links füttert. Laut einer Statistik verdienen in den USA 17 Prozent der befragten Affiliates mit Hilfe der Partner-Programme über 20.000 $ pro Monat. Der Großteil der Affiliates erreicht aber mit bis zu 500 $ pro Monat bedeutend weniger Einnahmen.

Fazit und Ausblick

Das Affiliate-Werbung bzw. Performance-Marketing weiter wachsen und wichtig sein wird, davon kann man aufgrund der steigenden Werbeausgaben im Online-Bereich ausgehen. In Zeiten des harten wirtschaftlichen Wettbewerbs, dem Unternehmen ausgesetzt sind, ist es für diese enorm wichtig ein möglichst effektives Vermarktungs-Instrument in Händen zu haben. Da Affiliate-Marketing die Kosten direkt mit den Erträgen koppelt, entstehen für Unternehmen keine Ausgaben ohne das auch Umsätze generiert wurden, im Gegensatz zur klassischen Bannereinblendung.

Allerdings stellt seit einiger Zeit ein Gesetzesentwurf der EU eine Bedrohung dar, der besagt, dass Cookies nur dann gesetzt werden dürfen, wenn der User auch zustimmt. Auch die latent schwelende Diskussion in Bezug auf Cookies und Datenschutz lassen Affiliate-Marketing immer wieder in den Brennpunkt rücken. Da ohne Cookies auch kein Tracking möglich ist, was nun mal die Grundlage des Performance-Marketing darstellt, wäre unter Umständen ein enormer wirtschaftlicher Schaden im dreistelligen Milliardenbereich die Folge.

Abgesehen von den möglichen negativen Einflüssen durch Gesetze und Diskussionen wird Affiliate-Marketing durch die Erschließung neuer Kanäle beispielsweise durch den Einsatz im Social-Media-Bereich seine Stellung weiter ausbauen. Auch große Unternehmen werden wohl in Zukunft vermehrt auf dieses Instrument des Online-Marketing zurückgreifen müssen, da der sogenannte Tausender-Kontakt-Preis (TKP) bei der klassischen Bannerwerbung weiter sinken wird.

Für Website-Betreiber wird Affiliate-Marketing weiterhin eine gute Möglichkeit sein, eine interessante Einnahmequelle zu erschließen, vorausgesetzt man nutzt das vorhandene Optimierungspotential, bemüht sich und bleibt am Ball.

Im letzten Teil unser Artikel-Serie zum Thema Affiliate-Marketing möchte ich euch gerne einen Überblick über die vorhandenen Partnerprogramme, vor allem aus dem deutschsprachigen Raum geben.

Artikelserie

Teil 1: Grundlagen und Funktionsweise

Teil 2: Technik, Vor-/Nachteile und Ausblick

Teil 3: Überblick Partnerprogramme

Empfehlenswerte Bücher zum Thema Affiliate Marketing

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Die heimlichen Internet-Gewinner: Interviews mit erfolgreichen Affiliates

Dieses Buch stellt 12 erfolgreiche Affiliates vor, die mit dieser Form des Marketing für sich nicht nur eine zusätzliche Einnahmequelle geschaffen haben, sondern teilweise auch sehr gut davon leben können. In Interviews werden diese erfolgreichen Website-Betreiber vorgestellt und erlauben einen Einblick in deren Erfolgsrezepte, sowie Pläne und Prognosen für die Zukunft.

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Affiliate Marketing: Grundlagen, Konzepte und Entwicklungsmöglichkeiten

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Affiliate-Netzwerke: Eine empirische Analyse des deutschen Marktes

Das Buch von Mathias Brühl beschäftigt sich eingehend mit dem Begriff Affiliate Marketing und bietet eine verständliche und nachvollziehbare Erläuterung zu diesem Thema. Daneben werden alle deutschen Anbieter und deren angebotenen Dienstleistungen ausführlich beschrieben und vorgestellt. Abschließend werde vom Autor die Potentiale dieser Branche erhoben, ausgelotet und an


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