Web 2.0 – Podcasts, Videos und Grafiken für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation

von Nicolas Hofmair | 14 | 4610 Aufrufe

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Spiegelreflexkameras kommen mehr und mehr im Filmbereich zum Einsatz; Pixabay.com © Mcability (CC0 1.0)

Wer sein Unternehmen im Internet präsentiert, hat dabei einige Faktoren zu beachten. Ohne eine eigene Internetseite kommt heutzutage keine Firma mehr aus, denn die Informationen, das Netzwerken und die Kommunikation läuft zu großen Teilen über das World Wide Web ab, das innerhalb weniger Sekunden die wichtigsten Inhalte übermittelt.

Ein guter Webauftritt hilft zum einen dabei neue Kunden zu gewinnen, die sich erstmalig informieren und fördert zum anderen die Kundenbindung, wenn genügend Anreize für das Verweilen auf der Homepage vorliegen. Diese Anreize können die Firmen von Beginn an planen und intensiv einsetzen. Dabei sollten sie weitere Kanäle neben der eigenen Homepage mit einberechnen, wie die vielseitigen sozialen Netzwerke oder bekannte Videoportale.

Das Unternehmensvideo und Podcasts – Unterschiede und Wirkung

Videos sind im Internet das Medium Nummer eins, das die Nutzer dazu aufruft, sich näher mit der Produktion zu befassen, das Video zu teilen, zu betrachten und darüber auf allen Kanälen zu sprechen. Ob als kurze Flash-Animation, die bereits beim Öffnen der Seite mit dem Abspielen beginnt oder als eigene Videodatei eingebettet in die Startseite – die Vorstellung der eigenen Firma sollte wohlüberlegt sein.

Ein Unternehmensvideo gibt Eindrücke der Firma wieder und vermittelt in kurzen und knappen Worten, worum es geht und wer dahinter steckt. Einige Tipps sollten Firmen jedoch berücksichtigen, denn nicht immer muss es ein ausgeflipptes Szenevideo oder die Anpreisung der Firma als Musical sein. Wichtige Faktoren sind dabei:

  • Zielgruppe berücksichtigen (Alter, Berufsgruppe, Anspruch)
  • Stil dem Unternehmen anpassen
  • Führungskräfte und Mitarbeiter zu Wort kommen lassen
  • Inhalte festlegen: Vorstellung der Produktion, der Mitarbeiter oder des Arbeitsalltags?
  • Maximal fünf Minuten Länge
  • Weitere Verbreitungswege beachten (Youtube, Vimeo, Facebook)

Das Unternehmen sollte bei der Erstellung des Videos auf Experten zurückgreifen, die sowohl die Mitarbeiter und Führungskräfte in Moderation und Auftreten schulen, als auch das Endergebnis hochqualitativ herstellen können. Im Gegensatz zu dem Unternehmensvideo können Recruiting-Videos, also die Suche nach geeigneten Fachkräften und Auszubildenden, durchaus etwas experimenteller sein, doch der Grat zwischen peinlich und ausgefallen ist dabei oft sehr schmal, was diese Liste beweist.

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Der Aufwand für ein Unternehmensvideo ist meist sehr hoch und kann einige Investitionskosten bedeuten. Wer jedoch eine gute Produktion auf die Beine stellt, kann überlegen, eine Video-Serie zu starten, denn oft sind in drei bis fünf Minuten nur die wesentlichen Merkmale der Firma zu aufgezeigt. Wer interessante Produkte herstellt, kann beispielsweise den Produktionsvorgang in mehreren Videos darlegen und Neu- und Bestandskunden einen intensiven Einblick in das Unternehmen geben. Diese Erklärvideos helfen außerdem dabei, die internen Vorgänge zu verdeutlichen und steigern somit das Interesse von Geschäftspartnern und Investoren.

In diesem Video-Beispiel stellt das Unternehmen hager eigene Produkte anschaulich vor und erläutert ihre Einrichtung und Anwendung, in dem Fall die Verkabelung eines Schreibtisches, um dem Kabelsalat ein Ende zu bereiten.

https://www.youtube.com/watch?v=WHcA3EdgE6c&list=PL6EFB1710AAF9F7C3&index=4&feature=plpp_video

Dabei handelt es sich um die so genannten Podcasts, also kurze Videos oder Audioformate, welche sich die Besucher der Seite kostenlos anschauen oder herunterladen können, mit wertvollen Tipps, Neuigkeiten aus der Produktion oder ausführlichen Anleitungen. Das Wort Podcast setzt sich aus dem englischen Broadcast – Rundfunk und dem Mp3-Player iPod der Firma Apple zusammen, da die Podcasts zunächst kurze und kleine Audiodateien zum Herunterladen beinhalteten.

Mit einer Auflistung der gesamten Videos auf der eigenen Homepage können sich Kunden die Informationen immer wieder ansehen und so einen Vorteil daraus ziehen. Wichtig ist wie unter folgender Übersicht eine kurze Erklärung des Inhaltes und eine entsprechend ähnliche Aufmachung mit Opener und Personal, damit der Wiedererkennungswert gewährleistet bleibt.

Der Chemiekonzern BASF stellt beispielsweise in den eigenen Podcasts die chemischen Vorgänge in der Natur und in der Produktion vor und verlinkt dabei nicht zu einem eigenen Youtubekanal, sondern stellt die Audiodateien zum freien Download zur Verfügung. Dadurch können die Nutzer sich die Podcasts auf die mobilen Geräte ziehen und unterwegs anhören oder ansehen.

Allerdings lohnt sich die Weiterverbreitung der eigenen Videos und Audioformate in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Co, denn dadurch erhöht sich die Aufmerksamkeits- und Klickrate und eine Interaktion mit den Kunden ist über eine aktive Diskussion in Kommentaren möglich.

Grafiken und Infografiken – Kleine Helfer mit großer Wirkung

Neben den interessanten Videos können erklärende Grafiken oder Infografiken dabei helfen, sich im Internet von anderen Unternehmen abzuheben. Infografiken erläutern beispielsweise den Ablauf eines komplexen Vorgangs und geben zusätzliche Informationen zu Details, wie bei einem Recyclingprozess oder der Herstellung von Produkten. Besonders Firmen mit Produktionshintergrund können diese Grafiken geschickt auf der eigenen Homepage präsentieren, um so eine größere Transparenz herzustellen.

Eine Infografik gibt meist Statistiken, Abläufe und Daten wieder, um sie in einem größeren Kontext einzubinden. Wichtig dabei ist eine Anpassung an Stil und Inhalt an das eigene Unternehmen, aber ein Blick auf die Zielgruppe schadet nicht, denn kunstvolle Verzierungen oder peppige Farben kommen nicht überall gleich gut an. Grafiken lockern außerdem etwas längere Blogeinträge oder Artikel auf der eigenen Homepage auf, so dass die Nutzer höchst wahrscheinlich den gesamten Text durchlesen.

Soziale Netzwerke und Diskussionskultur – Vor- und Nachteile für Unternehmen

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Facebooks Netzwerk bietet viele Kommunikationsmöglichkeiten für Privatpersonen und Unternehmen; Wikimedia.commons.org © Derzsi Elekes Andor (CC BY-SA 3.0)

Sind die Videos erstellt und liegen sie auf der eigene Homepage zur freien Verfügung vor, sollten sie dort jedoch nicht ungenutzt verweilen. Eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation lebt von der Diskussion und der Auseinandersetzung mit den Inhalten. Deshalb ist es besonders wichtig, die Kommentare unter den Videos auf der eigenen Homepage und in den Portalen nicht zu sperren, sondern offen für Kritik, Lob und Vorschläge zu bleiben. Die Videoplattform Youtube bietet beispielsweise einige Möglichkeiten an, wie die Videos bewertet, kommentiert und geteilt werden können. Der Support-Eintrag erklärt, dass ein Sperren bestimmter User bei Missbrauch ebenso möglich ist, wie die Freigabe des Videos über Google+ oder das Antworten mit Verlinkungen zu anderen Videos. Über den Einbettungscode lassen sich die meisten Youtube-Videos sehr simpel weiterverbreiten, beispielsweise auf Facebook. Das Netzwerk umfasst im Durchschnitt täglich über 890 Millionen Nutzer, welche von privaten Belangen bis hin zur Vernetzung mit Geschäftspartnern unzählige Informationen teilen, preisgeben und konsumieren.

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Quelle: Facebook

Eine Unternehmenskommunikation mit eigenen Videos und einer eigenen Facebookseite ist vor allem für Firmen reizvoll, die ein breites Publikum ansprechen wollen. Mit der Interaktion kann ein Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Unternehmen entstehen, beispielsweise bei der schnellen Reaktion auf Kundenanfragen, die im E-Mail-Verkehr eventuell untergehen oder die Vorstellung aktueller Produkte, Neuerungen oder Auseinandersetzung mit zentralen Problemstellungen, welche die Branchen betreffen. In der schnelllebigen Zeit hilft es, Verantwortliche für die sozialen Medien einzustellen, welche die Unternehmenskommunikation der neuen Medien verwalten und schnell reagieren. Schnelligkeit, Aktualität und ein Bezug zum Unternehmen sind die wichtigen Faktoren für eine gute Kommunikation innerhalb der modernen Medien.

Facebook erlaubt ähnlich wie Youtube eine Analyse der eingehenden Daten, der Kommunikationsströme und der Vernetzung von Posts, Videos und Ankündigungen, so dass das Unternehmen jederzeit erkennen kann, in welchen Bereichen ein großes oder geringes Interesse besteht. Kommt das Video beispielsweise auf den einzelnen Kanälen nicht gut an oder wird es sehr stark kritisiert, sollten Unternehmen die Kritik nicht einfach kommentarlos löschen oder das Video von den entsprechenden Seiten nehmen. Der so genannte „Shitstorm“, also eine massive Empörung über das Unternehmen oder über vermeintlich negative Vorgänge kann weite Kreise ziehen, denn im Internet bleiben viele Skandale noch über Jahrzehnte in der allgemeinen Erinnerung. Deshalb sind eine transparente Kommunikation und ein sensibles Vorgehen sinnvoll, um das Ansehen des Unternehmens nicht zu gefährden. Die Restaurantkette Vapiano reagierte beispielsweise ruhig und neutral auf ein Video eines Kunden, der eine Raupe in seinem Salat fand und dieses Video auf die offizielle Facebookseite des Restaurants postete, wie MEEDIA berichtete. Durch das direkte Ansprechen der Problematik und einen freundlichen Umgangston konnte das Unternehmen einen Shitstorm abwenden und erhielt sogar durch viele der eigenen Kunden eine positive Bekräftigung.

Videos, Podcasts und Co können dem Unternehmen im World Wide Web zu größerer Aufmerksamkeit verhelfen und die Interaktion mit Geschäftspartnern und Kunden intensiv vorantreiben. Dabei sind der Vielfalt und den kreativen Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt, doch sollten die Unternehmen auf Zielgruppe, den eigenen Stil und die entsprechenden Inhalte achten, damit Videos, Videoserien und die Vorstellung der eigenen Vorgänge nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Über den Autor: Nicolas Hofmair
Studiert Interaktive Medien in Augsburg und ist Werkstudent bei Team23 GmbH & Co. KG.
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