Cloud Computing

von maba | 0 | 3199 Aufrufe

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Auch wenn der Begriff noch recht jung ist, die Philosophie dahinter ist es nicht. Denn schon länger nutzen Firmen oder eben auch Selbstständige den Service, dass Daten im Netz bei einem externen Anbieter hinterlegt werden. Beispiele sind das Hosten einer Webseite, der E-Mail-Verkehr oder auch die Benutzung von sozialen Netzwerken. Eine Selbstverständlichkeit, die bisher kaum thematisiert wurde. In der jüngeren Vergangenheit kann man aber nun beobachten, dass immer mehr Arbeitsschritte in die Cloud ausgelagert wurden, unter anderen Anwendungen wie die Terminverwaltung oder das Teilen von gemeinsamen Dokumenten.

Ein Grund ist sicherlich, dass erst in den letzten Jahren durch den Ausbau der Breitbandverbindungen die nötige technische Infrastruktur für diese Entwicklung geschaffen wurde. Auch für die EU ist die technologische Entwicklung längst zu einem wichtigen Thema geworden. Aus diesem Grund arbeitete beispielsweise die Europäische Kommission eine spezielle Strategie aus, die die Nutzung von Cloud Computing weiter fördern soll. Nicht weniger als eine Steigerung von 160 Milliarden Euro jährlich beim BIP der EU verspricht man sich davon in Brüssel.

Welche Arten des Cloud Computings existieren?

Grundsätzlich kann man bei den Cloud Computing Diensten heutzutage drei Typen unterscheiden:

  1. Software as a Service (SaaS): Hierbei wird von einem externen Dienstleister eine Software zur Verfügung gestellt, die auf der heimischen Hardware wie dem eigenen Computer oder dem Smartphone genutzt werden kann. Heutzutage ist diese Form in der Regel gemeint, wenn man von Cloud Computing spricht.
  2. Platform as a Service (PaaS): Ein Mix aus Hard- und Software-Diensten wird für den Kunden angeboten, beispielsweise in Form einer Datenbank oder eines Betriebssystems.
  3. Infrastructure as a Service: Hierbei handelt es sich um die einfachste Form, da nur der Speicherplatz zum Lagern von eigenen Daten bereitgestellt wird.

Lohnt sich der Einstieg in die Cloud für Freelancer?

Als Grafiker oder als freier Texter und Autor fragt man sich natürlich, ob das Thema auch für die eigene Organisation der täglichen Arbeit von Interesse ist. Eine Frage, die man durchaus bejahen kann. Als Freelancer hat man mit immer wieder wechselnden Auftraggebern zu tun und hier bietet sich die Nutzung einer Cloud Lösung an. Arbeitet man beispielsweise als Grafiker in Berlin mit einer Werbeagentur in Köln zusammen, können Dokumente und Bilder schnell und bequem geteilt werden. Beide Projektpartner haben einen zeitnahen Zugriff, der eine zusätzliche Kommunikation per E-Mail oftmals zeitsparend ersetzt. Auch bei eventuellen Terminänderungen kann durch einen gemeinsam genutzten Kalender, die Rundmail an alle Projektpartner in Zukunft eingespart werden.

Ebenfalls praktisch ist der ortsunabhängige und flexible Zugriff auf die geschäftlichen Daten bei der Mitarbeit an Projekten mit mehreren Teilnehmern. Von unterwegs aus dem Zug oder von zu Hause aus, beides ist mit einer solchen Software problemlos möglich. Zusätzlich lässt sich Zeit für Anfahrten sparen, da durch den gemeinsamen Zugriff auf Daten, persönliche Treffen zwischen den Projektmitarbeitern verringert werden können. Andererseits kann man bei Präsentationen in den Räumen eines Auftraggebers leicht auf die eigenen Dokumente mittels einer simplen Internetverbindung zurückgreifen.

Zudem spart man Investitionen in das eigene Equipment, da die Daten auf einem externen Server gelagert sind. Für den Zugriff darauf reicht somit auch eine einfachere IT-Ausstattung aus. Vorteilhaft ist ferner, dass die entsprechende Cloud Computing Softwarelizenz nicht gekauft werden muss. Ferner vermeidet man Kosten für die Wartung der Software, auch dies wird ja durch den jeweiligen Anbieter übernommen. Man sieht recht schnell, die Palette an Vorteilen, die das Cloud Computing bietet ist vielseitig und eben auch für kleinere Unternehmen oder Freelancer leicht erkennbar.

Worauf gilt es bei der Auswahl eines Anbieters zu achten?

Bei der Suche nach einem Anbieter für Cloud Computing Diensten sollte man auf verschiedene Punkte achten. Zu den wichtigsten Sachverhalten gehören:

• Funktionsumfang: Als Nutzer wünscht man sich natürlich eine Software, die möglichst viele Aufgabenstellungen für die alltägliche Arbeit bewältigen kann. Hierbei sind vor allem Dinge wie ein leistungsfähiges Kalender- und Projektmodul für die zeitliche Planung wichtig. Beim Kalendermodul erhält man beispielsweise den Vorteil, dass bei Änderungen alle Teilnehmer sofort automatisch über die Änderung benachrichtigt werden. Viele weitere Bausteine sind bei einer Cloud Computing Software in der Regel erhältlich und für den Einzelfall sicherlich ebenfalls interessant, unter anderen Module für die Verwaltung von Leads, Rechnungen, Arbeitszeiten und Auslagen.

• Customizing: Eine Software sollte immer jede Menge Freiheit für den Nutzer bei der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse besitzen. Dies betrifft zum einen das Layout der Anwendung, beispielsweise Anpassungsoptionen hinsichtlich der Farben oder individuellem Bildmaterials, aber auch bezogen auf die Anlage von Daten. Vorteilhaft ist natürlich auch, wenn möglichst viele Import- und Export-Dateiformate verwendet werden können.

• Kosten: Die Preise für Cloud Computing Dienste auf dem Markt fallen natürlich unterschiedlich aus. Grundsätzlich kann man feststellen, dass sich durchaus bereits Angebote entdecken lassen, die für die Bedürfnisse von Freelancern oder kleineren Teams ausreichend ausgelegt sind und mit einem Preis von deutlich unter 100 Euro pro Jahr erhältlich sind. Oftmals entdeckt man bei den Offerten noch eine Staffelung bei den Kosten, die sich je nach dem gewünschten Support orientieren. Zudem sind mitunter Rabatte erhältlich, wenn ein Programm von einer größeren Anzahl von Benutzern in Anspruch genommen werden soll.

• Sicherheit der Daten: Beim Punkt der Datensicherheit muss man zwei Dinge unterscheiden. Zum einen sollte man natürlich nur zu Anbietern greifen, die durch ein schlüssiges Sicherheitssystem hinsichtlich der Lagerung der Daten überzeugen können. Immerhin handelt es sich um geschäftliche Daten und nicht die Fotos aus dem letzten Urlaub. Ein Verlust kann sich ansonsten schnell zu einer echten existenziellen Bedrohung für die eigene Unternehmertätigkeit ausweiten.Ein anderer Punkt ist die Tatsache, dass viele Anbieter ihrer Server beispielsweise in den USA stehen haben. Hierbei muss man sich im Klaren sein, dass mit der dauerhaften Verlängerung des Patriot Acts in den USA der Datenschutz für die Lagerung von Dokumenten nur schwer beurteilt werden kann. Erst vor kurzem berichtete das Nachrichtenmagazin Spiegel Online über eine Studie, die im Auftrag des Europäischen Parlaments erstellt wurde und in der Forscher vor einem Datentransfer in die USA warnen.

Fazit

Der ortsunabhängige Zugriff auf die eigenen Daten und das Teilen der Dokumente mit Projektmitarbeitern sind zwei wichtige Beispiele, die verdeutlichen, dass Cloud Computing Dienste auch für Freelancer im Grafikbereich interessant sind. Die Zusammenarbeit mit wechselnden Auftraggebern kann zudem wesentlich effizienter gestaltet werden. Kritisch bleibt die Frage nach der Sicherheit der im Netz bei einem externen Unternehmen gelagerten Daten. Ein Problem, das in der Zukunft hoffentlich noch stärker durch die Politik bearbeitet wird. Ideen, wie das Einführen einer Zertifizierung für Cloud Computing Anbieter, wie es von der Europäischen Union angedacht ist, wäre ein erster wichtiger Schritt.