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Bildungsstreik

Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von BuddhaOhneHals  BuddhaOhneHals , am Donnerstag den 18.06.2009 um 09:12:35
Zitat von: Firebird

Man muss / soll z.B. immer und überall Praktika machen. Das ist der Uni doch egal, ob man ein Praktikum macht oder nicht. Darum geht es bei denen ja nicht - die Universität war noch nie für ihre Anwendungen berühmt, viel eher für die Theorie

Kann man auch anders formulieren: Die Uni passt ihr Angebot an die Anforderungen der Studierenden an. Reine Theorie passt nicht mehr dazu, dass alle Welt studieren will, ob fachlich interessiert oder überhaupt dazu in der Lage, wissenschaftlich zu arbeiten.

Scheinbar ja nicht. Sonst würden nicht so viele dagegen protestieren.

Aber was die Belastung angeht, hast du eigentlich schon recht. Man kann es packen, wenn man es will. Ich mache gerade nebenberuflich meinen Master, also zusätzlich zu meinem 40h-Job dann noch Abends und am Wochenende Vorlesungen...das bekomme ich ja auch irgendwie hin.

Aber nicht jeder will das. Nicht jeder möchte so ein lineares Studium. Vorallem passt so ein Studium auch nicht zu jedem und zu jedem Studiengang. Warum aber jeden Studiengang und jedes einzelne Studium verschulen und derart gestalten und nicht beides anbieten? Derjenige, der das als Berufsausbildung sieht und als schnellen Einstieg in die Wirtschaft, der macht dann eben seinen Bachelor-Studiengang und gut ist. Derjenige, der mehr Freiräume haben möchte, selbst die Inhalte seines Studiums mitbestimmen will, der kann einen klassischen Studiengang wählen.

Und noch was zum kürzeren Abitur. Wenn ich sehe, wieviele meiner Mitschüler damals noch nicht wussten, was sie wollen und ihr Studium gewechselt haben, dann habe ich das Gefühl, dass es bei kürzerem Abitur noch eher der Fall sein wird, dass Schüler noch nciht wissen, wohin in der Zukunft und sich bei der Wahl des Studiums noch schwerer tun.

Auch war bei mir die 11te Klasse nicht so ein "Luschen-Jahr". Dein Beispiel kann man genauso als falsches Verhalten der Lehrer auffassen und nicht als zutreffende Kritik an der Laufzeit.

Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von Firebird  Firebird , am Donnerstag den 18.06.2009 um 11:58:32

Warum aber jeden Studiengang und jedes einzelne Studium verschulen und derart gestalten und nicht beides anbieten?

Läge die Umsetzung bei den FBs, käme sicher was vernünftigeres bei raus. Da ist was dran!

Wenn ich sehe, wieviele meiner Mitschüler damals noch nicht wussten, was sie wollen und ihr Studium gewechselt haben, dann habe ich das Gefühl, dass es bei kürzerem Abitur noch eher der Fall sein wird, dass Schüler noch nciht wissen, wohin in der Zukunft und sich bei der Wahl des Studiums noch schwerer tun.

Andersrum straft man mit einem zusätzlichem Jahr alle diejenigen ab, die eine feste Vorstellung haben. Dazwischen kann ja jeder, der will, ein FSJ oder eine verkürzte Ausbildung packen...

Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von BuddhaOhneHals  BuddhaOhneHals , am Donnerstag den 18.06.2009 um 12:03:38
Zitat von: Firebird

Andersrum straft man mit einem zusätzlichem Jahr alle diejenigen ab, die eine feste Vorstellung haben. Dazwischen kann ja jeder, der will, ein FSJ oder eine verkürzte Ausbildung packen...

Da hast du vollkommen recht.


herf
Beiträge: 113

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Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von herf herf, am Donnerstag den 18.06.2009 um 18:53:48
Zitat von: sten
Zitat von: Firebird

Wie seht ihr das? Seid ihr auch gegen "Turbobildung"?

Da ich derzeit noch selbst dabei bin, mein Abi zu machen, kann ich zum Thema Studium leider nichts beitragen. Ich denke aber auch, dass G8 keine zu große Zumutung für die Schule darstellt. Die Erfahrung mit G9 zeigt mir, dass man locker ein Jahr einsparen könnte, immerhin ist das Gymnasium die höchste Schulform!

Die Gymnasien wurden in den letzten Jahren sowieso überflutet mit Schülern die eigentlich für die Realschule vorgeschlagen wurden. Sollen halt diejenigen, die sich nicht in der Lage fühlen das zu Packen auf die Realschule wechseln.

Wer in der 5.Klasse schon Nachhilfe braucht (an unserer Schule keine Seltenheit) sollte es einsehen, dass das nicht der richtige Weg ist. Oft dringen Eltern ihre Kinder auch gegen deren Willen aufs Gymnasium zu gehen, da sie die beste Zukufnt für ihr Kind wollen. Erreichen tuen sie damit aber das Gegenteil.

und da wäre ich vorsichtig.

das ist doch genau das wo wir so herrlich reingezwengt werden.

dieses unglaublich leistungsorientierte denken, diese selektierung im jungen alter. da ist doch der fehler im system. natürlich werden schüler nicht dadurch motiviert in der 5. kalsse auf die hauptschule zu gehen. klar kann da theoretisch jeder wieder raus kommen, ich selbst kenne genug beispiele, aber die regel ist das nicht. und das ist kein wunder. und das liegt nicht daran, dass diese leute dumm sind oder generell keinen bock haben, das liegt daran, dass so ein leistungsdruck besteht und dass man ohnehin so in diese eine ecke, welche auch immer, hineingedrängt wird.

abitur in 12 jahren macht das ganze auf jedenfall schlimmer. mit sicherheit werden sich nun noch weniger leute z.b. von der realschule dafür entscheiden auf das gymnasium zu wechseln, obwohl diese alternative für mich naheliegend und sinnvoll ist/sein kann.

genauso falsch ist es in diesem system wie es jetzt besteht natürlich, kinder auf das gymnasium zu drängen, solche fälle gibts es ja wahrscheinlich auch sehr sehr oft.

aber man merkt doch wie sehr wie abgerichtet worden sind auf diese selektion, auf eine art klassen denken wie es der zeit nichtmehr entspricht. dieses schulsystem passt nicht in unsere zeit.

zum bachelor studium: ich bin jetzt im 2.semester. hielt das erste auch für sehr locker und alles aber nun wird das tempo doch schon sehr angezogen. es ist auf jedenfall schade, dass man nicht so viel zeit hat im jeden semester mal nebnbei was zu hören um über den tellerrand zu blicken. das mag für manche möglich sein, aber ich bezweifle, dass das die regel ist. die meißten unserer 4.semester warnen uns schon vor dem 4., dort hätte man überhaupt keine zeit mehr irgendwas nachzuholen, man solle lieber alles direkt schaffen.

all das wird auch von uni zu uni unterschiedlich sein, erst recht von studiengang zu studiengang, aber das ganze hat definitiv seine schatten seiten.

und zur rechtfertigung der streiks bzw. einfach der öffentlichen diskussion sollte ein punkt aleine schon reichen der in deutschlöand definitiv ein problem ist: nicht freie bildung.

und sowas wie "gymansium: die höchste schulform" blabla. also wenn ich das schon lese...

Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von Sebastian Bechtel Sebastian Bechtel, am Donnerstag den 18.06.2009 um 22:16:46
Zitat von: sten

Ich denke aber auch, dass G8 keine zu große Zumutung für die Schule darstellt. Die Erfahrung mit G9 zeigt mir, dass man locker ein Jahr einsparen könnte, immerhin ist das Gymnasium die höchste Schulform!

G8 läuft noch garnicht lange genug, da kannst du noch gar nicht sagen, ob es möglich war, dass Jahr zu streichen, denn die G8ler haben ihr Abi noch nicht.

Zitat von: sten

Die Gymnasien wurden in den letzten Jahren sowieso überflutet mit Schülern die eigentlich für die Realschule vorgeschlagen wurden. Sollen halt diejenigen, die sich nicht in der Lage fühlen das zu Packen auf die Realschule wechseln.

Das stimmt, aber nur weil es jetzt G8 gibt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht trotzdem dieses Leistungsfokusierte gibt, dass Eltern dazu treibt, ihre unter qualifizierten Kinder trotzdem aufs Gymnasium zu schicken. Und mal ganz im Ernst, viele wissen doch, dass man heute eigentlich Abitur braucht, um sich überhaupt auf dem Ausbildungsmarkt zu etablieren.

Zitat von: sten

Wer in der 5.Klasse schon Nachhilfe braucht (an unserer Schule keine Seltenheit) sollte es einsehen, dass das nicht der richtige Weg ist. Oft dringen Eltern ihre Kinder auch gegen deren Willen aufs Gymnasium zu gehen, da sie die beste Zukufnt für ihr Kind wollen. Erreichen tuen sie damit aber das Gegenteil.

Eben, aber das wird auch nicht durch G8 besser

Besonders in Fächern wie Mathe und Co. haben uns unsere Lehrer schon alle "vorgewahnt" (bin jetzt 10 und letzter G9 Jahrgang und wir kommen nach den Ferien jetzt mit den G8ern zusammen), dass die G8er weit aus schlechter vorbereitet sind und entweder die G8er kanll hart versagen werden, oder wir komplett ausgebremst werden.

Link zur Antwort auf "Bildungsstreik" von Firebird  Firebird , am Samstag den 20.06.2009 um 13:32:03

Und mal ganz im Ernst, viele wissen doch, dass man heute eigentlich Abitur braucht, um sich überhaupt auf dem Ausbildungsmarkt zu etablieren.

Das sehe ich auch so. Aber dann wäre es doch eigentlich sinnvoll, nicht die Schulform Gymnasium so aufzuweichen, sondern vielmehr die Realschule interessanter zu machen: Weniger Bildungshürden vor Ausbildungsberufen! (Warum muss eine Grundschullehrerin für Mathematik zwei Semester Mathe studiert haben? Dafür reicht eine pädagogische Ausbildung. Pädagogik muss man mMn ohnehin praktisch lernen, anstatt Theorie zu pauken. etc.)

...warnen uns schon vor dem 4., dort hätte man überhaupt keine zeit mehr irgendwas nachzuholen

Das ist schon richtig. Man muss sich seine Zeit schon sehr organisieren. Aber notfalls haut man halt zwei Semester drauf - das darf man auch im Bachelor. Und wer es in dem einen Jahr mehr nicht schafft, ist da vielleicht sowieso falsch. Abitur darf man ja auch nur 2x versuchen...

Besonders in Fächern wie Mathe und Co. haben uns unsere Lehrer schon alle "vorgewahnt" (bin jetzt 10 und letzter G9 Jahrgang und wir kommen nach den Ferien jetzt mit den G8ern zusammen), dass die G8er weit aus schlechter vorbereitet sind und entweder die G8er kanll hart versagen werden, oder wir komplett ausgebremst werden.

Das liegt aber an dem miserabel geplantem Übergang zwischen den Jahrgängen. Wenn die Klassen aus dem G8 genau den Stoff gelernt haben, den ihr hattet, sprich ihnen euer letztes Jahr fehlt, ist das ja klar... die neuen 5. werden da schon bessere Lehrpläne haben :-)