Crankshaft: Google Chrome wird deutlich schneller

von Marc Rochow | 0 | 0 Kommentare | 2913 Aufrufe

Anzeige Hier werben

Google hat auf seiner gestrigen Veranstaltung in San Francisco neben den Neuigkeiten um Chrome OS und dem Chrome Web Store auch über die JavaScript Performance in ihrem Browser Chrome gesprochen. Dabei soll in kürze eine Neuerung Einzug erhalten: Crankshaft (dt: Kurbelwelle).

Seit mehr als 2 Jahren ist Google Chrome mit der JavaScript-Engine V8 nun schon die Referenz in Sachen Geschwindigkeit. Die Konkurrenz ist aber kräftig am aufholen bzw. hat bereits das Niveau von Chrome erreicht. Mit Crankshaft will Google nun wieder deutlich schneller werden. Rechenintensive Anwendungen können mit Crankshaft oftmals um den Faktor 2 beschleunigt werden.

V8 Benchmark Vergleich - Chrome ohne/mit Crankshaft

Google vergleicht mit der hauseigenen V8 Benchmark Suite die einzelnen Testergebnisse mit und ohne Crankshaft. Vor allem profitieren dadurch die ersten drei Szenarien, die ausdauernde rechenintensive Tests sind, von den Verbesserungen in Crankshaft. Die allgemeine Performance konnte ebenso deutlich gesteigert werden. Dabei handelt es sich um den größten Performance-Gewinn seit der Markteinführungen von Google Chrome.

Bild zu Crankshaft: Google Chrome wird deutlich schneller

Crankshaft setzt dabei auf adaptive Kompilierung. Wenn Codeteile häufig ausgeführt werden, werden diese besonders aggressiv optimiert. Bei Benchmarks, die in sehr kurzer Zeit durchlaufen, beispielsweise Sunspider, macht sich dies kaum bemerkbar, so Google.

Im wesentlichen besteht Crankshaft dabei aus vier Komponenten: Ein Basis Compiler, mit dem sämtlicher Code übersetzt wird. Der im Vergleich zum V8-Compiler doppelt so schnell sein soll. Ein Runtime-Profiler, der die Ausführung überwacht. Hinzu kommt ein "optimierender Compiler", der den Code erneut übersetzt und weitgehende Optimierungen vornimmt. Sollten die Optimierungen zu weit gehen, greift eine Deoptimierung. Dabei kommt dann wieder der vom Basiscompiler erzeugte Code zum Einsatz.

Bild zu Crankshaft: Google Chrome wird deutlich schneller

An den Startzeiten von Web-Anwendungen, wie etwa Google Mail, wurde ebenso deutlich an der Performance gedreht. Mit Hilfe des Page-Cycler-Benchmarks habe man herausgefunden, dass die Ladezeit von Anwendungen mit sehr viel JavaScript-Code durchschnittlich um 12 Prozent verringert werden kann.

Googles neue JavaScript-Engine V8 mit Crankshaft steht ab sofort für 32-Bit-Intel-Systeme im Rahmen von Chromes Canary-Builds zur Verfügung. Derzeit arbeitet Google noch an der Portierung auf 64-Bit-Systeme und ARM-Prozessoren. In welcher finalen Ausgabe die neue Erweiterung Einzug erhalten wird, gibt Google vorerst nicht an. Es wird aber damit gerechnet das dies erst in Google Chrome 10 der Fall sein wird, da Chrome 9 nicht mehr sehr lange auf sich warten lassen wird.

Über den Autor: Marc Rochow
Webentwickler bei Team23, Djangonaut und Open-Source-Fan. Mehr Infos: www.gironimo.org
Profilseite betrachten


Kommentare: Crankshaft: Google Chrome wird deutlich schneller