Rückblick: MobileTech Conference 2016

von Albert Demeter | 0 | 1667 Aufrufe

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14.-17.3.2016
Holiday Inn City Center, München

Die MobileTechCon ist im deutschsprachigen Raum eine der führenden Konferenzen zu den Themen Mobile-Technologien und Innovation. Mehrere Experten aus allen Bereichen der mobilen Entwicklung kamen zusammen und gaben interessante Einblicke und Impulse in ihre Arbeit und Technologien. Gleichzeitig fand die IoT Conference, kurz für Internet of Things, statt.

Währen der Hauptkonferenz am 15. und 16. März fanden über 80 Fachvorträge und Keynotes statt. Zwischen den Vorträgen konnte fröhlich genetzwerkt werden. Zahlreiche Stände einzelner Firmen luden außerdem dazu ein, sich über moderne Webtechnologien zu informieren und zu unterhalten.

Vorträge und Keynotes während der Hauptkonferenz

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Nach der Eröffnungsrede des Veranstalters durch Sebastian Meyen, erzählte Pieter Hintjens in einer Keynote über das stetige Wachstum des Internet of Things. Er gab dabei den interessanten Impuls, dass Technik und Technik-Komponenten immer günstiger werden, und es immer mehr technische Gadgets gibt, die man selbst vielleicht gar nicht benötigt - und doch werden sie gekauft. In der heutigen Zeit kann man schnell und einfach kleine Projekte selbst programmieren. Meist braucht es dafür gar keine technischen Grundvorraussetzungen mehr, da man sich alles zusammen klicken kann. Dennoch sollte das Internet of Things als ein Lebenssystem betrachtet werden und auch deren Auswirkungen im Hinterkopf behalten werden.

Hendrik Lösch von der Saxonia Systems AG gab in seinem Vortrag zur Welcome App Einblicke in die Umsetzung einer App für Flüchtlinge. Was muss man also alles beachten, wie geht man vor, wenn man eine solche App entwickeln möchte? Welche Herausforderungen gilt es zu meistern. Zunächst einmal stellte Hendrik Lösch die App vor und erklärte die technischen Vorraussetzungen bei Flüchtlingen, sowie die Herausforderungen einer Firma, ein derartiges Projekt zu finanzieren und zu managen. Die Welcome App soll es Flüchtlingen, und auch anderen Nicht-Deutschen, erleichtert werden sich in dem neuen Land zurecht zu finden.

Interessante Denkanstöße in die Ideenfindung für Apps gab Lars Röwekamp (open knowledge GmbH) mit seinem Vortrag Mobile Ideation: Wie finde ich Ideen - Evaluation: Wie kann ich diese Ideen bestmöglichst für den Benutzer einbauen und Development: Wie setze ich das dann auch um.

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Auch zum Thema Ideenfindung gab er interessante Impulse: Look for annoying moments in live! Prüfe, was die Menschen aufregt und versuche diese Probleme mit einer App zu lösen. Dies ist ein interessanter Impuls zum Thema Ideenfindung. Oftmals reicht es jedoch nicht aus, aus einer Webversion eine App zu machen. Denn bei Benutzung einer App befindet man sich oft in einem anderen Kontext als beim Betrachten einer Webseite auf dem PC oder Laptop.

Die User Experience ist ebenso ein zentrales Thema, denn nur wenn ich den User an der richtigen Stelle abhole, kann ich ihn zufrieden stellen. An einem anschaulichen Beispiel zum Thema Fliegen zeigte er auf, wann der User gerne welche Information hätte. Wenn dieser zum Beispiel gerade mit dem Flugzeug gelandet ist und das Handy anschaltet, möchte er vor allem wissen, wo sein Gepäck ist. Und genau das sollte eine App erkennen und ihm das dann auch anzeigen.

Im letzten Vortrag am Dienstag von Ivo Wessel "vom User Interface über User Experience zum User Behavior" wurde der technische Aspekt mal nach hinten angestellt und alles aus einer psychologischen Sichtweise betrachtet. Ivo Wessel erläuterte auf eine interessante und witzige Art die heutige Bedeutung von Smartphones und Smart watches und regte dadurch zum Nachdenken an. Auch er betonte, dass Geräte immer mehr vom Benutzer lernen sollten. Warum nicht gezielter Push Nachrichten ausstreuen, wenn man doch die Daten dazu eh hat?

Technik-Talks

Im Vortrag "Die absoluten Grundlagen funktionaler Programmierung für absolute Anfänger" gab Peter Kröner eine Einführung in die funktionale Programmierung anhand anschaulicher und vor allem einfachr Beispiele in JavaScript. Er betonte aber auch, dass dieses Prinzip natürlich auf andere Sprachen angewendet werden könne. Funktionale Programmierung klingt im ersten Moment kompliziert. Betrachtet man das jedoch genauer bietet es sehr viele Vorteile. Module, die funktional programmiert wurden, können leichter wiederverwendet werden und wesentlich einfacher in andere Systeme eingebaut werden.

Hendrik Ebbers gab in seinem Vortrag "Mit Web Components und Polymer hybride Anwendungen erstellen" einen guten Überblick über die Verwendung von Web Components für Einsteiger. Interessanterweise gibt es bereits erste Möglichkeiten mit HTML5, beispielsweise dem template element und HTML imports HTML Seiten zu importieren. Allerdings wird dies von den meisten Browsern nicht unterstützt (meist nur Chrome). Als Lösung hierfür könnte webcomponents.js und das Polymer Framework dienen. An anschaulichen Beispielen zeigte Hendrik Ebbers, wie einfach man Methoden dieser Frameworks nutzen kann und gab dazu noch einen Ausblick in die Zukunft zu diesem Thema.

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Die maschinelle Spracherkennung ist mittlerweile mit Hilfe von Siri wohl den meisten bekannt. Bis vor kurzem war die Technologie dennoch noch nicht ganz ausgereift. Dorothea Kolossa erläuterte in ihrem Vortrag den derzeitigen Stand der Technik, sowie die Grundlagen der Spracherkennungstechnologien. Spracherkennung kann uns in vielen Dingen im Alltag eine Erleichterung bieten, zum Beispiel für Blinde, das Schreiben wird durch Diktate vereinfacht, Navigationsgeräte können ohne manuelle Texteingabe gesteuert werden und vieles mehr.

In einem weiteren Vortrag zum Thema "CSS3: Progressive Enhancement und Graceful Degradation" von Annika Brinkmann ging es um den Support und Verwendung von CSS3 Eigenschaften. Zwar ist CSS3 schon länger verfügbar, dennoch wird längst nicht jede Eigenschaft auch von jedem Browser unterstützt. Brinkmann zeigte anhand von anschaulichen Beispielen welche Eigenschaften man wo verwenden kann und wie man diese Eigenschaften trotz Nicht-Support des Browsers verwenden kann.

Formulare sind im Internet ein leidiges Thema. Man braucht sie, und dennoch sind sie oft nicht benutzerfreundlich und führen so zu einer schlechten Conversion Rate. In seinem Vortrag "Hassliebe Onlineformulare: Enhance your Form for better UX" stellte Peter Rozek genau dieses Problem dar und zeigte welche Möglichkeiten man hat den User dennoch zufrieden zu stellen. Es wurde gezeigt, was genau allgemein beim Design von solchen zu beachten ist, damit Formulare auch für den User optiomal verständlich sind.

Über den Autor: Albert Demeter
Conductive Engineer for Sophisticated Frontend and Interface Solutions – Bachelor of Arts (Interactive Media)
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