Amazon Fresh startet in Deutschland

von srieger | 0 | 777 Aufrufe

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Schon seit längerem wird über den Starttermin des Geschäftsmodells ‚Amazon Fresh‘ auf dem deutschen Lebensmittelmarkt spekuliert. Diesmal aber scheint der Einstieg wirklich kurz bevor zu stehen und versetzt die Mitbewerber in Alarmbereitschaft. Als Weltmarktführer im Onlineshopping ist Amazon zwar keine große Überraschung auf dem Markt, dafür aber eine umso gefährlichere Konkurrenz für die deutschen Supermarktketten. Doch welchen Mehrwert bietet der Internetkonzern überhaupt, um die deutschen Kunden von ihren üblichen Einkaufszielen abzuwerben?

Bild zu Amazon Fresh startet in Deutschland

Für die Supermärkte Edeka und Rewe kommt Amazon Fresh nicht überraschend. Schon seit geraumer Zeit konnten sich die Handelsunternehmen auf den Vorstoß des Großkonzerns einstellen, doch ob sie wirklich darauf vorbereitet sind ist fraglich. Der Einstieg in das deutsche Online Lebensmittelgeschäfts soll laut Medienberichten bereits Ende April bis Anfang Mai zunächst in Berlin erfolgen. Auch im Osten von München entsteht derzeit ein neues Amazon Logistikzentrum für den Einsatz von Amazon Fresh. Die Auslieferung wird nach Aussage des Handelsblatts der Lieferdienst DHL übernehmen. Konkrete Äußerungen von Amazon Fresh gibt es dazu allerdings noch keine.

Schon jetzt bietet der Onlinedienst Amazon Prime Now die Lieferung haltbarer Lebensmittel innerhalb von nur zwei Stunden. Um das Angebot nun komplett zu machen werden durch Amazon Fresh auch verderbliche Waren wie Fleisch, Gemüse und Milchprodukte direkt nach Hause geliefert. Am Abend bestellt – am Morgen vor der Haustür. Hier können viele Handelsketten noch nicht mithalten. Dem Kunden soll damit der Stress beim Einkaufen genommen und unflexible Ladenzeiten umgangen werden.

Ist der deutsche Markt besonders schwer?

Der Onlinehandel für Lebensmittel hat sich neben den USA auch schon in europäischen Staaten wie England und Frankreich durchgesetzt. Auch in Deutschland ist die Idee einer flexiblen Lieferung von frischem Essen nichts Neues. Die Handelskette Rewe bietet bereits seit Jahren die Haustür-Lieferung ihrer Waren an, um sich im hart umkämpften Lebensmittelmarkt ihre Position zu sichern. Doch ein Gegner wie Amazon verursacht auch beim REWE Chef Alain Caparros Bauchschmerzen. Amazon Fresh besitzt bereits nötige Logistik und kann anfängliche Anlaufkosten leicht verschmerzen, während REWE immer noch Verluste mit dem Onlineversand schreibt.

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Die Schwierigkeiten am deutschen Markt werden jedoch auch Amazon Fresh nicht verschonen. Denn obwohl der Lebensmittelmarkt riesig ist und auch der Online-Markt großes Potenzial verspricht, beträgt der Anteil der Onlineeinkäufe hier gerade einmal 1 Prozent. Das Geschäft mit Lebensmittel ist hochsensibel und Onlinehändler müssen viel in die korrekte Lagerung, Kühlkette und Kontrolle investieren. Außerdem sind die deutschen Bürger bekanntlich sehr skeptisch gegenüber Veränderungen und zahlen auch ungern extra für die Lieferung, wenn alle 500 Meter ein Lidl, Aldi oder REWE zu finden ist.

In den Großstädten der USA und London hat sich Amazon Fresh bereits in dem Alltag der Bürger etabliert. Um das Einkaufen noch komfortabler zu gestalten erprobt Amazon das Konzept Amazon Fresh Pickup, bei dem die Waren unterwegs bestellt und teilweise bereits nach wenigen Minuten an einer Pickup-Stelle abgeholt werden können. Natürlich bedarf diese Entwicklung weitere Jahre der Planung und Investition und wird wohl erst mit großer Verzögerung auf dem deutschen Markt auftauchen.

Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Einstieg von Amazon Fresh auf die deutsche Lebensmittel E-Commerce Branche auswirkt. Vielleicht kann dieser neue Mitbewerber auch einen echten Aufschwung in dem noch recht kleinen Markt bringen. Ganz nach dem Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“!

Bildquelle: amazon.com

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