Der Pixel als relativ absolute Einheit

von Simon Bethke | 0 | 2523 Aufrufe

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...was ist bloß aus dem guten alten Pixel geworden? Der einzigen Einheit der man noch vertrauen schenken konnte? Jeder, der weiß was es bedeutet, Pixel zu interpolieren, weiß auch wieso Pixel absolut sein müssen.

Der Pixel an sich ist ja der Name einer Leuchteinheit im Bildschirm. Diese kann sich nicht verändern und dennoch werden Pixel neuerdings als relative Einheit angesehen.

Das Dilemma

Bild zu Der Pixel als relativ absolute Einheit
Vergleich der dpi

Das Internet ist nochnicht sehr alt. Seit seiner Entwicklung galt es, dass Bildschirme eine Pixeldichte von 72dpi oder Ähnlich haben sollten.

Das hat sich leider geändert. - Seit geraumer Zeit werden TFT-Bildschirme angeboten, die diese dpi-zahl um ein weites übersteigen (zB. 120dpi). Da TFT-Bildschirme zwangsweise nur für eine Auflösung gebaut sind, werden alle anderen Auflösungen, und somit alle Anpassungen an die 72dpi, unscharf dargestellt.

So kommt es, das Benutzer eines 19 Zoll-Displays mit Auflösungen von 1600 x 1200 Pixeln arbeiten, das entspricht dann etwa 110dpi.

Ein Beispiel

Angenommen ein Webdesigner hat eine Internetseite auf reglären 72dpi entwickelt. Dabei hat er den Fehler gemacht, alle Schriften per CSS 12px groß zu machen. Auf dem 110dpi Bildschirm sind diese Schriften um den Faktor 0,65 kleiner als geplant - zu klein zum angenehmen lesen.

Ein professioneller Webdesigner hätte an dieser Stelle alle Schriften per CSS 1em groß gemacht und somit dem Benutzer die Möglichkeit geboten die Schriftgröße anzupassen.

Leider besteht selbst im aktuellen Internet ein akuter mangel an professionellen Webdesignern. Also werden auf den meisten Internetseiten alle Objekte in Pixel bemessen.

Die Browserhersteller reagieren

Auf die Problematik der zu klein dargestellten Webseiten reagieren die Browserhersteller indem sie den Benutzern die Möglichkeit bieten ihre Webseite zu vergrößern. Um dies trotz absoluter Pixel-angaben zu machen, müssen die Pixel relativ werden und jeder Webseiten-Pixel auf mehrere Bildschirm-Pixel projeziert werden.

Zwar können nun alle Nutzer die Webseiten in gewünschter, metrisch-absoluter Größe sehen aber den professionellen Entwicklern wird der Wind aus den Segeln genommen.

Diese relativen Einheiten liefern jegliche Bilder den Interpolationsalgorithmen des jeweiligen Browsers aus. Der Webdesigner ist nicht mehr in der Lage ein Bild so auf einer Webseite einzubauen, dass es unter Garantie scharf angezeigt wird.

Über den Autor: Simon Bethke
macht zur Zeit eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung. Im Rahmen dieser Ausbildung lernt er vor allem den Umgang mit JAVA und Oracle. Als Nebenjob arbeitet Simon nun seit 6 Jahren bei einer kleinen Webdesignfirma wo er maßgeblich am Layout und der validen, technischen Umsetzung der Webseiten beteiligt ist.
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