Hat Microsoft Webstandards absichtlich untergraben?

von Thomas H | 0 | 1196 Aufrufe

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Ein eigentlich schon seit 2002 bekanntes Zitat aus einer Microsoft-internen Email, dass ich in Annes Weblog fand, hat mich sehr stutzig gemacht.

Darin wird anscheinend von Bill Gates höchstpersönlich gefordert, dass von Microsoft Office exportierte HTML-Dokumente nur im Internet Explorer richtig dargestellte werden sollen. Er fordert explizit eine Abkehr von der Strategie standardkonforme Webseiten zu erstellen um dadurch andere Browser Mitbewerber zu schädigen.

Hier das Originalzitat aus dem Dokument vom 5. Dezember 1998, dass im Kartellverfahren gegen Microsoft vorgelegte wurde:

One thing we have got to change in our strategy — allowing Office documents to be rendered very well by other peoples browsers is one of the most destructive things we could do to the company.

We have to stop putting any effort into this and make sure that Office documents very well depends on PROPRIETARY IE capabilities.

Anything else is suicide for our platform.

[…]

Wurden die Änderungen durchgeführt hat Microsoft also nicht nur inkompatible Webseiten in Kauf genommen, sondern sie sogar ganz gezielt beim Export von Office-Dokumenten erstellt. Das würde heißen, dass jahrelang unglaublich mühsames Erstellen von browserübergreifend funktionalen Webseiten für Webdesigner in Kauf genommen wurde und somit gezielt eine marktbeherrschende Stellung genutzt wurde um eigene Produkte zu fördern.

Über den Autor: Thomas H
arbeitet seit längerem als Webdesigner und vor allem -entwickler. Er ist Webmaster von Webmasterpro.de und leitet den Flashcounter-Service.
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