Farbkanäle am Beispiel Photoshop

von Martin Mühlbacher | 0 | 16052 Aufrufe

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Zum besseren Verständnis bitte vorher den Artikel über Farmischung lesen. Trotzdem kurz die Einführung: Farben (auch oft Schwarz) werden meist "gemischt": Am Bildschirm additiv, Rot-Grün-Blau ergeben Weiß, weil sie selbst strahlen, beim Druck subtraktiv, vom weißen Papier wird Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz abgezogen, um Farben zu erhalten. Andere Farbmodelle, etwa Duplex oder Indizierte Farbmodi besitzen für jede Farbe ein eigenes Farbfeld, ebenso wie bei Sonderfarben (Pantone, HKS...) im Druck.

In Photoshop kann man unter Bild - Modus verschiedene Farbmodelle auswählen. Wozu das gut ist? Um etwa Bilder auf Druckfarben umzuwandeln, oder auch die Bearbeitung zu vereinfachen, dazu später mehr.

Bild zu Farbkanäle am Beispiel Photoshop
Unter Modus finden sich die Farbmodi

Wenn man die Kanäle-Palette anklickt, die sich neben der Ebenen-Palette befindet, sieht man genau diese Kanäle, außerdem kann man mit dem Farbregler oberhalb Farben in diesem Modi mischen.

Bild zu Farbkanäle am Beispiel Photoshop
Kanalpalette, oberhalb RGB-Regler zur Farbmischung

Bitmap bezeichnet ein Rastermodi. Soll heißen, dass das Bild nicht gleichmäßig großen, sondern verschieden großen Rasterpixeln besteht. Je kleiner der Pixel, umso heller erscheint diese Stelle.

Graustufen bedeutet, dass das Bild nur verschiedene Helligkeitswerte wiedergibt, keine Farbinformationen. Vereinfacht gesagt besteht jedes Bild aus mehreren Graustufen-Ebenen: Etwa RGB aus den Graustufenebenen Rot-Grün-Blau. Die Helligkeitswerte des roten Kanals geben an, wieviel Rotanteile das Bild an einer bestimmten Stelle enthält, der Grünkanal wieviel Grünanteil usw. Umso dunkler der Bereich ist, umso mehr Farbe wird aufgetragen.

Bild zu Farbkanäle am Beispiel Photoshop
Graustufen enthält nur einen Kanal - einen für Helligkeitswerte

Unter Duplex versteht man Schwarz-Weiß Druck mit mehreren Farben (Duplex - 2, Triplex - 3, Quadruplex - 4). Der Schwarzkanal wird um eine zweite Farbe ergänzt und mit dieser überdruckt. Ziel ist die Verstärkung der Helligkeitsabstufungen, es soll kein Farbbild entstehen.

Indizierte Farbe wird oft im Webbereich verwendet. Dabei werden die 16 Mio. Farben etwa auf die 256 am häufigsten im Bild vorkommenden Farben reduziert. Vorteil dabei ist eine geringe Größe, weil etwa bei einem Foto einer Wiese fast nur grüne Farbabstufungen gebraucht werden. Die Farben werden also nicht etwa aus RGB gemischt, sondern jede Farbe ist wirklich als Farbwert gespeichert.

RGB oder auch Rot-Grün-Blau-Mischung wird bei Bildschirmen, Projektoren etc. verwendet. Die Farben werden aus Helligkeitsabstufungen der drei Farben gemischt.

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CMYK (Cyan, ähnlich hellblau, Magenta, etwa rosa, Yellow, gelb) wird sowohl bei Tintenstrahldruckern, Digitaldruck als auch Offsetdruck verwendet. Wird etwa Y (Yellow, Gelb) auf ein weißes Blatt Papier aufgetragen, werden alle Farben außer Gelb "geschluckt", deshalb sehen wir gelb. WICHTIG: Fotos für den Druck immer nach CMYK wandeln, sonst können Farbverfälschungen entstehen! Manchmal bemerkt man dies auch selbst: Nach der Umwandlung sehen die Farben leicht verändert aus, weil CMYK nicht den gleichen Farbbereich wie RGB wiedergeben kann, etwa strahlendes Grün.

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Der LAB-Modus stellt wiederum einen Sondermodus dar. L bezeichnet einen Helligkeitskanal und die Farben werden aus A und B gemischt. Dieser Modus kann gut zur Entkörnung von Fotos verwendet werden, da die Farben nicht beeinflusst werden.

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Beim Mehrkanalmodus werden alle Farben, auch Schwarz, aus CMY gemischt.

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Über den Autor: Martin Mühlbacher
Martin Mühlbacher eröffnete 2007 die Werbeagentur media.dot, seit 2008 studiert er an der Kunstuniversität Linz Grafikdesign & Fotografie. Neben Fotografie zählt Editoral Design zu seinen wichtigsten Betätigungsfeldern.
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