Farbräume mit Photoshop darstellen

von Fabian Ziegler | 0 | 13927 Aufrufe

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Unterschiedliche Farbräume wie RGB oder CMYK können auch unterschiedliche viele Farben darstellen. Auch kann unterschiedliches Papier deutlich mehr oder weniger Farben darstellen. Für die Visualisierung von Farbräumen gibt es in Adobe Photoshop einen einfachen Trick um sich jeden erdenklichen Farbraum von Euroscale über CMYK bis hin zu Farbprofilen des eigenen Druckers.

Wir entwerfen uns dafür einen eigenen LAB Farbraum, der sämtliche für uns sichtbare Farben enthält, und lassen mit Hilfe von Photoshop Farben ausblenden die in dem entsprechenden Farbraum nicht darstellbar sind.

Dokument anlegen

Wir legen uns ein neues Photoshop-Dokument. Wichtig dabei ist, dass bei der Erstellung des Dokuments als Farbraum "LAB" eingestellt wird. Die Größe sollte quadratisch sein. Ich habe mich für eine Auflösung von 500*500 Pixeln entschieden. Ich empfehle Ihnen aber für das Mitarbeiten ein größeres Bild von rund 1000*1000 Pixeln.

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Anlegen des Dokuments

Verläufe anlegen

Wir erstellen uns einen neue Ebene (Shortcut: Strg + Shift + N) in der Ebenenpalette. Wir gehen nun auf die Einstellungen für unsere Vordergrundfarbe, die Sie in der Werkzeugleiste ganz unten finden. Klicken Sie die im Vordergrund liegende Farben an und Sie erhalten den Einstellungsdialog für Farbe.

Setzen Sie den Radiobutton bei den Einstellungen für "LAB". Das große Farbfeld ändert sich dadrauf. Nun stellen wir die erste Farbe ein. Dafür ziehen Sie den Cursor im großen Farbfeld in die ganz obere linke Ecke. Die Werte für "LAB" sollten jetzt bei "50 -128 127" liegen. Korrigieren Sie diese ggf. bei Ihnen händisch nach.

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Mit einem Klick auf "Ok" kommen wir wieder zurück zu Photoshop. Jetzt ändern wir noch analog die Hintergrundfarbe auf den LAB Wert von "50 127 -128". Dies entspricht der rechten, unteren Ecke.

Wählen Sie nun das Verlaufswerkzeug (Shortcut: G) aus, mit welchem wir einen Verlauf von Vordergrund nach Hintergrundfarbe erstellen. Im Verlaufswerkzeug sehen Sie jetzt eine Vorschau des Verlauf in Photoshop oben angebrachten Optionsleiste. Klicken Sie mit der Maustaste in die linke obere Ecke Ihres Bildes und ziehen Sie mit gedrückter Maus + Shift Taste eine Linie in die rechte untere Ecke Ihres Bildes, wie im nachfolgenden Bild.

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Beim loslassen der Maus erhalten Sie dann den gewünschten Farbverlauf. Damit haben wir die erste unserer zwei Ebenen erstellt. Erstellen Sie nun erneut eine neue Ebene (Shortcut: Strg + Shift + N) und wählen Sie erneut die Vodergrundfarbe. Wählen Sie erneut LAB aus und ziehen Sie die Maus in die obere, rechte Ecke. Die Werte sollten dabei "50 -128 -128" sein, ein greller Cyan Ton.

Analog stellen Sie die Hintergrundfarbe auf "50 127 127", ein sattes Rot.

Wie im ersten Schritt ziehen wir auch diesmal einen Farbverlauf. Ziehen Sie jedoch diesmal mit dem Verlaufswerkzeug von unten Links nach oben Rechts. Wir erhalten ebenfalls einen schönen Verlauf von Cyan nach Rot. Starten Sie dabei jeweils nicht ganz unten in der Ecke, sondern lassen Sie rund 1-2 cm Abstand von den Rändern, wenn Sie das Verlaufswerkzeug benutzen.

Ebenen zusammenfügen

Jetzt müssen wir unsere beiden Farbebenen noch miteinander verrechnen. Dafür müssen wir den Ebenenmodus in der Ebenenpalette auf "Überlagern" einstellen. Dadurch erhalten wir ein buntes Bild mit sämtlichen Farben des LAB Farbraums.

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Farbräume anzeigen

Nach der Vorbereitung für die Anzeige von Farbräume können wir jetzt zum eigentlichen Thema kommen. Mit Hilfe unserer LAB-Farbfläche können wir uns die verschiedenen Farbräume visualisieren. Wählen Sie aus dem Photoshopmenu den Punkt "Ansicht -> Farbumfangwarnung". Jetzt wird ein großes Teil Ihrer Farbfläche Grau.

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Dies bedeutet das die ausgegrauten Fläche mit dem aktuellen Farbraum nicht darstellbar sind. Welcher Farbraum für die derzeitige Vorschau ausgewählt ist können Sie unter "Ansicht -> Proof einrichten -> Eigene" wählen. Dort finden Sie den aktuellen eingestellten Farbraum. Indem Sie "das zu simulierende Gerät" (siehe unten) umstellen, was hier nichts anderes bedeutet als der entsprechende Farbraum, können Sie eine Vorschau auf den Farbumfang des entsprechenden Farbraums erhalten.

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Photoshop Dialog für Proofbedingungen

Die können jetzt auf bequeme Weise verschiedene Farbräume oder sogar Papiersorten untereinander vergleichen. So sagt Ihnen das Beiwort "uncoated" beispielsweise, dass es sich um ein "ungestrichenes" Papier handelt. So wird auch direkt ersichtbar das ein "coated" Papier deutlich mehr Farben aufnehmen kann.

Sehr interessant ist auch der Unterschied zwischen Adobe-RGB und sRGB, zwei weit verbreite Farbräume für das Arbeiten in Photoshop und für Digitalkameras. Hierbei wird klar das sRGB einen deutlich kleineren Farbumfang hat als der Arbeitsfarbraum Adobe-RGB.

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Adobe-RGB vs. sRGB

Sicherlich sind die hier visualisierten Farbräume keine 100% exakten Werte, jedoch geben Sie auf eine sehr schnelle Art wieder welchen Umfang unterschiedliche Farbräume besitzen, welches besonders für den Druck sehr wichtig sein kann.

Über den Autor: Fabian Ziegler
Meine Schwerpunkte liegen im Bereich Grafikdesign, SEO und Management. Seit sieben Jahren bin ich als Geschäftsführer der Team23 GbR tätig, die Webdesign in Augsburg anbietet, sowie Webmasterpro.de betreut.
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