Navigable Structures - Ein Interface-Designprinzip

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Bild zu Navigable Structures - Ein Interface-Designprinzip
Workflow Management Tool -
Design by Tanja Diezmann
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Navigable Structures - Erläuterung

Navigable Structures sind ein relatives neues Interface Design Prinzip, welches dabei hilft großen Daten- und Informationsmengen zu beherrschen. Der Begriff, sowie das das Prinzip der "Navigable Structures" wurden in den letzten Jahren von Prof. Diezmann entwickelt. Neben der Nutzung von Navigable Structures für eigene Projekte, lehrte Prof. Diezmann dieses Designprinzip ebenfalls an der HS Anhalt im Lehrgebiet Interface Design.

Mit Hilfe des Prinzips lassen sich große Datenbestände nicht nur visualisieren, sondern es ermöglicht auch durch interaktive Informationen oder Datenstrukturen zu navigieren und die Datenbestände zu bearbeiten und zu modellieren. Dies ist auch der wesentliche Unterschiedlich zum Bereich des "Visual Computing", in dem Datenbestände in den meisten Fällen lediglich visualisiert werden sollen.

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Vorteile von Navigable Structures

Die Navigable Structures bieten eine alternative Methode zur Darstellung und Bearbeitung von großen Datenbeständen. Wird die Anzahl an Daten irgendwann so groß und komplex, dass sich diese über lineare Listen oder Ordnersturkturen nicht mehr effizient darstellen lassen, kommen die Vorteile von Navigable Structures zu Tage.

Navigable Structures bieten die Möglichkeit Beziehungen zwischen unterschiedlichen Elementen darzustellen und dem Benutzer visuelle Zusammenhänge zu vermitteln. Dadurch können komplexe Datenstrukturen die untereinander in Relation stehen klar und schnell durch den Benutzer erfasst werden.

Ein weiterer Vorteil stellt die Möglichkeit dar, die Daten in mehreren Schichten zu visualisieren, indem man mehrere Layer für die Datenstrukturierung einsetzt.

Daten und Informationen die in Navigable Structures angelegt sind können durch den Benutzer zusätzlich modelliert und bearbeitet werden. Durch mehrere Sichten auf die Daten entstehen auf diesem Weg individuelle Zugänge zum Datenbestand, ähnlich einem Rechtesystem für Content-Management-Systeme.

Datengrundlage

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Architektur Browser - A. Matu und K. Stein

Heutzutage werden Informationen in den meisten Fällen hierarchisch abgelegt und visualisiert, wie man es aus Anwendungen wie dem Windows Explorer kennt. Die Navigation erfolgt dabei meistens zwei-dimensional, auch wenn viele Elemente bereits untereinander in Bezug stehen.

Dabei bringen die Datenbestände die nötigen Daten für ein ausgereiftes Interface auf Basis von Navigable Structures oft schon mit. Daher stellt sich die Frage, wieso alternative Interface Konzepte wie dieses so selten umgesetzt werden. Hierfür werden hauptsächlich zwei Gründe aufgeführt:

  • Angst aus erlernten Bedienungskonzepten auszubrechen
  • Zeitdruck für Interfacedesigner bei der Entwicklung von Interface-Konzepten

Usability

Usabilitytests haben ergeben, dass Benutzer beim Arbeiten mit Navigable Structures gegenüber herkömmlichen Interface-Prinzipien gut oder gar besser abschneiden. Dennoch setzt sich dieses alternative Bedienungskonzept nur schwer durch. Da wir jedes Jahr jedoch mehr und mehr Daten ansammeln, stehen die Chancen gut, dass sich alternative Interface-Konzepte wie dieses immer mehr durchsetzen werden.

Beispiele für Navigable Structures

Derzeit gibt es nur wenige Projekte aus dem Bereich Navigable Structures die öffentlich zugänglich sind, da viele Projekte noch in der Entwicklungs- bzw. Experimentierphase sind. Auf Nachfrage stellte uns Prof. Diezmann von der HS Anhalt jedoch einige Grafiken von Projekten zur Verfügung die wir hier vorstellen möchten.

Projekt Management Tool

Diese Navigable Structure wurde von Andreas Peterhänsel an der Hochschule Anhalt im Jahre 2006 entwickelt. Mit Hilfe der Software, einem Kursmanagement-System für den Bildungsbereich, können sämtliche Ablauf- und Planungsdaten erfasst und visualisiert werden. Grundlage dafür bildete eine Zeitleiste, an welche sämtliche Objekte angegliedert sind. So können einzelne Zeitabschnitte von Projekten detailliert untersucht werden.

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Projekt Management Tool - Andreas Peterhänsel

Neben Mitarbeitern, verschiedenen Projektphasen, einzelnen Aufgaben und Inhalten, visualisiert die Software zusätzlich die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander.

Online Community

Dieses Interface wurde bereits im Jahre 2000 von der pReview digital design GmbH entwickelt und war zeitweise vollständig lauffähig. Es ist eine Navigable Structure für den eine kollaborative Online-Community. Mit Hilfe des Interface können sämtliche Inhalte abgerufen und gegebenfalls bearbeitet werden. Vom Grundaufbau orientiert sich diese Navigable Structure ebenfalls an einer Zeitleiste, auf welche sämtliche Daten angegliedert sind.

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Online Community - Design by pReview digital design GmbH
Privater Bereich

Das Interface gliedert sich in zwei große Kernbereiche. Einen violetten, öffentlichen Bereich (rechts) und einen grünen, privaten Bereich (links), zwischen denen auf dem Monitor gewechselt werden kann. Daten die im grünen, privaten Bereich eingetragen werden, können dabei wenn gewünscht in den violetten Bereich (offizielle Dokumentation des Unglücks) eingegliedert werden.

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Online Community - Design by pReview digital design GmbH
Öffentlicher Bereich - Dokumentation

Wie die verschiedensten Daten, Aussagen und Informationen dabei visualisiert werden können zeigt das Interface am Beispiel des Untergangs der Fähre Estonia. Auf der Oberfläche werden sämtliche Daten nicht nur chronologisch dargestellt, sondern auch thematisch. Der Benutzer erhält auf diesem Weg zwei Sichten auf die Daten in ein und dem selben Interface.

Durch die Möglichkeit beliebige Ausschnitte der Zeitleiste darzustellen, lässt sich schnell visuell erfassen zu welchen Zeitpunkten viele Daten & Informationen vorhanden sind und wo wenige.


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