Nahtlose Texturen in Eigenproduktion

von Tobias Deml | 0 | 18248 Aufrufe

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Texturen-CDs kaufen ist der eine Weg. Selber malen der andere. Gute Texturen sind einer der wichtigsten Bestandteile in einem Bild, dass sie nahtlos sein müssen, versteht sich von selbst. Wie soll man nun aber an dieses Problem herangehen? Als Ausgangssituation nehmen Wir ein Foto, das ich aus der Stockphoto-Community http://www.aboutpixel.de heruntergeladen habe.

Hier zeigt sich auch schon einer der vielen Aspekte des Texturenmalens, um aus einem Rohdiamanten ein funkelndes Juwel zu machen.

Perspektivische Korrektur

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Abb.1: Transformieren

Lade das Bild in Photoshop. Es befindet sich gerade in der nicht-verzerrbaren Hintergrundebene, also wandle diese in eine gewöhnliche Ebene um. Mit Strg+A selektierst du das ganze Bild, mit Strg+T kannst du in den Transformieren-Modus kommen. Wenn du eine Ecke berührst und verziehst, skalierst du das Bild - da wir aber verzerren wollen, musst du Strg gedrückt halten und dann ziehen. Mit Shift kannst du zusätzlich waagerecht und senkrecht ziehen, mit Alt kannst du die gegenüberliegende Ecke mitziehen. Um Hilfslinien zu erzeugen, klicke einfach ins Lineal und ziehe sie heraus. Ganz wichtig ist, dass die Ziegel eine absolut waagerechte Linie bilden, in den meisten Bereichen des Bildes. Auch bei Holz und vielem anderen - achte darauf, dass sie die Randpixel schön berühren können. Das ist auch bereits beim Zuschneiden zu beachten. Auch wichtig: wie weit kann ich das Bild verzerren, ohne große Unschärfen in Kauf nehmen zu müssen?

Wie unterschiedlich dürfen Licht- und Schattenspiele sein, wo ist die Oberfläche gleichmäßig beleuchtet?

Achte bei der Auswahl des Ausschnitts auch darauf, ob sich im Bild große Verunreinigungen befinden - jene markanten Details müssen entweder entfernt oder gleichmäßig verteilt werden,
sodass die gekachelte Textur nicht als solche in Erscheinung treten kann.

Das Klonen mit dem Pinsel

Das Hauptproblem bei nicht bearbeiteten Fotos ist, dass die Ränder nicht
zusammenpassen, wenn das Foto gekachelt wird. Um das zu unterbinden, werden
wir die Bildränder so weit modifizieren, dass keine Naht mehr zu sehen ist und das
Bild nahtlos wird. Dabei hilft der Filter "Sonstige Filter -> Verschiebungseffekt"; die X- und V-Werte
hängen vom eigenen Geschmack und der Fotogröße ab. Ich habe 450 px auf beiden
Feldern gewählt. Wichtig: "Durch verschobenen Bereich ersetzen" muss aktiviert
sein.

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Abb.2: Verschieben

Beim Texturenmalen ist der Klonpinsel eigentlich das wichtigste Element - er lässt , Fehler einfach verschwinden und neue Details und Elemente aus dem Boden schießen. Seine Funktionsweise ist einfach; mit Alt+Klick kann man einen Bereich aufnehmen, wenn man an eine andere Stelle klickt, holt sich der Pinsel die geklonten Informationen und trägt sie auf der neuen Stelle auf. Das ganze darf natürlich nicht zu auffällig sein.

Ich benutze meistens einen eher breiten Pinsel mit weicher Kante.

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Abb.3: Malen
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Abb.4: Klonen

Der Trick bei Ziegeln und ähnlichem liegt nun darin, Informationen von anderen ziegeln aufzunehmen und auf die Grenzziegel, also jene, die an den eheD1aligen Bildkanten lagen (und durch den Verschiebe-Effekt nun aneinander liegen) anzuwenden. Dabei trennt man die Grenzziegel entweder, indem man eine andere Ziegellücke klont, oder man verbindet sie zu einem Ziegel.

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Abb.5: Zusammenführen

Pass dabei auf, dass, wenn du Grenzen klonst,- die anliegenden Ziegel ähnliche Farben haben wie die, auf denen du den Klon auftragen willst. (Abb4). Beim Verbinden solltest du dich für eine der beiden Ziegelfarben/Muster entscheiden, wie die links nebenstehende Grafik zeigt. (Abb. 5)

Farbliche Nachbearbeitung und Abstimmung

Licht und Schatten bilden auf diesem Bild einen Kontrast, den man bei der Kachelung erkennen würde. Also müssen wir diesen Kontrast entfernen. dabei hilft uns das Lasso Tool, ich habe eine weiche Kante von 70 eingestellt. Wähle ein paar auffällige Teile des Schattens bzw. des Fotos, die du bearbeiten willst.

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Abb.6: Helligkeit

Als erstes die Helligkeit diese Bereiche - du findest sie in Bild->Einstellen- >Helligkeit/Kontrast - drehe sie hoch,

damit der Schatten so hell wird wie der beleuchtete Teil. Möglicherweise musst du auch den Kontrast hoch- oder

herunterdrehen. Ein wichtiger Punkt ist, auffällige Ziegel "wegzuklonen". D.h. wenn eine Wand aus 1000 braunen und einem orangen Ziegel besteht, dann klone einen braunen Ziegel über den orangen drüber. . So fallen markante Details weg, die bei der Kachelung sonst auffallen würden.

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Abb.7: Farbe

Der nächste Schritt ist eine Farbtonkorrektur, die du über Bild->Einstellen->Farbbalance erreichen kannst. Da vordergründig die dunkleren Stellen interessant sind, gehe in den "Tiefen"-Bereich. Ich habe diese Einstellungen gewählt (Abb.7)

Dann noch eine Korrektur durch Gradationskurven, zu finden bei Bild -> Einstellen -> Gradationskurven. Ich habe die hellen Bereiche etwas aufgehellt und die dunklen etwas abgedunkelt. Zuletzt skaliere das Bild auf 600px mal 678px und zeichne es scharf, damit du es als schöne Textur verwenden kannst.

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Abb. 8: Gradiatonskurve

Das war's soweit. Hoffentlich hilfreich, bei Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Die finale Textur und Bumpmap:

Über den Autor: Tobias Deml
Ich beschäftige mich seit November 2003 mit Cinema 4D, ein halbes Jahr später kam Photoshop dazu. Derzeit bringe ich mir selbst Character Animation und die umgebenden Gebiete bei, sprich: Von Storyboardzeichnen über das Schreiben von Drehbüchern bis hin zu Filmgestaltung und Kameraführung.
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