Making of - Das schlechte Gewissen des Fotografen

von Benutzer gelöscht | 2 | 15210 Aufrufe

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In diesem Tutorial möchte ich euch zeigen, wie die folgende Fotomontage entstand. Doch weit vor der Montage und zwar schon beim Fotografieren, sollte man sich genau überlegen, wie das Ganze später ungefähr aussehen soll. Dafür kann man sich eine Skizze machen oder einfach nur die Phantasie spielen lassen. Wenn man alle Objekte selbst fotografiert, in diesem Falle die beiden Modelle, muss man sich im Klaren sein, dass beide Personen mit der selben Lichtsituation fotografiert werden sollten, um die Lichtstimmung beizubehalten. Man kann zwar sicher mit viel mühseliger Kleinarbeit auch in Photoshop die Schatten und Lichter neu zeichnen, aber einmal nachgedacht ist da viel einfacher.

Das Endbild

Bild zu Making of - Das schlechte Gewissen des Fotografen

Die Quelldateien

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1. Das erste Modell freistellen

Als erstes nehmen wir uns die Datei des männlichen Modells und öffnen diese in Photoshop. Mit dem Zauberstab und einer Toleranz von ca. 20 wählen wir anschließend den einfarbigen Hintergrund aus. Durch gleichzeitiges Drücken der Shift-Taste und der Mouse-Taste addieren wir verschiedene Auswahlbereiche miteinander. Alternativ kann man dazu auch in der Optionsleiste die Funktion „Der Auswahl hinzufügen“ wählen. Wichtig ist nun, dass man seine Ansicht auf 100% oder mehr zoomt um zu sehen, ob die Auswahl gut getroffen wurde. Eine Überprüfung durch kurzes wechseln in den Maskierungsmodus kann dabei behilflich sein. Fehlende oder überflüssige Pixel können wir einfach mit weißem oder schwarzer Farbe und dem Pinsel hinzufügen oder löschen, in dem wir auf der Maske malen. Sind wir mit unserer Auswahl zufrieden kehren wir diese durch die Tastenkombination Strg+Shift+i um. Denn wir wollen in unserem Falle nicht den Hintergrund auswählen, sondern das Modell. Da es nun sein kann, dass wir ein paar Randpixel mit ausgewählt haben kommen nun zwei Arbeitsschritte die wir immer durchführen sollten, wenn wir Objekte freistellen. Zuerst verkleinern wir unsere Auswahl um 1 Pixel. Dazu wählen wir Auswahl → Auswahl verändern → Verkleinern aus. Anschließend fügen wir künstlich wieder ein paar Randpixel hinzu, damit sich das Objekt besser in den Hintergrund einfügt. Dies geschieht durch Auswahl → Weiche Auswahlkante und einem Radius von 0,5 bis maximal 1 Pixel. Durch Strg+J kopieren wir unsere Auswahl auf eine neue Ebene. Weitere störende Kanten können wir mit Hilfe von einer Maske und einem Pinsel mit weicher Kante und geringer Deckkraft noch nachträglich entfernen.

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2. Das zweite Modell freistellen

Auf gleiche Weise stellen wir nun unser zweites Modell frei. Anschließend skalieren wir dies über Strg+T etwas kleiner und drehen es, so dass es nach einem echten Flug aussieht. Hierbei gibt es kein Patentrezept für Größe und Winkel, sondern nur den persönlichen Geschmack. Sollte das Lasso und das Arbeiten mit Masken nicht ganz so gut wie bei Bild 1 funktionieren, hilft es meist etwas an den Einstellungen für Toleranz, Pinselstärke oder Deckkraft zu ändern. Hier ist etwas Übung gefragt. Zu meiner Anfangszeit in Photoshop haben solche Arbeiten auch immer einige Versuche gebraucht.

3. Den Hintergrund einfügen

Anschließend ziehen wir die Datei mit der Wand in unsere bestehende Arbeitsfläche und skalieren sie auf die gleiche Größe. Diese und mehrere Fotos gibt es übrigens kostenlos auf www.cgtextures.com. Wir achten dabei darauf, dass die Wand an unterster Stelle in unserer Ebenenpallette liegt, jedoch über der Hintergrundebene. Anschließend wählen wir in den Ebenenoptionen die Funktion „Hartes Licht“ und geben der Ebene eine Deckkraft von 20%. Etwaige Schatten und Lichter des Hintergrundes bleiben somit erhalten.

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4. Schatten 1 hinzufügen

Als erstes wählen wir unsere Ebene des männlichen Models aus und duplizieren diese durch Strg+J. Anschließend sollten wir zwei übereinander liegende Modelle haben. Da in diesem Beispiel das Hauptlicht von rechts kommt, ziehen wir das zweite untere Modell nun etwas nach links. Denn naturgemäß fällt der Schatten in diese Richtung. Da das Licht auch etwas von oben kam, kann der Schatten ein kleines Stück weiter unten als unter Modell liegen. Nun wählen wir als Vordergrundfarbe ein dunkles Grau aus (ca. #303030) und klicken mit gedrückter Strg-Taste auf unsere Ebenenminiatur des unteren Modells. Diese sollte nun markiert sein. Anschließend füllen wir unser Modell mit der Vordergrundfarbe durch die Tastenkombination Alt+Rückschritt. Die Auswahl heben wir nun durch Strg+D wieder auf. Dieser Schatten sieht nun natürlich noch sehr hart und gekünstelt aus und deswegen lassen wir diesen mit dem Gaußschen Weichzeichner und einem ziemlich großen Radius etwas weicher werden. Da er allerdings noch etwas sehr dominant ist, verringern wir die Ebenentransparenz auf ca. 50% und kopieren den Schatten mit dem Hintergrund durch die Ebenenoption Multiplizieren. Damit sich der Schatten auch 100% einfügt, braucht er nun noch den letzten Schliff. Eine Einstellungsebene Farbbalance legen wir über die Schattenebene und ziehen den Regler etwas ins Grün, da ja unser Hintergrund grün ist und somit der Schatten diese Farbe annehmen muss. Wenn wir mit gedrückter Alt-Taste genau zwischen die Einstellungsebene und unsere Schattenebene klicken, wirkt sich diese Einstellung nur auf die darunter liegende Ebene aus. So etwas nennt man eine Schnittmaske.

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5. Modell 1 mehr Kontrast geben

Mit dem Abwedler, dem ausgewähltem Bereich Lichter und einer Belichtung von 10% malen wir nun auf unserer obersten Ebene des Modell 1 die hellen Bereiche etwas nach und hellen diese somit auf. Mit dem Nachbelichter, dem ausgewählten Bereich Tiefen und einer Belichtung von 10% malen wir die dunklen Bereiche des Modells etwas nach. Das gibt dem Bild etwas mehr Kontrast und sieht ein wenig surrealer aus.

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6. Schatten 2 hinzufügen

Auf gleiche Weise wie wir den Schatten des Modell 1 hinzugefügt haben, verfahren wir nun mit dem Schatten von Modell 2. Dabei dürfen wir die anschließende Farbanpassung nicht vergessen. Wichtig dabei ist, dass der Schatten diesmal nicht auf den Hintergrund fällt, sondern genau auf das Modell 1. Damit dieser nicht über die Kanten hinaus steht, können wir überflüssige Bereiche mit einer Maske unsichtbar machen. Das Arbeiten von Masken wird in vielen anderen Tutorials erklärt und würde hier den Rahmen sprengen.

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7. Die Flügel

Mit einem Flügelstempel, den man sich auf www.deviantart.com herunterladen kann, habe ich anschließend zwei Flügel eingefügt und sie etwas skaliert und verzerrt, so dass sie perspektivisch zueinander passen. Mit einem radialen Weichzeichner und der Methode kreisförmig lies ich die Flügel dann etwas unscharf werden, um etwas Bewegung zu simulieren. Die Matrix des Filters verschieben wir uns dabei so, dass der Mittelpunkt der Matrix ungefähr dort liegt wo die Flügel am Rücken des Modells ansetzen.

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8. Farbe des Gesamtbildes anpassen

Um dem Gesamtbild einen Grünstich zu verleihen habe ich eine weitere Einstellungsebene Farbton/Sättigung über alle anderen Ebenen gelegt mit den Einstellungen wie auf dem Screenshot. Diese Ebene habe ich dann mit dem Ebenenmodus Farbe und einer Transparenz von ca. 40% in das Bild kopiert. Somit bleiben darunter liegende Farben auch noch erhalten und wir legen nur grüne Farbe darüber.

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9. Abschließende Arbeiten

Eine abschließende Tonwertkorrektur liefert dem Bild noch etwas mehr Knack. Und durch das Malen eines Art Rahmens mit schwarzem Pinsel und einer Kantenschärfe von 0% dunkeln wir die Ecken und Ränder des Bildes noch etwas mehr ab und legen so den Fokus mehr auf den Bildmittelpunkt, in dem sich das Hauptmotiv befindet.

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10. Fertig

Nun freuen wir uns über unser fertiges Bild.

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