RAW-Verarbeitung & Schwarzweißkonvertierung mit Lightroom

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Bild zu RAW-Verarbeitung & Schwarzweißkonvertierung mit Lightroom

Die RAW-Verarbeitung ist in der heutigen Fotografie ein großes Thema. Es gibt zig RAW-Konverter auf dem Markt, mit denen sich die Kamera-Rohdaten auslesen und bearbeiten lassen. Ich möchte heute in diesem Tutorial auf die RAW-Verarbeitung mit Adobe Lightroom 2 eingehen. Wir werden dort unser Bild in Schärfe und Kontrast optimieren und es anschließend in Schwarzweiß umwandeln. Nach dem Exportieren verarbeiten wir es in Photoshop weiter und ändern den Hintergrund.

1. RAW-Datei öffnen

Adobe Lightroom ist in 5 Module geteilt, die wir im Programmfenster oben rechts auswählen können. Es gibt Bibliothek, Entwickeln, Diashow, Drucken und Web. Wir wählen zuerst die Bibliothek aus, die zur Verwaltung und Archivierung der Daten dient. Anschließend öffnen wir unsere RAW-Datei entweder über Datei → Fotos vom Datenträger importieren oder über das Tastenkürzel Strg+Umschalt+i oder wir ziehen unser Bild einfach per Drag & Drop in unser Programm. Je nachdem welcher Ansichtsmodus bei uns standardgemäß eingestellt ist, wird unser Bild nun im Hauptfenster angezeigt.

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2. Weißabgleich festlegen

Nun wechseln wir in das Modul „Entwickeln“ und öffnen in der rechten Einstellungsleiste den ersten Eintrag „Grundeinstellungen“. Als erstes sehen wir in der geöffneten Leiste eine kleine Pipette. Diese dient uns dazu einen Referenzpunkt für den Weißabgleich zu setzen. Da ich in meinem Beispiel einen 50% grauen Hintergrund genutzt habe, brauche ich mit der Pipette nur auf eine Stelle des Hintergrundes zu klicken und Lightroom errechnet mir automatisch den richtigen Weißabgleich. Dieser 50% graue Hintergrund hat den Vorteil, dass helle sowie dunkle Tonwerte zu gleichen Teilen enthalten sind und somit der Weißabgleich in den hellen und dunklen Bereichen zu gleichen Teilen ermittelt werden kann. Das ist das gleiche Prinzip wie bei den Graukarten, die es extra zu kaufen gibt. Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit eine der vorinstallierten Weißabgleichsmodi zu wählen, die sich hinter dem Punkt WA verbergen oder den Weißabgleich mit den Schiebereglern oder per Direkteingabe festzulegen.

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3. Schwarzweißumwandlung

Auch für die Umwandlung in ein Schwarzweißbild bietet Lightroom verschiedene Möglichkeiten. Zum Einen könnten wir den Schieberegler Sättigung einfach auf den Wert -100 ziehen, allerdings schränkt uns das in der Gestaltung enorm ein. Wir klicken daher in der oberen Zeile unserer Einstellungsleiste bei dem Parameter Behandlung auf Graustufen.

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4. Belichtungskorrekturen

Mit den Reglern Belichtung, Wiederherstellung, Aufhelllicht, Schwarz, Helligkeit und Kontrast können wir unsere Belichtung am Bild nachträglich korrigieren. Es gibt dabei keine festen Werte, die für jedes Motiv gelten. Ich stelle mir bei jedem meiner Aufnahmen die Werte wieder neu ein. Dabei gehe ich nicht nach irgendwelchen Regeln, sondern immer nur nach meinem persönlichen Empfinden. Der Regler Wiederherstellung ist allerdings besonders erwähnenswert, wie ich finde. Haben wir sehr helle Bereiche im Bild, wie zum Beispiel leicht überstrahlte Fenster oder Glanzstellen auf der Haut, können wir mit diesem Regler wieder Zeichnung in diese Stellen zurückbringen, da unsere RAW-Datei ja mehr Bildinformationen gespeichert hat, als die Bildausgabe uns anzeigt. Das Histogramm an oberster Stelle gibt uns Informationen über die Tonwerte unseres Bildes. In unserem Beispiel hier sehen wir, dass die dunklen Tonwerte etwas beschnitten sind. In dem wir den Regler Schwarz auf den Wert 0 ziehen, stellen wir die Tonwerte wieder her, da das Bild in den dunklen Bereichen aufgehellt, bzw. der Schwarzanteil minimiert wird.

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5. Kanalanpassung

Im dritten Punkt HSL/Farbe/Graustufen der Einstellungsleiste sind die ersten beiden Einträge auf Grund unserer Graustufenkonvertierung deaktiviert. Doch uns geht es auch nur um den dritten Eintrag Graustufen. In diesem können wir nun die Helligkeit bzw. Tonwerte jedes einzelnen Farbkanals wählen. Auch hier gibt es keine allgemeingültigen Werte oder Regeln, sondern auch hier entscheidet nur das eigene persönliche Empfinden. Die von mir hier eingestellten Werte sind daher nur mein subjektives Empfinden und können von jedem beliebig verändert werden. Rot und Orange sind vor allem bei diesem Bild in der Haut enthalten. Mit der Absenkung dieser Kanäle habe ich also die Haut etwas mehr abgedunkelt. Der Gelbkanal machte sich nur minimal in den hellen Bereichen der Jacke bemerkbar. Grünanteil gab es in diesem Bild nicht, daher wurde der Regler so belassen. Die Kanäle Aquamarin und Blau habe ich fast komplett runtergedreht, um die hellblaue Jeans, die nach der Konvertierung fast der hellste Punkt im Bild war, stark abzudunkeln. Somit bekommt das Gesicht eine viel gewichtigere Bedeutung.

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6. Gradationen

In der Einstellungsleiste Gradationen können wir, ähnlich wie aus Photoshop bekannt, die Kontraste im Bild etwas heben oder senken. Da ich sehr kontrastreiche Bilder mag, bei denen dunkle und helle Tonwerte auch gern mal beschnitten werden dürfen, habe ich hier den Kontrast im Bild etwas angehoben. Wir können dies entweder durch das Verschieben der Gradationskurve tun, wie wir es aus Photoshop gewöhnt sind, oder mit den Schiebereglern arbeiten. Auch hier entscheidet das persönliche Empfinden über die Einstellungen. Wer die harten Kontraste eher meiden möchte, der wählt hierfür seine persönlichen Einstellungen.

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7. Nachschärfen

Im fünften Punkt Details der Einstellungsleiste verbergen sich interessante Einstellmöglichkeiten für nachträgliches Schärfen und die Rauschentferung. Wir können hier unser Bild nachträglich noch etwas nachschärfen. Dabei sollten wir aber darauf achten, dass wir es nicht zu sehr übertreiben, da sich sonst unschöne Muster oder Artefakte auf dem Foto bilden.

Betrag Korrigiert die Kantenkonturen.

Radius passt die Größe der Details an, die geschärft werden.

Details passt an, wie viele hochfrequente Informationen im Bild geschärft werden und in welchem Maß die Schärfung die Kanten betont. Niedrigere Einstellungen schärfen vor allem die Kanten und glätten damit ausgefranste Ränder. Höhere Werte sind geeignet, um Texturen im Bild hervorzuheben.

Maskieren steuert den Einsatz einer Kantenmaske. Bei einem Wert von Null (0) werden alle Bereiche im Bild gleich stark geschärft. Bei einem Wert von 100 werden hauptsächlich Bereiche in der Nähe der stärksten Kanten geschärft.

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8. Exportieren

Mit der RAW-Verarbeitung dieses Bildes sind wir nun fertig. Wir werden unser Foto daher über den den Menüpunkt Datei → Exportieren als TIFF speichern. TIFF deswegen, weil es das unkomprimierte Format ist und keine Informationen verloren gehen. Ich habe mich in diesem Beispiel für ein unkomprimiertes 8-Bit TIFF im Farbraum sRGB entschieden.

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9. Hintergrund in Photoshop einfügen

Ich arbeite hier mit Adobe Photoshop CS2. Die Funktionsweise in anderen Versionen ist fast identisch, es kann allerdings sein, dass einige von mir hier genannte Punkte einen anderen Namen tragen.

In Photoshop öffnen wir nun unsere TIFF-Datei und die Datei unseres gewünschten Hintergrundes. Den Hintergrund ziehen wir einfach in das Fenster unseres Modells und richten diesen deckungsgleich aus. Anschließen kopieren wir unsere oben liegende Hintergrundebene mit dem Ebenenmodus Weiches Licht in die Hintergrundebene. Mit gedrückter Alt-Taste klicken wir in der Ebenenpalette auf das Maskensymbol und fügen somit eine Maske hinzu, die ausgeblendet ist. Anschließend malen wir mit weißer Farbe auf unserer Maske den Hintergrund an den entsprechenden Stellen wieder ins das Bild hinein. Da in meinem Falle der Hintergrund noch Farbinformationen enthielt, lege ich darüber noch eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung und entsättige die Farben damit komplett.

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10. Nachbelichten & Abwedeln

Um die Kontraste im Bild manuell noch etwas anzuheben werde ich nun jeweils die dunklen und hellen Bereiche des Bildes partiell verstärken. Dazu nutze ich die Werkzeuge Abweder und Nachbelichter. Zuvor lege ich über die Hintergrundebene eine leere Ebene an und fülle diese über den Menüpunkt Bearbeiten → Fläche füllen mit einem 50% Grau. Anschließend kopiere ich diese mit dem Ebenenmodus ineinanderkopieren in unsere Hintergrundebene. Wenn ich nun Bereiche mit dem Abwedler oder Nachbelichter aufhelle oder abdunkle und dabei auf der grauen Ebene arbeite, bleiben meine Bildinformationen dabei enthalten und ich kann die Schritte jederzeit rückgängig machen, in dem ich mit grauer Farbe meine bearbeiteten Stellen wieder übermale. Auch hier ist das subjektive Empfinden wieder das Maß der Dinge. Ich widme mich mit den beiden Werkzeugen gezielt den Augen, den Falten der Lederjacke, der Kamera, dem Schmuck und hier und da der Haut. Dabei kann ich bei beiden Werkzeugen gezielt einstellen, ob ich Lichter, Mitteltöne oder dunkle Bereiche abwedeln oder nachbelichten möchte.

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11. Einfärben

Ich persönlich finde es immer angenehm, wenn ein Foto wie dieses nicht komplett grau ist, sondern einen ganz leichten Farbstich hat. Wir legen dazu über alle unsere Ebenen eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung und setzen das Häkchen bei Färben. Als Farbton wählen wir den Wert 45 um dem Bild eine leicht gelblich/goldene Färbung zu verleihen und bei Sättigung den Wert 10. Anschließend kopieren wir diese Einstellungsebene mit dem Modus Farbe in unsere darunter liegenden Ebenen.

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12. Vignettierung hinzufügen

Das was wir beim Fotografieren eigentlich grundsätzlich immer vermeiden wollen, füge ich meinen Aufnahmen gern nachträglich noch hinzu – eine Vignettierung. Ich lege mir dazu an oberster Stelle in meiner Ebenenpalette eine leere Ebene an, wähle den Ebenenmodus Multiplizieren und male mit einer sehr großen und weichen Pinselspitze mit einem dunklen grau und einer Deckkraft von ca. 20% eine Vignettierung in mein Bild hinein. Sicher könnte man die Vignettierung auch anders hinzufügen, aber das malen hat den Vorteil, so finde ich, dass diese etwas ungleichmäßig wird und damit etwas mehr Individualität besitzt.

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13. Fertig

Nun sind wir mit unserem Bild fertig und vergessen auf keinen Fall es abzuspeichern.

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