Rasterwinkel im CMYK Druck

von Fabian Ziegler | 0 | 29257 Aufrufe

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Raster im Druck

Beim Drucken von Dokumenten werden die einzelnen Farben in Form von kleinen Punkten auf dem Papier angebracht. So entsteht ein feines Raster, welches aus etwas Entfernung, als einheitliche, harmonische Fläche wirkt. Besonders gut, lässt sich bei einfarbigen Dokumenten erkennen. Die Grafik unterhalb zeigt das Raster eines einfarbigen Drucks in mehreren Zoomstufen.

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Rasterwinkel für zwei Farben

Der Rasterwinkel beschreibt die Neigung des Rasters zum Dokument. Bei Druck mit nur einer Farbe ist der Rasterwinkel noch relativ belanglos. Druckt man jedoch mit mehreren Farben hängt das Druckergebnis entscheidend davon ab. Drucken wir ein Dokument mit zwei Farben ist der Rasterwinkel bereits entscheidend.

Die Grafik unterhalb zeigt in den ersten beiden Quadraten zwei Raster mit unterschiedlichem Winkel und unterschiedlicher Farbe. Wir möchten diese beiden Farben nun zusammenbringen. Das Ergebnis findet sich auf der rechten Seite. Anstatt einer harmonischen Mischung der beiden Farben kommt es zur Bildung eines sogenannten Moiré-Effekts. Dieser entsteht, wenn zwei Raster mit zu ähnlichem Winkel aufeinander treffen.

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Wenn wir Raster also mit falschen Winkeln übereinanderliegen entstehen unschöne Moiré-Effekte. Um das zu Vermeiden wählen wir für unser Magentaraster jetzt einen Winkel von 30°. Werden die beiden Raster jetzt übereinander gedruckt erhält man ein deutlich besseres Ergebnis. Das entstehende Farbfeld ist einheitlich und regelmäßig. Besonders gut lässt sich dies auch durch Zusammenkneifen der Augen überprüfen, so dass ein verschwommenes Bild erscheint.

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Rasterwinkel für drei Farben

Möchte man nun eine dritte Farben mitdrucken, so entsteht dieses Problem erneut. Daher muss die dritte Farben um weitere 30 Grad gedreht werden, damit keine Moire-Effekte entstehen. Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus.

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Es entsteht eine harmonisches, regelmäßiges Farbfelder, das aus den drei Raster der Farben Magenta, Black und Cyan gemischt wurde. Im ersten Quadrat ist das Magentaraster in einem Winkel von 30° eingerichtet, im zweiten Quadrat ist Schwarz bei einem Winkel von 0° ausgerichtet und im dritten Feld Cyan in einem Winkel von 60°

Dies geht soweit gut, möchte man mit drei Farben drucken. Kommt jedoch eine vierte Farbe hinzu, wie im CMYK Druck üblich ist dies nicht mehr möglich

Rasterwinkel für vier Farben

Wie wir inzwischen wissen müssen unterschiedliche Farben in einem Winkel von 30° Unterschied zueinander ausgerichtet werden. Beim Vierfarbdruck, wie dem CMYK Druck, kommt es dabei jedoch zu Problem, weil eine Aufteilung nicht mehr möglich ist. Derzeit haben wir folgende Situation:

  • Black - 0°
  • Magenta - 30°
  • Cyan - 60°
  • Neu: Yellow

Wenn wir das Raster für Gelb nun auf 90 Grad drehen würde es eine komplette Überdeckung mit dem schwarzen Raster geben, weil ein Rasterwinkel von 0° und 90° logischerweise das gleiche Ergebnis liefern, wie Grafik unterhalb zeigt.

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0° Raster und 90° Raster

Wir haben also ein Platzproblem die vierte Farbe unterzubringen, weil eigentlich kein Platz mehr ist. Um die vierte Farbe dennoch unterzubringen haben Drucker eine Technik auf Basis des menschlichen Sehverhaltens entwickelt, damit alle Farben druckbar sind. Dabei wird der Moiré-Effekt so gering gehalten, dass dieser für uns als Menschen nicht mehr erkennbar ist.

Moiré-Muster treten am stärksten bei Farben auf die besonders Dunkel sind. Im CMYK Druck ist dies die Farbe Schwarz. Die Winkelabstände zum schwarzen Raster müssen also in beide Richtungen bei 30° bleiben. Die rote Schutzzone in der unteren Grafik verdeutlicht dies.

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Damit können die Farben Cyan, Magenta und Yellow sich nur noch auf den übrigen 30° verteilen, weil 60° bereits durch das schwarze Raster belegt sind. Für die Anordnung der drei übrigen Farben muss man sich einfach nochmals ins Gedächtnis rufen, dass besonders intensive und dunkle Farben von Moiré-Effekten betroffen sind, weil hier die Winkel zu den benachbarten Farben zu kleine sind. Unser "unauffälligste" Farbe der Dreien ist dabei Gelb.

Gelb wird also die Farbe sein, dessen Winkel zu seinen Nachbar am kleinsten sein wird. Damit zwengen wir das gelbe Raster zwischen die Raster von Magenta und Cyan mit nur einem Winkelabstand von jeweils 15°.

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Fügt man alle vier Farbraster nun zusammen, so ergibt sich das folgende Rasterbild, welches ebenfalls das das Standard Raster für den Vierfarb-Druck ist.

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Gegensteuern durch Ausrichtung

Um das Ergebnis nochmals zu optimieren, bedient man sich an einer weiteren Eigenschaft des menschlichen Sehverhaltens. Unser Auge nimmt Objekte mit rechtwinkliger Ausrichtung besonders stark wahr. Im Gegensatz werden Objekte die gedreht sind weniger stark wahrgenommen.

Um dem durch Magenta und Cyan sehr bedrängtem Gelb also einen kleinen Vorteil zu verschaffen, wird dieser Raster auf der Vertikale, bzw. Horizontale ausgerichtet. Dadurch kommt es stärker zur Geltung. Das sehr dominante Schwarze wird auf einen Winkel von 45° gedreht, dem Winkel der für menschliche Auge am wenigsten sichtbar ist.

Über den Autor: Fabian Ziegler
Meine Schwerpunkte liegen im Bereich Grafikdesign, SEO und Management. Seit sieben Jahren bin ich als Geschäftsführer der Team23 GbR tätig, die Webdesign in Augsburg anbietet, sowie Webmasterpro.de betreut.
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