Sonderfarben

von Martin Mühlbacher | 0 | 10204 Aufrufe

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Gerade die Farben eines Logos werden in den meisten Fällen als Sonderfarben wiedergegeben. Aber auch nur schwer oder nicht im Farbraum des Vierfarbdrucks druckbare Farben werden durch Sonderfarben ersetzt. Ich werde in diesem Artikel die wichtigsten drei behandeln, zu denen Pantone, HKS und RAL zählen. Zur eindeutigen Identifizierung von Sonderfarben gibt es sogenannte Farbfächer. In diesen wird jeder Farbe eine Nummer zugewiesen, so sagt der Grafiker etwa 277C zur Druckerei, und diese weiß welche Farbe zu bestellen ist.

Pantone

Das Unternehmen Pantone fertigte ursprünglich Farbkarten für die Kosmetikbranche an. Lawrence Herbert, der seit 1956 Angestellter des Unternehmens war, kaufte 1962 die Firma und begann mit der Entwicklung eines eigenen Systems zur Farbauswahl und -kommunikation, das er 1963 als Pantone Matching System auf den Markt brachte. - Wikipedia

Pantone ist wohl der bekannteste Hersteller für Sonderfarben im Druck. Neben Druckfarben fertigt Pantone auch Farben für Architektur und Innenausstattung. Pantone ist aber auch einer der teuersten Hersteller, und so geraten viele Druckereien in Versuchung, diese Farbe aus den deutlich billigeren HKS-Farben zu mischen.

Die Standardpalette von Pantone umfasst 1.114 Farbtöne. Jede dieser Farben gibt es für gestrichenes (coated), ungestrichenes (uncoated) und mattes (matte) Papier. Wozu das? Zum einen wirken die Farben auf verschiedenen Papieren leicht anders (gestrichenes Papier glänzt, ungestrichenes nicht usw.), zum anderen unterscheidet sich die Herstellung. Dementsprechend gibt es auch die Farbfächer Pantone solid coated, solid uncoated und solid matte.

Außerdem gibt es noch weitere Sonderfarben bzw. auch Farbfächer, z.B. Pastelltöne oder Metallfarben. Bezeichnet werden die Farben in folgenden Schema: 3 bzw. 4 stellige Zahl (höhere Wellenlänge des Lichts = höhere Zahl) + Bezeichnung Papierart (C - coated, U - uncoated, M - matte), z.B. 2597M.

HKS

HKS ist die Abkürzung für Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co. HKS-Farben werden, im Gegensatz zu Pantone-Farben, welche weltweit vertrieben werden, vor allem im deutschsprachigen Raum verwendet.

Auch hier gibt es 4 Unterteilungen mit jeweils 120 Volltonfarben (bei den Farbfächen werden meist auch Farbabstufungen gezeigt - 100%, 90%..., so sind rund 1000 Töne möglich): K - Kunstdruckpapier (gestrichenes, coated), N - Naturpapier (ungestrichenes, uncoated), Z - Zeitungspapier und E - Endlospapier. Die Benennung erfolgt nach dem gleichen Schema wie bei Pantone.

RAL

RAL ist die Bezeichnung für den Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen, welcher 1927 eine einheitliche Farbnormung von 40 Farben entwickelte, um die Kommunikation zwischen Druckerein & Kunden zu vereinfachen (so mussten keine Farbplättchen mehr ausgetauscht werden).

RAL-Farben sind vor allem bei Fahrzeugbeschriftungen und im Industriebereich (Metall...) geläufig. Am bekanntesten ist sicherlich die RAL-Classic Serie mit den 210 Farben (Benennung mit vierstelligen Nummern), 1993 wurde die Farbtabelle RAL-Design mit 1688 Farben vorgestellt, die systematisch nach Ton, Helligkeit und Sättigung geordnet sind. 2007 wurde RAL-Effect für den industriellen Gebrauch (für wasserbasierte Lacksysteme) vorgestellt, welches 420 Uni- und 70 Metallfarben enthält.

Über den Autor: Martin Mühlbacher
Martin Mühlbacher eröffnete 2007 die Werbeagentur media.dot, seit 2008 studiert er an der Kunstuniversität Linz Grafikdesign & Fotografie. Neben Fotografie zählt Editoral Design zu seinen wichtigsten Betätigungsfeldern.
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