Ausblick auf Gimp 2.10

von Marc Rochow | 0 | 3648 Aufrufe

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Ein Beitrag auf Gimpusers.com beleuchtet erste Details zur kommenden Gimp Version. So soll Gimp 2.10 die Modernisierung der freien Bildbearbeitung vorantreiben, in dem weitere grundlegende Änderungen eingeführt werden sollen.

Waren die Entwickler mit Gimp 2.8 noch hauptsächlich damit beschäftigt den Ein-Fenster-Modus umzusetzen, soll in der kommenden Version die Arbeit mit höheren Farbtiefen ermöglicht werden. Dazu gibt es bereits eine Entwicklerversion, die die ersten Änderungen enthält.

Berechnungsbibliothek GEGL

Die neueste Gimp Version wird nun komplett auf der Berechnungsbibliothek GEGL basieren, die unter anderem Unterstützung für 16-Bit-Farbtiefen zur Verfügung stellt. Die Bibliothek wird auch von allen neuen Funktionen genutzt werden, die Bilder unter anderem besser skalieren soll. Fotos lassen sich dank GEGL fast verlustfrei zwischen verschiedenen Farbräumen konvertieren. Durch den Umstieg auf GEGL müssen auch sämtliche Filter neu geschrieben werden. Er bringt jedoch den Vorteil mit, dass Veränderungen zumindest teilweise durch Filter in Echtzeit im gesamten Bild angezeigt werden können.

In Version 2.10 soll die Bearbeitung von Bildern mit einer Farbtiefe von bis zu 32 Bits pro Farbkanal möglich sein. Die Farbtiefe lässt sich dann mit Festkommazahl oder Gleitkommazahl definieren. Während die Farbtiefe die Anzahl der möglichen Farbkombinationen der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau erhöht, lassen sich mit der Gleitkommazahl die Abstände zwischen den einzelnen Farbstufen variieren.

Im Rahmen des Google Summer of Code 2012 wurde das neue Werkzeug "Unified Transformation" entwickelt, welches alle bereits verfügbaren Transformationswerkzeuge vereint. Mit dem Werkzeug soll es auch möglich sein eine Ebene nicht nur zu skalieren, sondern auch gleichzeitig zu rotieren und perspektivisch bearbeiten zu lassen.

Außerdem soll sich in der kommenden Gimp Version einiges an der Skalierung verbessern. "LoHalo" und "NoHalo" sind Skalierungsmethoden die GEGL verwenden werden und vor allem Unschärfen oder scharfe Kanten verhindern, die bei Texten oder diagonalen Linien auftauchen. "NoHalo" ist für Bilder gedacht, die rotiert oder geringfügig skaliert werden, während "LoHalo" eher für Bilder optimiert ist, die um weniger als die Hälfte ihrer Größe skaliert werden.

Skalierungsmethoden Gimp 2.10

verbesserte Geschwindigkeit

Bislang verwendet Gimp immer nur einen Prozessorkern für die Berechnung der Veränderungen durch einen angewendeten Filter. In Gimp 2.10 wird sich das ändern. Dort werden nicht nur Mehr-Kern-Prozessoren unterstützt, sondern auch die GPU der Grafikkarte wird zur Unterstützung hinzugeholt. Dazu mussten die Entwickler OpenCL integrieren, das auf GEGL zugreifen kann.

OpenCL in Gimp 2.10

Bislang gibt es keinen konkreten Erscheinungstermin für Gimp 2.10, jedoch kann der aktuelle Stand in der Entwicklerversion 2.9 getestet werden. Der Blogeintrag erwähnt einen groben Veröffentlichungsplan mit einem Release Ende 2013 der finalen Version.

Über den Autor: Marc Rochow
Webentwickler bei Team23, Djangonaut und Open-Source-Fan. Mehr Infos: www.gironimo.org
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