Nonverbale Kommunikation

von Shivani Allgaier | 0 | 7297 Aufrufe

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Was bestimmt in der persönlichen Kommunikation den Eindruck, den wir auf andere machen?

Körper: 55 % Stimme 38 % Inhalt 7 %

Das hätten Sie nicht gedacht, nicht wahr?

Was natürlich am wichtigsten ist: dass die Körpersprache mit dem korrespondiert, was ich sage. Meine Kommunikation soll kongruent sein. Körpersprache soll deckungsgleich sein mit dem Inhalt. So wie in der Geometrie zwei Dreiecke dann kongruent sind, wenn sie übereinander passen. Warum das denn? Wenn ich inkongruent kommuniziere nimmt der andere meine Körpersprache als dominant wahr - das ist was wirklich beim anderen ankommt! Ich kann mich also inhaltlich noch so sehr anstrengen, wenn mein Körper etwas anderes ausdrückt, war alle Anstrengung für die Katz.

Was heißt das jetzt konkret? Die Schlussfolgerung ist: Wenn Sie wollen, dass Ihre Botschaften ankommen, dann kommunizieren Sie kongruent. Das geht nur, wenn Sie authentisch sind. Wenn Sie versuchen, etwas zu verstecken - der Körper kommuniziert es automatisch. Er kann gar nicht anders. Und bei den anderen kommt diese Botschaft an, ganz automatisch - und nicht der Inhalt.

Das hat etwas mit unserer Gehirn-Architektur zu tun. Die eigene Körperwahrnehmung und die Wahrnehmung von anderen wird im Mittelhirn verarbeitet. Das ist eine Struktur, die entwicklungsgeschichtlich älter ist als unser Großhirn. Im Großhirn ist die bewusste Handlungssteuerung repräsentiert. Im Mittelhirn werden automatische Abläufe verarbeitet, die ganz eng mit unseren Emotionen gekoppelt sind. Das ist sinnvoll, weil dadurch unser Überleben gesichert sein soll. Im Notfall ist es wichtiger zu Kämpfen oder zu Flüchten als zu argumentieren. Wird dabei automatisch Wut oder Angst getriggert ist es mit der Offenheit beim anderen sowieso vorbei - er ist nicht mehr aufnahmefähig, weil sein ganzes System auf Flucht bzw. Kampf umstellt. So kann ich bei einem Referenten ziemlich schnell Unwohlsein generieren, indem ich sichtliche Zeichen sende, dass ich gar kein Interesse an dem Vortrag habe. Der Körper reagiert darauf - automatisch. Und ich bin verantwortlich, dass der Vortrag immer schlechter wird. Dann lieber etwas sagen oder gehen. Das ist authentisch.

Und was heißt das jetzt für die Kommunikation im www? Den Körper sieht der andere nur in Auszügen (womöglich im Profilbild oder bei einem Videoanruf), die Wahrnehmung der Körpersprache fällt also zum großen Teil weg. Die Intonation der Stimme hört keiner. Der andere kann also die Informationen, die er sonst über Körper oder Stimme von mir erhält nur an der Information ablesen, wie ich mich im www bewege und verhalte. Die reine Information ist hier wichtiger. Gleichzeitig nimmt der andere natürlich wahr, wie gut ich diese Informationen darstellen und strukturieren kann und welche Werte ich lebe. Bin ich freundlich? Teile ich großzügig? Bin ich frech? Freudig? Beschimpfe ich andere? Oder agiere ich lösungsorientiert?

Über den Autor: Shivani Allgaier
Ich bin selbständig mit einer Privatpraxis für Klinische Hypnose und biete Kurzzeittherapie an. Um meine Arbeit transparenter zu machen, schreibe ich Artikel in meinem Blog zu den Themen Psychologie, Psychosomatik und Gesundheit. Gerne schreibe ich einen Gastartikel in Ihrem Blog - schreiben Sie mich an!
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