Verkehrte Welt: Jetzt verklagt Psystar Apple

von meggs | 0 | 3540 Aufrufe

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Der Open Computer - auch in einer Pro Version verfügbar

Der Rechtsstreit zwischen dem Hard- und Software-Konzern Apple und dem Computerhersteller Psystar hält weiter an. Mit Spannung werden die ersten Ergebnisse erwartet. Doch jetzt verklagt Psystar auch Apple. Somit steht jetzt Klage gegen Gegenklage.

Am 3. Juli 2008 wurde von Apple die Klage gegen Psystar eingereicht aufgrund des Verstoßes gegen die Mac OS X EULA, das Apple-Betriebssystem OS X dürfe nur auf Computern aus dem eigenen Hause laufen. Bis dato kursierten andere Computer mit Mac OS X nur in der Hackerszene. Psystar stellt nun den sogenannten Open Computer her, einen viel günstigeren Mac-Computer, auf dem mithilfe von OpenSource-Projekten Mac OS X läuft.

Der Open Computer kann jedoch anscheinend nicht alle OS-X-Features umsetzen und erhält zudem keinen Apple-Support und der Support von Psystar ist kaum gegeben, da nicht überall verfügbar.

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Steve Jobs, CEO von Apple, Inc. und einstiger Begründer von Macintosh und Mac OS X - Was er da wohl dazu sagt?

Die von Psystar nun erhobene Gegenklage bezieht sich auf zwei Bundesgesetze, dem "Clayton Antitrust Act" und dem "Sherman Antitrust Act". Die Bindung von Hard- und Software verteidigt laut Psystar das Monopol von Apple. Psystar will auf diesem Weg die Lizenzbestimmung für OS X für ungültig erklären.

Der Ausgang dieses brisanten Falles hängt nun von der Entscheidung der Richter ab, ob ein Hardware-Monopol von Apple erkennbar ist und ob dieses rechtlich begründet werden kann. Das hängt davon ab ob der Mac juristisch gesehen ein "ökonomisches Gut" für sich oder allgemein als Computer zu sehen ist. Letzteres würde für Apple einen glimpflichen Ausgang bedeutet. Gewinnt jedoch Psystar den Fall, würde das einer Revolution auf dem Mac-Markt gleichkommen.

Über Nacht würden Macs dann auf gleiche Weise vertrieben werden können wie PCs, auf die der Konkurrenzkonzern Microsoft mit dem eigenen Betriebssystem Windows gebaut hatte, die jedoch frei herstellbar und verkaufbar sind und auch keine Einschränkungen in der Integration verschiedener Betriebssysteme besitzen.

Ob sich allerdings ein weitaus mächtigerer und weltweit agierender Konzern wie Apple, der jahrelang auf seine Lizenzbestimmung gebaut hatte, von einem kleinen Computerhersteller einschüchtern lässt, bleib abzuwarten. Psystar bedient sich den selben Rechtsanwälten, die schon einmal aber in einem viel nichtigeren Prozess gegen Apple gewonnen hatten.

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