Apples Bildungspläne und Empörung über iBooks Author

von Christoph Herberholz | 0 | 1249 Aufrufe

Anzeige Hier werben

Dass Apple nun auch den Bildungs - und Schulbereich für sich entdeckt hat, dürfte sich die letzten Tage bereits herumgesprochen haben. Nun zeigen sich aber Autoren und Entwickler über die Lizenzbedingungen des zu diesem Zweck eingeführten iBooks Author empört.

Bild zu Apples Bildungspläne und Empörung über iBooks Author

Auf einer Pressekonferenz in New York erläuterte der Elektronikriese seine Pläne den Bildungsbereich zu revolutionieren und auf eine neue digitale Stufe zu heben. So möchte der Elektronikriese für Schulen, Schüler und Lehrer Lehrbücher in digitaler und interaktiver Form auf das iPad bringen.

Passieren soll das ganze mit iBooks in der neuen Version 2, einer App, die in Apples Appstore kostenlos heruntergeladen werden kann und mit zahlreichen Funktionen, wie 2D und 3D Animationen, Diagrammen, Video und Tonelementen etc. interaktive Lehrbücher ermöglichen soll.

Die Ernüchterung folgte, wie Spiegel Online jetzt berichtet, allerdings für viele Entwickler und Autoren auf dem Fuße. In den Lizenzbedingungen des Erstellungsprogramms iBooks Author, mit dem E-Book-Autoren und Verlage ihre digitalen Werke kreieren sollen, behält sich Apple das alleinige Vertriebsrecht vor!

Das bedeutet, mit iBooks Author erstellte eBooks dürfen nur über Apple vertrieben und demnach in keinem anderen Shop verkauft werden.

Nun gut, könnte man sagen, solang man Apples kostenloses Autorenprogramm hierfür benutzt, ist das eben der "Preis" dafür.

Was bei vielen Autoren allerdings für Verstimmung sorgt, ist die Tatsache, dass diese nicht gerade unerhebliche Klausel in den seitenlangen Nutzungsbedingungen versteckt ist. Keine Zustimmung des Autors über diese Vertriebseinschränkung des erstellten eBooks wird verlangt. Mit der Benutzung des Programms bindet sich der Autor (unwissentlich) vertriebsrechtlich an Apple, denn wer ließt in der Praxis die seitenlangen Nutzungsbedingungen bis zum Ende durch?

Das Zähneknirschen einiger Autoren nimmt Apple aber offenbar für seine neue Bildungsoffensive in Kauf. Wie diese ganze Geschichte sich weiterentwickelt, darf also erstmal spannend abgewartet werden.

Über den Autor: Christoph Herberholz
studiert "Interaktive Medien" an der FH Augsburg und absolviert derzeit sein Praxissemester bei der Web- und Grafikdesign Agentur Team 23.
Profilseite betrachten