NSA sammelt Daten direkt aus der Cloud

von Wolfgang Schneider | 0 | 1235 Aufrufe

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Eine weitere Enthüllung Edward Snowdens hat nur erneut für Diskussionstoff gesorgt. Laut Snowden verschafft sich die NSA direkten Zugang zu den internen Clouds von Yahoo und Google, indem sie die Leitungen zwischen den Rechenzentren anzapfen. Diese Aktion wurde nun unter dem Namen "Muscular" und "Windstop" bekannt. Auch der britischen Geheimdienst GCHQ ist offenbar an dieser Aktion beteiligt.

Die beiden Internetriesen regaierten über die Enthüllungen mehr als nur überrascht, da die Abhöraktion ohne das Wissen der Konzerne geschieht. Im Gegensatz zum Spähprogramm "Prism" nutzt die NSA das Spionage-Programm "Muscular" um sich direkt in die Kabel einzuklinken, die die Rechenzentren der Konzerne über ein nicht öffentliches Netz verbinden. Eine große Problematik hierbei, diese Rechenzentren liegen oft auf der ganzen Welt verstreut und obliegen daher nicht der amerikanischen Rechtssprechung. Hierdurch haben NSA und GCHQ mehr Handlungspielraum und müssen so auf bestimmt gesetzliche Einschränkungen keine Rücksicht nehmen.

Laut einem Snowden-Dokument greifen die NSA und der GCHQ auf diesem Weg mehrere Millionen Datensätze pro Tag von den Servern von Google und Yahoo ab. Diese landen alle im NSA-Datenzentrum in Fort Meade. Alleine innerhalb eines Monats sollen so bis zu 180 Millionen Datensätze bearbeitet und auf den Servern der NSA gespeichert worden sein. Dies betrifft besonders Meta-Daten, Emails, Audio- und Videoinhalte. Da Google und Yahoo den internen Datenverkehr zwischen den Rechenzentren in einem eigenen Datenformat abwickeln, wurden von der NSA sogar eigens Demultiplexer entwickelt, die es ermöglichen die Daten zu lesen und auszuwerten.

Beide Konzerne äusserten sich zu den Enthüllungen sehr überrascht. Weder Google noch Yahoo wussten laut öffentlicher Erklärung von der Spionage-Aktion. Google äusserte sich dahingehend, dass man in nächster Zeit verstärkt in eine bessere Verschlüsselung des internen Datenverkehrs investieren will. Bei Yahoo sind solche Pläne allerdings noch nicht bekannt.

Über den Autor: Wolfgang Schneider
Online Marketeer & Projektmanager bei Team23 in Augsburg. Netzkind der ersten Stunde und Photoshopjunky. Seit über 10 Jahren im Bereich Design, Entwicklung & Online-Marketing tätig.
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