Erscheint MS Office bald für Linux?

von Marc Rochow | 0 | 1503 Aufrufe

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Microsoft kündigte an noch Ende 2014 eine neue Version ihres Office-Pakets für Mac OS X zu veröffentlichen. Der deutsche Leiter der Office-Abteilung, Thorsten Hübschen, sagte der Computerwoche auf der Cebit demzufolge das die Entwicklungsabteilung reorganisiert wurde, um die Veröffentlichung von Cross-Plattform-Versionen der Bürosoftware-Suite zu ermöglichen. Kurz zuvor präsentierte Microsoft schon ein Office-SDK für Android auf der Sharepoint-Konferenz.

Viele Webseiten leiten daraufhin ab, dass es demnächst auch eine Linux-Version von Microsoft Office geben werde. Denn der Schritt von Android zu Linux sei für die Entwickler kein großer. Tatsächlich haben beide Systeme nur eines gemein: Der Linux-Kernel. Dabei unterscheiden sich beide Systeme in grundlegenden Dingen enorm, das sind zum einen die vorhandenen Bibliotheken und Toolkits.

Lohnt sich eine Portierung auf Linux?

Da die Benutzeroberfläche der Büroanwendung eine großen Teil der Anwendungen ausmacht, müssten diese auch auf eine der Linux-Toolkits portiert werden (z.b. Qt oder GTK). Das macht eine Portierung weitaus komplizierter als es zunächst angenommen wird.

Hinzu kommt das es für Linux bereits diverse Bürosoftware wie Libreoffice, OpenOffice oder Latex sowie Editoren, PIMs, E-Mail-Anwendungen und Kalender. Die Frage bleibt ob sich Linux Nutzer für ein kostenpflichtiges Office-Paket von Microsoft interessieren würde. Der Vorteil von MS Office für Linux wäre sicherlich das der Dokumentenaustausch ohne Komplikationen verlaufen würde, das ist für Behörden und Stadtverwaltungen sicherlich interessant, oder auch Makros die MS Office bietet und in anderen freien Office-Suites fehlen oder unzureichend für viele Anwender sind.

Allerdings, und das scheint das eingehendste Argument gegen eine Portierung zu sein, hat Linux weltweit nur einen Marktanteil von ein paar Prozent im Desktop-Bereich und somit auch keine wirkliche Kaufkraft dahinter. Jedoch hat erst Valve mit der Portierung von Steam bewiesen, das es sich auch lohnen kann auch einen kleineren Nutzerkreis zu unterstützen.

Über den Autor: Marc Rochow
Webentwickler bei Team23, Djangonaut und Open-Source-Fan. Mehr Infos: www.gironimo.org
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