Bewertungsklagen bei Amazon

von Andreas Braun | 0 | 2763 Aufrufe

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Vorgeschichte aus Augsburg

Dass man bei Amazon und Co. ein hübsches Geschäft aufbauen kann steht ausser Frage. Dass diesem Umstand auch viele dubiose Händler Aufmerksamkeit schenken ebenfalls. Gut, dass es eine für alle sichtbare Bewertungsfunktion mit Kommentaren glücklicher oder unglücklicher Käufer gibt. Die Macht der Bewertungen zeigt sich am Beispiel der vor einigen Wochen bekannt gewordenen Klage eines Verkäufers aus Augsburg in Bayern. Er verklagt einen Käufer seiner Waren auf Amazon auf sage und schreibe 70.000 Euro, weil dieser eine negative Bewertung abgegeben hat. Der Verkäufer drohte dem Käufer und wollte ihn zwingen, die Bewertung zurückzunehmen. Daraufhin wurde das Verkäuferkonto von Amazon gesperrt. Im Anschluss daran kam es zu der erwähnten Klage vor dem Augsburger Landgericht mit dem Vorwurf des Umsatzausfalles in Höhe von 70.000 Euro. Eine sehr hochgegriffene Summe, wie von den Anwälten des Verklagten verlautbart wurde. Der Ausgang dieses Falles ist bisher noch offen, wenngleich dem Kläger hier wohl eher geringe Chancen auf Erfolg in Aussicht gestellt werden.

Amerika auf dem Vormarsch

Der nun bekannt gewordene Fall aus Amerika, der seinen Anfang bereits im September letzten Jahres nahm, ließt sich fast gleich. Ein User hat auf Amazon einen Händler bloß gestellt, der seine Router mit billigem Innenleben in eine neue Verpackung steckt und zu einem überteuerten Preis verkauft. Ausserdem wirft er dem Händler gekaufte oder selbst verfasste Wertungen bei Amazon vor. Viele andere Käufer waren für diese Wertung dankbar und traten vom Kauf zurück. Ein Umsatzeinbruch war wohl die Folge für den Verkäufer. Der reagierte daraufhin mit einer angedrohten Unterlassungsklage wodurch ihm das Konto auf Amazon gesperrt wurde. Der Fall landet wie im Fall aus Augsburg vor Gericht, was dem Käufer sicherlich nicht gefallen dürfte. Denn wer geht schon gerne in Gerichtsgebäude ? Abgesehen vom Zeitaufwand ist der Ausgang der Klage in Amerika möglicherweise wohl weniger im Sinne des Käufers. Unter Umständen könnte hier sogar der Kläger Recht bekommen.

Selbstzensur als Vorsichtsmaßnahme?

Diese beiden Fälle markieren sicherlich noch keinen Trend, aber sie zeigen doch, dass die Bewertungsplattform bei Amazon reale Risiken für Bewertenden darstellt. Was ist also das richtige Vorgehen? Stillschweigen über offensichtliche Betrüger in der Angst verklagt zu werden? Oder Guerilla-Taktik und vor Gericht landen? Wir werden die beiden Fälle soweit es geht im Auge behalten und darüber informieren, welche entgültigen Beschlüsse daraus hervorgehen.

Über den Autor: Andreas Braun
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