Smartphone-Verschlüsselung: US-Justiz zwingt Firmen zur Mitarbeit

von Wolfgang Schneider | 0 | 1228 Aufrufe

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Die US-Justiz hat nun mit Hilfe eines fast 230 Jahre alten US-Gesetz einen Smartphone-Hersteller zur Mitarbeit gezwungen. Der nicht genannte Hersteller muss den US-Behörden in Zukunft dabei helfen, bei Bedarf die eigene Smartphone-Verschlüsselung zu umgehen. Das US-Gesetz, der All Writs Act aus dem Jahr 1789 sieht dabei vor, dass Unternehmen die Behörden bei dem Verdacht auf kriminelle Aktivitäten unterstützen müssen. Dies wurde von den Bundesrichtern so ausgelegt, dass betroffene Hersteller den Behörden bei der Entschlüsselung von sensiblen Daten auf den Smartphone helfen müssen.

Grund für die Entscheidung der US-Justiz ist vor allem der, dass Smartphones heutzutage immer bessere Verschlüsselungen besitzen und es daher den US-Behörden immer schwerer fällt, diese zu umgehen. Beispielsweise beim iPhone sind inzwischen alle relevanten Daten verschlüsselt, sobald der Nutzer ein Passwort dafür festlegt. Selbst wenn die US-Behörden das betroffene iPhone zum Hersteller Apple schicken, kann dieser durch das Passwort und die damit stattfindende Verschlüsselung nicht mehr so einfach auf die Daten zugreifen.

Datenschützer sehen in der Entscheidung der US-Justiz einen groben Eingriff in die Privatsphäre der Smartphone-Nutzer und warnen ausdrücklich vor einem Missbrauch des Gesetzes. So ist es denkbar, dass andere US-Gerichte sich in Zukunft auf diese Entscheidung berufen und es so unweigerlich zu einer systematischen Überwachung von Handy-Benutzer kommt.

Über den Autor: Wolfgang Schneider
Online Marketeer & Projektmanager bei Team23 in Augsburg. Netzkind der ersten Stunde und Photoshopjunky. Seit über 10 Jahren im Bereich Design, Entwicklung & Online-Marketing tätig.
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