Auch Nicht-Mitglieder werden von Facebook getrackt

von Jonathan Irschl | 0 | 1593 Aufrufe

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Facebook sammelt gerne Daten über seine Nutzer, um Ihnen zum Beispiel angepasste Werbung auf der Seite zu präsentieren. Eine Studie zeigt jetzt aber, dass auch Internetnutzer die nicht Mitglied bei der Social Media Plattform sind, oder solche die sich explizit gegen die Sammlung ihrer Daten ausgesprochen haben, getrackt werden.

Die Forscher der Freien Universität Brüssel und der Katholischen Uni Löwen entdeckten, dass Facebook-Cookies immer gespeichert werden, wenn eine Seite geöffnet wird, die mit Facebook verknüpft ist.

Sogenannte Social Plugins stellen diese Verbindung zum Beispiel her. Dazu gehören der Like-Button, die Kommentarbox, aber auch das Facebook-Login-Fenster das oft auf Webseiten genutzt wird. Insgesamt verwenden über 13 Millionen Seiten im Web Social Plugins.

Datr heißt der Cookie, der neben einer eindeutigen Nutzerkennung auch besuchte Websites mit Social Plugins, die Browserversion des Nutzers und das Betriebssystem an Facebook übertragen kann.

Selbst eine von Facebook empfohlene Einstellung für den Datenschutz hilft nichts; der Cookie wird trotzdem gespeichert. Das Unternehmen verspricht nur, die gesammelten Informationen nicht für Werbung zu nutzen.

In Österreich entscheidet am Donnerstag das Landgericht Wien, ob es für eine Klage gegen Facebook zuständig ist. Mehrere Kläger werfen Facebook vor ohne Zustimmung Daten zu sammeln. Außerdem soll geklärt werden, wie die erhobenen Daten verwendet werden und wie Facebook in das NSA-Programm PRISM verwickelt ist.

Formal handelt es sich bei dem Prozess um eine Schadensersatzklage, bei der 25.000 Menschen ihre Schadensersatzansprüche an Max Schrems, den Initiator der Klage, abgetreten haben. Bei einem Wert von 500 Euro pro Person beläuft sich der Gesamtwert auf über 10 Millionen Euro.

In Irland, dessen Hauptstadt Dublin der Sitz von Facebook-Europa ist, ist die Klage unzulässig. Da bei Verbraucherschutz-Fällen aber der Gerichtsstand das Land des Klägers ist, zog Schrem seine Beschwerden bei den irischen Behörden zurück und reichte die Klage beim Landgericht Wien ein.

Sollte ein Urteil gefällt werden, wäre dieses, nach Angaben der Kläger, in Irland direkt durchsetzbar und unanfechtbar.

Über den Autor: Jonathan Irschl
Praktikant bei Team23 | Webdevelopment
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