Linux

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Linux ist ein Multiplattform-Betriebssystem, welches UNIX stark ähnelt, da es ursprünglich als UNIX-Klon gedacht war und auch nach den POSIX-Richtlinien designt wurde. Heutzutage unterscheidet sich Linux allerdings in verschiedenen Aspekten vom klassischen Unix sowie auch von anderen modernen UNIX-Varianten wie zum Beispiel Solaris oder OS X.

Historie

Der Erfinder des Systems, Linus Torvalds, hatte Linux eigentlich nur zufällig - das heisst aus Spass - programmiert. Er wollte damit einerseits die Hardware seines neuen Computers besser kennen lernen und andererseits ein Unix-ähnliches System schreiben, welches nicht von den Einschränkungen vieler anderer für Studenten zur Verfügung stehender Systeme geplagt war. Der Kernel von Linux ist monolithisch aufgebaut, das heißt, alle Funktionen sind in einer Binärdatei zusammen vorhanden. Allerdings ist es möglich, so genannte Module in und aus dem Kernel zu nehmen - das System umgeht so die Probleme von Mikrokerneln ohne voll auf Modularität verzichten zu müssen.

Nach getaner Arbeit hatte Linus sich dazu entschieden, das System anderen Studenten und Interessierten frei zur Verfügung zu stellen. Diese waren begeistert, und begannen damit ihrerseits das System zu erweitern, Programme dafür zu schreiben um diese dann wiederrum anderen frei zur Verfügung zu stellen. Das Ganze entwickelte schnell eine Eigendynamik, und heutzutage ist Linux eines der meistverwendeten Betriebssysteme mit vieler, komplett freier Software. Ursprünglich hätte das System Freax heissen sollen, aber der Inhaber des Servers der Linus Speicherplatz für das Hosten des Systems zu verfügung stellte war damit nicht einverstanden und benannte die Datei kurzerhand in Linux um. Der Name blieb bis heute. Später gab es auch Probleme mit der von Linus ursprünglich geschriebenen Lizenz für das System (vorallem was die kommerzielle Verwertung betraf), weshalb Linux seitdem unter der GNU GPL und anderen OpenSource-kompatiblen Lizenzen vertrieben wird.

Desktopumgebungen (GUI)

Desktopumgebungen bestehen im Grunde aus Dingen die einem das Bedienen eines Computers erleichtern, wie Beispielsweise einem Window Manager, der sich darum kümmert wie Fenster positioniert und dargestellt werden. Außerdem macht eine Desktopumgebung auch noch ein meist mehr oder weniger großes Paket an nützlichen Programmen aus, wie Beispielsweise Textverarbeitungssoftware oder Musikplayern. All diese Umgebungen setzen auf das X Window System (kurz: X11 oder X.org) auf.

Sämtliche Desktopumgebungen sind als optional anzusehen, auch wenn sie gerade für den Betrieb von Desktoprechnern nicht mehr wegzudenken sind. Server werden jedoch in der Regel ohne grafische Umgebung betrieben und ausschließlich über die Kommandozeile betrieben, da es für einen Serverbetrieb unnötig ist. Einstellungen werden in Textdateien vorgenommen, da es unter Linux keine Registry gibt, wie man es von Windowssystemen kennt. Dies hat für Server den Vorteil, dass zum einen keine Ressourcen für den Betrieb unnötige Anwendungen verbraucht werden, auch liefert dies ein kleines Plus in der Sicherheit, da weniger Sicherheitslücken auftreten können je weniger Software installiert ist.

KDE

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Der KDE-Desktop in Version 4.0

KDE, vollständig K Desktop Environment, ist eines der meist genutzten und bekanntesten Desktopumgebungen. Einsteigerfreundlich, umfangreich und nicht gerade hässlich kommt KDE daher. Das Repositum an Programmen, was durch das KDE-Team bereitgestellt wird ist kaum zu übertreffen. Der Texteditor KWrite, die Musikbibliothek amaroK, die sich mit iTunes messen kann, oder der Videoplayer Dragon Player, der sich mit allerlei Codecs füttern lässt, gehören zu den Flakschiffen von KDE. Als Webbrowser steht als Standard Konqueror zur Verfügung, der die Rendering Engine KHTML, ab KDE 4.5 wahlweise auch Webkit, benutzt, als Dateimanager wird Dolphin verwendet. Viele KDE-Anwendungen tragen charakteristisch ein großes "K" im Namen, was einen gewissen Wiedererkennungswert sicherstellt. KDE-Programme setzten auf der qt Rendering Engine auf. Im Moment wird die Umstellung von KDE 3.5 auf KDE 4 vollzogen, welches einige signifikante Neuerungen wie die Widgetengine Plasma mit sich bringt.

GNOME

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GNOME-Desktop Version 2.20

GNOME ist, neben KDE (s.o.) eine der beiden dominierenden Environments. Der Fokus des Gnome-Teams liegt vor allem im Bereich Usability, sprich Benutzbarkeit. Nicht ohne Grund erinnert die Einrichtung des Standard-Gnomes manch Anfänger an MacOS. GNOME basiert wie auch viele andere Umgebungen aus dem Gimp Tool Kit GTK+. Da sehr viele Programme, die nicht zum Lieferumfang von GNOME gehören, ebenfalls dieses System nutzen, integrieren sich diese optisch gut in den bestehenden Desktop. Prominente Beispiele wären der Browser Firefox oder die freie Office-Suite OpenOffice. GNOME bringt neben vielen kleineren Programmen unter anderem auch den Browser Epiphany und den Dateimanager Nautilus mit sich.

Xfce

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XFCE-Desktop Version 4.4

Xfce ist eine schlanke Desktopumgebung für Benutzer die Platz und vor allem Systemlast einsparen wollen. Unter dem Umfang an Programmen die mitgeliefert werden stechen vor allem Texteditor Mousepad und Terminal-Emulator xfce4-terminal (oder auch einfach Terminal) durch gute Bedienbarkeit und geringen Speicherverbrauch hervor. Xfce basiert ebenfalls wie GNOME auf GTK+. Als Browser kommt der leichtgewichtige WebKit-Browser midori zum Einsatz.

Andere

Flexibilität spielt unter Linux eine große Rolle. So ist es nicht verwunderlich, dass es neben diesen 3 großen Desktop-Environments noch sehr viele kleinere und sehr schlanke Windowmanager gibt. Diese leisten oft nur eher grundlegende Funktionen und können meist gut mit der Tastatur bedient werden. Bekanntere Beispiele wären Fluxbox oder Openbox, es gibt jedoch nahezu unzählig viele.

Distributionen

Ohne die verschiedenen Distributionen ist Linux nicht gleich Linux. Linux ist im Grunde nur ein Kernel, die Distributionen bringen erst die diversen Programme mit und bilden mit dem Kern das lauffähige Betriebssystem. Dies mag anfangs verwirrend klingen, führt aber dazu, dass es quasi für jeden Geschmack eine passende Distribution gibt. Wenn man all zu unentschlossen ist, welche Distribution man wählen sollte, kann man sich eines Linux-Distro-choosers bedienen, der einem Fragen stellt und durch die Antworten bestimmt, welche Distribution wohl am besten für den Nutzer geeignet wäre. Ein Beispiel hierfür ist: zegeniestudios.net/ldc/. Diese Fragebögen bieten jedoch nur eine grobe Orientierung, man sollte auf jeden Fall noch weitere Informationen über die Distributionen einholen.

Ubuntu for users, Debian for servers, Gentoo for insanes.

Ubuntu für Benutzer, Debian für Server und Gentoo für Verrückte. Genau so lautet ein Zitat über Linux-Distributionen und es hat einen gewissen Wahrheitsgehalt. Grob gesehen unterteilt man in einfach Endbenutzer Distributionen, Server Distributionen und hoch variablen und extrem komplexen Distributionen für Profis.

Debian

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Debian-Logo

Debian ist eine Distribution die schon sehr lange existiert, was aber nicht bedeutet, dass sie zum alten Eisen gehört. Debian wird in mehreren Entwicklungsstadien parallel geführt, nämlich stable (etch, früher sarge), testing (lenny, früher etch), unstable (sid) und experimental. Je stabiler die Software, je weiter darf sie zum Prädikat "stable" aufsteigen. Den Debian Entwicklern, darf man in diesem Punkt wirklich glauben, da sie auf Sicherheit wert legen. Allgemein legt Debian vor allem auf Stabilität, Sicherheit und Serverfähigkeit wert, wenn auch Distributionen wie Aptosid ein Desktop-System aus Debian-Sid machen. Debian ist außerdem für viele Architekturen zu haben, zum Beispiel auch sparc, ai64 und powerpc. Debian benutzt zur Paketverwaltung das eigene Binärformat deb, für welches es mehrere Managementsysteme wie zum Beispiel apt oder aptitude gibt. Dieses System erfreut sich auch außerhalb des Debianprojekts größter Beliebtheit, da es relativ einfach und sehr funktional und Abhängigkeiten sehr gut auflösen kann.

Fedora

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Fedora-Logo

Fedora (oder auch Fedora Core) ist eine vielseitig einsetzbare Distribution, die aus dem bekannten RedHat Linux hervorgegangen ist. Es wird ausschließlich freie Software angeboten. Diese Distribution zeichnet aus, dass sie auch innerhalb einer Veröffentlichung den Benutzer mit neuer Software und nicht nur mit Sicherheitsupdates, wie bei Debian und Ubuntu üblich, versorgt. So werden unter anderem auch neue Kernelversionen in die Repositories aufgenommen. Unter anderem laufen auch viele der Wikipedia-Server mit Fedora als Betriebssystem.

Gentoo

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Gentoo-Logo

Die Spezialität von Gentoo ist wohl, dass es über den Paketmanager nicht fertige, kompilierte Pakete herunterlädt, sondern nur den Quellcode dieser Pakete. Danach werden diese je nach Wahl des Benutzers nur mit den gewünschten Funktionen direkt kompiliert und ins System integriert. Dies soll vorallem der Optimierung des Systems dienen - denn man bekommt nur die Funktionen, die man explizit wünscht. Unter anderem handelt es sich dabei auch um einen Sicherheitsaspekt, da viele Angriffe auf Systeme oft über vergessene oder ungesicherte Funktionen einer Software passieren. Der Paketmanager mit dem Namen Portage ist komplett in Python (und teilweise auch Bash) geschrieben und setzt somit keine Kompilierung voraus, sondern nur einen Pythoninterpreter und eine Bash-kompatible Shell. Ansonsten macht Gentoo nichts, was man nicht explizit will - was allerdings vorallem bei Anfängern oft zu Verwirrung führt.

SUSE Linux und openSUSE

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openSUSE-Logo

SUSE Linux ist eine der ältesten, bekanntesten und meist verwendeten Linux-Distributionen. Ursprünglich wurde SUSE Linux von der SuSE Linux AG in Nürnberg, Deutschland entwickelt. Diese wurde allerdings im Jahr 2003 von der amerikanischen Novell, Inc. aufgekauft und operiert seither als Tochterunternehmen der Amerikaner in Form einer GmbH (allerdings immernoch in Nürnberg). Die freie Variante der Distribution trägt seit Ende 2006 den Namen openSUSE. Die Namensänderung wurde von vollzogen, um Verwechselungen mit der von Novell angebotenen kommerziellen Version der Distribution (SUSE Linux Enterprise) zu vermeiden. Die Distributionen bringen als Desktopumgebungen KDE, GNOME und eine sehr schlanke X11-Umgebung mit. Sehr populär ist auch das von SuSE entwickelte Kontrollzentrum namens YaST, welches eine komfortable Nutzung der RPM-basierten Paketverwaltung möglich macht.

Ubuntu

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Ubuntu-Logo

Ubuntu basiert auf Debian und hat in den letzten Jahren einen beachtlich wachsende Benutzergemeinde aufgebaut. Hinter Ubuntu steht die Firma Canonical Ltd, die dem südafrikanischen Multimillionär Mark Shuttleworth gehört. Ziel dieser Distribution ist es gerade Linuxeinsteigern eine benutzerfreundliche und einfach verwaltbare Basis zur Verfügung zu stellen. Dank des Sponsorings von Shuttleworth ist Ubuntu eine sehr attraktive Distribution mit großer und hilfsbereiter Community.

Ubuntu-Derivate

Aus Ubuntu sind über die Zeit einige Derivate entstanden. Unter anderem Kubuntu, welches eigentlich nur ein Ableger von Ubuntu mit KDE anstelle von Gnome ist. Auch Xubuntu hat schlicht XFCE anstatt Gnome im Gepäck. Dies sind die zwei bedeutendsten Ubuntu-Derivate, es gibt jedoch noch andere offizielle, sowie einige inoffizielle. Viele Kritiker bemängeln die oft nicht ausreichende Integration von KDE in Kubuntu. Desweiteren existiert eine Server Edition, welche ohne grafische Umgebung ausgeliefert wird. Allgemein ist es aber immer im nachhinein möglich sämtliche Desktopumgebungen nachzuinstallieren oder zu entfernen, egal von welchem Derivat aus man das System installiert hat.

Sicherheit

Oftmals wird Linux pauschal als sehr sicheres System eingestuft. Dies ist jedoch nur bedingt richtig, denn die Sicherheitskonzepte der meisten Linux-Distributionen und zum Beispiel der Windows NT-Reihe unterscheiden sich nur geringfügig. Viel wichtiger ist die korrekte Konfiguration des Systems und die Anwendung der vorhandenen Sicherheitskonzepte, was oftmals vernachlässigt wird. Linux wurde als Mehrbenutzersystem ausgelegt und ist in der Umsetzung sehr strikt. Jeder Benutzer des Systems hat ein so genanntes home-Verzeichnis, in welchem er wirken kann. In den übrigen Bereichen des Systems hat er keine Befugnisse Änderungen vorzunehmen. Nur ein Administrationsaccount (mit der UserID 0) kann dort Änderungen vornehmen - standardmässig ist das auf allen Linux-Systemen der so genannte root-Account, oder auch SuperUser. Linux-Neulinge verwenden beim Umgang mit dem System einfachheitshalber immer wieder gerne den root-Account für die tägliche Arbeit, dies sollte aber dringenst unterlassen werden.

Aus sicherheitstechnischen Gründen werden normalerweise alle Programme, die nicht unbedingt Administratorrechte benötigen, von einem (bei Serverdiensten speziell dazu angelegten) Benutzeraccount aus gestartet. Sollten diese Programme dann eine eine Sicherheitslücke enthalten, könnte der Schadcode im Normalfall nur auf das Stammverzeichnis des Benutzers zugreifen um dort Schaden anzurichten. Eine Änderung in der Systemkonfiguration wäre in der Regel nicht denkbar, da der normale Benutzer nicht über Administratorrechte verfügt. Allerdings werden vorallem Serverdienste oftmals vom Administratoraccount gestartet, und geben erst später die Rechte ab (man spricht von dropping privileges, übersetzt die Rechte fallenlassen). Doch unter bestimmten Umständen ist es für den Prozess dann wieder möglich, die ursprünglichen Rechte wiederherzustellen. Das Problem wurde von verschiedenen Kernel-Erweiterungen und Zusatzprogrammen angegangen, daraus entstanden sind unter anderem Security-Enhanced Linux und Novell AppArmor. Beide implementieren ein Konzept namens Mandatory Access Control.

Serversoftware

Neben dem Einsatz als Desktopsystem wird Linux sehr häufig als Serverbetriebssystem eingesetzt, vorallem um ausgediente Unix-Maschinen abzulösen. Deshalb existiert für das System eine Fülle an freier Serversoftware, von der eine kleine Auswahl hier kurz aufgeführt werden soll:

Webserver

FTP-Server

Mailserver

  • Exim (SMTP)
  • Sendmail (SMTP)
  • Postfix (SMTP)
  • Cyrus (SMTP, IMAP)
  • Courier-MTA (SMTP, IMAP, POP ...)

Datenbanksysteme

  • MySQL
  • PostgreSQL
  • SQLite

Verwaltung

  • OpenSSH
  • Dropbear (Embedded)
  • Telnet (Unverschlüsselt)

Distributionen

Allgemeine Informationen und Nachrichten


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