Binance Gründer Changpeng Zhao von Trump begnadigt

Samuel Becker

Die Debatte um die spätere Begnadigung von Changpeng Zhao hatte ihren Ursprung in einem Verfahren, das bereits 2023 großes Aufsehen ausgelöst hatte. Zhao, Gründer von Binance und lange das öffentliche Gesicht der weltweit größten Kryptobörse, hatte sich in den USA schuldig bekannt, gegen Vorschriften zur Geldwäscheprävention verstoßen zu haben.

Im Zuge eines milliardenschweren Vergleichs trat er als CEO zurück, während Binance insgesamt Strafen und Auflagen in Milliardenhöhe akzeptierte. Zhao selbst zahlte zusätzlich eine persönliche Geldstrafe und verbüßte eine mehrmonatige Haftstrafe.

Damit war der Fall zwar juristisch weitgehend abgeschlossen, politisch jedoch keineswegs erledigt. Denn Zhao blieb trotz Rücktritts eine der einflussreichsten Persönlichkeiten der Kryptobranche und hielt weiter erhebliche Anteile an Binance. Gerade deshalb wurde sein Fall später zum Symbol für die Frage, wie eng Politik, Kapital und die Kryptoindustrie inzwischen miteinander verflochten gewesen waren.

Warum die Begnadigung von Trump für Gründer von Binance so brisant war

Als Donald Trump Changpeng Zhao am 23. Oktober 2025 begnadigte, war die Entscheidung weit mehr als ein gewöhnlicher Gnadenakt. Das Weiße Haus stellte den Schritt als Signal gegen die aus seiner Sicht krypto-feindliche Politik der Vorgängerregierung dar.

Damit wurde die Begnadigung sofort ideologisch aufgeladen und als Teil eines größeren politischen Kurses inszeniert, der die USA wieder als führenden Standort für digitale Finanzmärkte positionieren sollte. Zhao bedankte sich öffentlich und verband die Entscheidung mit der Hoffnung auf eine stärkere Rolle Amerikas im Kryptosektor.

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Brisant wurde die Sache vor allem deshalb, weil die Begnadigung nicht isoliert betrachtet wurde. Bereits im Frühjahr 2025 hatten Berichte die Runde gemacht, wonach Zhao auf eine Begnadigung hingearbeitet habe und es zugleich Gespräche zwischen dem Trump-Umfeld und Binance-nahe stehenden Akteuren gegeben habe. Dadurch entstand der Eindruck, dass wirtschaftliche Interessen und politische Nähe sich gefährlich angenähert hatten.

Politische Interessen hinter dem Gnadenakt

Aus politischer Sicht passte die Entscheidung in Trumps damalige Strategie, sich als Unterstützer der Kryptobranche zu positionieren. Die Begnadigung von Zhao stand nicht allein, sondern fügte sich in eine Serie weiterer Gnadenakte für bekannte Akteure aus Technologie- und Finanzmilieus ein.

Das verlieh dem Schritt eine symbolische Kraft: Trump stellte sich demonstrativ auf die Seite von Unternehmern, die sich durch Regulierung und Strafverfolgung benachteiligt gesehen hatten.

Gleichzeitig nährte genau dieses Muster neue Kritik. Gegner warfen Trump vor, das Instrument der Begnadigung nicht nur aus rechtsstaatlichen Erwägungen genutzt zu haben, sondern auch zur Pflege eines politischen und wirtschaftlichen Netzwerks.

Im Fall Zhao wog dieser Vorwurf besonders schwer, weil Binance als globaler Krypto-Riese längst nicht mehr nur ein Unternehmen war, sondern ein Machtfaktor mit geopolitischer und finanzieller Reichweite.

Die Begnadigung von Trump für Gründer von Binance und ihre Wirkung auf den Kryptomarkt

Für den Kryptomarkt hatte die Begnadigung eine klare Signalwirkung. Beobachter werteten den Schritt als Hinweis darauf, dass die politische Großwetterlage für Krypto in den USA deutlich freundlicher geworden war.

Medienberichte hielten fest, dass der Straferlass Zhao den Weg zurück in eine formell stärkere Rolle ebnen könnte, auch wenn Binance später betonte, über seine Rückkehr sei noch nicht entschieden worden. Allein diese Möglichkeit reichte aus, um neue Spekulationen über den künftigen Kurs des Unternehmens auszulösen.

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Hinzu kam, dass Zhao trotz seiner Verurteilung in der Branche nie vollständig an Einfluss verloren hatte. Seine Netzwerke, sein Vermögen und seine symbolische Stellung blieben erhalten. Die Begnadigung beseitigte deshalb nicht nur eine rechtliche Last, sondern wirkte auch wie eine politische Rehabilitierung, die weit über seine Person hinausreichte und von vielen Marktteilnehmern als Aufwertung des gesamten Sektors verstanden wurde.

Ein Präzedenzfall mit Folgen für das Vertrauen

Rückblickend wurde der Fall Zhao deshalb zu einem Präzedenzfall für den Umgang mit Wirtschaftsmacht im politischen Raum. Die juristische Schuld war zuvor eingeräumt worden, die Strafen waren verhängt und teilweise verbüßt worden.

Dennoch zeigte der Gnadenakt, wie schnell politische Entscheidungen das öffentliche Bild einer Verurteilung verändern konnten. Was rechtskräftig abgeschlossen schien, wurde durch die Begnadigung neu bewertet und in ein anderes Licht gerückt.

Gerade darin lag die eigentliche Sprengkraft des Vorgangs. Die Begnadigung von Changpeng Zhao wurde nicht nur als persönliche Entlastung verstanden, sondern als Botschaft an eine ganze Branche. Sie ließ Zweifel daran aufkommen, ob wirtschaftlicher Einfluss und politische Nähe in solchen Fällen zu stark ineinandergegriffen hatten.

Damit blieb der Fall nicht nur eine Episode aus der Krypto-Geschichte, sondern auch ein Lehrstück darüber, wie empfindlich das Vertrauen in politische Unabhängigkeit erschüttert werden konnte.

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Samuel Becker