SEO – Wie wichtig ist der Hoster fürs Ranking?

von Wolfgang Schneider | 14 | 5205 Aufrufe

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Meta-Angaben, Überschriften, Bilder, URLs – das sind oft Faktoren, die im Bereich SEO genannt werden, wenn es um die Optimierung von Websites geht. Was seltener thematisiert wird, ist die Rolle des Webhosters. Aus SEO-Sicht ist Webhosting zumindest ein indirekter Rankingfaktor, der keineswegs unterschätzt werden sollte. Je nach geplantem Projekt (z. B. bei einer großen Community) ist es lohnenswert, diesen Aspekt unter die Lupe zu nehmen.

SEO-relevante Leistungsfaktoren beim Webhosting

Schnelle und technisch ausgereifte Internetverbindungen werden nicht nur von Internetnutzern, sondern auch von Google positiv bewertet. Der Suchmaschinen-Riese hat sich bereits 20091 diesem Thema gewidmet. Mit der Einführung von „Pagespeed Insight“ wurde ein nützliches Tool zur Analyse der Seitengeschwindigkeit bereitgestellt. Auch im Searchmetrics SEO Ranking Report 20142 wurde der Seitenladezeit entsprechende Beachtung geschenkt. Das Resultat: Seiten, die auf den ersten drei Positionen ranken, werden in durchschnittlich 7-8 Hundertstelsekunden schneller aufgebaut.

„Der Durchschnitt der Top 30 Seiten zeigt, dass die Ladezeit im Schnitt bei 0,76 Sekunden liegt“3, sagt SEO-Experte Viktor Peters vom Hoster Mittwald. „Nicht nur darum wird Performance bei uns sehr groß geschrieben.“ Auch der exakte Server-Standort spielt für Viktor Peters eine große Rolle. „Kunden aus Deutschland haben bei einem physikalisch in den USA platzierten Server einige Hops mehr zu überwinden.“

Jede Sekunde zählt

Was im ersten Moment kleinlich wirkt, hat Amazon bei einer 2007 in Auftrag gegebenen Studie4 herauskristallisiert: Beträgt die Ladezeit des Onlineshops bereits eine Sekunde mehr, können ca. 10 % des Umsatzes verloren gehen. Und diese Ergebnisse werden in Zeiten von steigenden Zugriffen über mobile Verbindungen möglicherweise noch drastischer werden. Was im ersten Moment kleinlich wirkt, hat Amazon bei einer 2007 in Auftrag gegebenen Studie1 herauskristallisiert: Beträgt die Ladezeit des Onlineshops bereits eine Sekunde mehr, können ca. 10 % des Umsatzes verloren gehen. Und diese Ergebnisse werden in Zeiten von steigenden Zugriffen über mobile Verbindungen möglicherweise noch drastischer werden.

Der Hosting-Partner wird oft auch hinsichtlich des verwendeten CMS ausgewählt. Im Fall von Mittwald entscheiden sich viele Kunden für TYPO3 oder WordPress. Diesbezüglich ist es gut zu wissen, dass Open Source Systeme keineswegs schlechter abschneiden als vergleichbare Lizenzprodukte. Entscheidend ist vielmehr die Reduzierung von http-Requests. Dies wird zum Beispiel durch die Auslagerung von JavaScript, CSS, den Einsatz von Browser-Caching oder durch das Laden von Ressourcen via Subdomain erreicht. Auch der Page Speed kann durch Datenkomprimierung erheblich erhöht werden, was als weiteres, positives Signal im Ranking gewertet wird.

Komplexere E-Commerce-Lösungen wie Magento oder Shopware benötigen hingegen oft ein „Shared Hosting“, damit bei größeren Besucherzahlen keine Beeinflussung der Zugriffszeit entsteht. Bei entsprechend großen Projekten kann auch ein eigener Server in Erwägung gezogen werden. Dieser wird dann als eigene dedizierte Hardware beim Hosting-Partner „gemietet“. Dabei sind vorab die Kosten für Hardware und vor allem die Administration gründlich zu evaluieren, da diese auch im Verhältnis zum eigenen Webseitenangebot stehen sollten!

Welche Kriterien muss der Hosting-Partner erfüllen?

Neben Performance-Faktoren spielt die fachgemäße Konfiguration eines Servers eine entscheidende Rolle. Werden diese Aufgaben an einen Dienstleister vergeben (z. B. in Form eines „Managed Servers“) ist zu klären, welche Verfügbarkeit garantiert werden kann und ob zu dieser Vorgabe ein rechtssicher abgeschlossenes Service Level Agreement (SLA) besteht.

Angriffsflächen bieten z. B. unnötige, offene Ports oder das Preisgeben von Informationen zur Infrastruktur von Hard- und Software des Webseitenauftritts. Diese gilt es zu minimieren. Dazu zählt in der jüngsten Vergangenheit vor allem der Einsatz von verschlüsselten HTTPS-Verbindungen, die zudem als Rankingfaktor von Google anerkannt werden. „Egal, ob Web-Apotheke, Verkäufer von Erlebnisgutscheinen oder Internetflorist: HTTPS findet man selten. Onlineshop-Betreiber sollten daher eben diese Möglichkeit nutzen, um einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz aufzubauen. HTTPS zeigt Nutzern, dass es hier mehr Sicherheit gibt. Das Vertrauen wächst.“, so Viktor Peters. Mittwald Kunden werden beim Einsatz eigener SSL-Zertifikate mit benutzerfreundlichen Tools unterstützt.

Auch die Wahl des Hosting-Pakets macht sich bei der Performance bemerkbar. Bei günstigen Webhosting-Angeboten werden auf einem Server viele Kundenseiten platziert. Erhält diese Hardware überdurchschnittlich viele Zugriffe oder DDos-Attacken kann dies zur Latenz aller Websites auf dem Server führen. Eine elegante Lösung ist der Einsatz von virtuell gemanagten Servern. Die physikalischen Server werden in voneinander abgeschottete Einheiten unterteilt, die sich wie ein eigener Server verhalten. Sie sorgen für stabile Performance und zugesicherte Kapazitäten der Prozessorleistung, RAM und Festplattenkapazität.

Der relativ kurzzeitige Ausfall (Minuten oder Stunden) eines Webservers hat zumindest aus der Sicht von Google keine negativen Konsequenzen. Die Crawler kommen zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurück und gewichten die Seite entsprechend.5 Der Webseitenbesucher hingegen könnte mittlerweile bei einem Konkurrenz-Auftritt gelandet sein.

Mehrere Domains, die sich eine IP teilen, werden von Google nicht schlechter eingestuft, sofern bei den einzelnen Projekten keine intensive Verlinkung auf die Projekte stattfindet, was gegen Google-Richtlinien verstößt.

Fazit

Die Geschwindigkeit eines Webauftritts wird von Google seit fünf Jahren als Ranking-Faktor anerkannt. Zusätzlich werden https-Verbindungen positiv gewertet. Um sich selbst nicht zu intensiv mit Einstellungen und Performance-Faktoren beschäftigen zu müssen, ist es wichtig einen guten Hosting-Partner zur Seite zu haben. „So klappt’s nicht nur mit den Usern, sondern auch mit Google,“ meint Mittwald SEO-Experte Viktor Peters.

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1. http://googleresearch.blogspot.com/2009/06/speed-matters.html

2. http://www.searchmetrics.com/knowledge-base/ranking-factors/

3. https://blog.mittwald.de/seo/google-faktoren-2014-seo-ranking-und-entwicklung/

4. Kohavi + Longbotham, unbounce.com, 2007

5. Website Boosting #27, 09/10-2014

Über den Autor: Wolfgang Schneider
Online Marketeer & Projektmanager bei Team23 in Augsburg. Netzkind der ersten Stunde und Photoshopjunky. Seit über 10 Jahren im Bereich Design, Entwicklung & Online-Marketing tätig.
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