7 innovative Ansätze im Produktdesign

von Wolfgang Schneider | 1 | 18544 Aufrufe

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Das heutige Produktdesign ist eine breit gefächerte Disziplin. Gerade hier entstehen immer wieder sehr interessante und innovative Ansätze. Ob von der reinen grafischen Gestaltung der Verpackung bis hin zu absolut neuen Produkt- oder Verpackungsformen ist im Produktdesign alles vertreten und auch alles erlaubt. Desto ausgefallener und praktischer, desto besser. Die Wichtigkeit des Produktdesign steht dabei außer Frage, entscheidet doch oft der erste optische Eindruck über kaufen oder nicht kaufen. In diesem Artikel möchte ich Ihnen sieben von diesen interessanten Ansätze des Produktdesigns näher bringen.

Beispiel 1 : Illusion als Träger

Dieser Ansatz ist momentan sehr weit verbreitet im Produktdesign. Dabei werden alltägliche Gegenstände, die ihre Bedeutung in der regelmäßigen Benutzung verloren haben, wieder in die Erinnerung zurückgerufen. Der einfachste Gegenstand, auch sollte er noch so eine simple Funktion erfüllen, bekommt wieder mehr Bedeutung zugemessen.

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Noble Graphics Creative Studio - Shumensko Bag

Hier wir bewusst mit Illusionen gespielt. Man findet die Idee witzig und ist fasziniert, dass die Illusion bei einem funktioniert hat. Die Illusion besteht hier vor allem in dem Umstand, der Träger würde mit fast schon absoluter Leichtigkeit eine Kiste Bier durch die Gegend tragen. Der zweite Blick klärt einen auf und lässt einen schmunzeln.

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Publicis Frankfurt GmbH - Hand Weight

Beispiel 2: Unfunktionelles im neuen Gewand

Ein weiterer interessanter Ansatz, der sich allerdings eher auf unfunktionelle Gegenstände bezieht. Oft handelt es sich hierbei um Spielzeug oder Gegenstände, die nicht unbedingt eine wichtige Rolle im alltäglichen Leben spielen. Sie zielen eher auf den Spieltrieb oder dekorative Zwecke ab, was deren Bedeutung dagegen kaum schmälert.

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Andy Mangold - The Rubber Bandit

Hier wird bewusst mit Kindheitserinnerungen gespielt. Der teilweise eingeschlafene Spieltrieb wird geweckt und man fühlt sich in seine Kindheit zurückversetzt. Sicherlich mehr was für die ältere Generation, die noch ohne Manga oder Nintendo DS aufgewachsen ist. Einen effektiven Nutzen findet man hier im Produkt selbst eher nicht.

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Enormouschampion - The Kingdom Animalia

Beispiel 3: das Produkt als Designobjekt

Ebenfalls ein sehr verbreiteter Ansatz. Hier werden Produkte in eine neue und ungewohnte Form gebracht und die Form der Verpackung dagegen in den Hintergrund gedrängt. Das Produkt selbst tritt als gestaltetes auf und macht dabei Neugierig. Das Abweichen von konventionellen Formen zielt dabei auf den Urinstinkt der Neugier ab. Die neue Form eines schon gekannten Produktes suggeriert dem Nutzer, dass sich zusätzlich auch die Qualität des Produktes verbessert haben muss.

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Cidcom - Mitzi Blue Chocolate

Nachdem die Skepsis durch die Neugierde besiegt wurde und der Nutzer zu einem positiven Ergebnis gekommen ist, wird das Produkt in seinen neuen Form akzeptiert. Ganz hart gesottene Traditionisten werden sicherlich eine Weile brauchen um sich mit der Veränderung zu arrangieren.

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DESIGN SIGHT chocolate exhibition
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MOR COSMETICS - Nordica Freia Soap Bar

Beispiel 4: Die Verwendung als Identifikationsmerkmal

Sicherlich hier einer der interessantesten Ansätze. Der Produktname selbst, der in der Regel eine sehr große Bedeutung zugemessen wird, rückt in den Hintergrund. Eigentlich als wichtigstes Identifikationsmerkmal, wird der Name des Produktes durch den Verwendungszweck ersetzt. Der Nutzer selbst bekommt dadurch die Information, die es sonst selber mit dem Namen verknüpfen muss. Das merken von Produktnamen fällt hier weg. Die Identifikation des Produktes findet durch den optischen Auftritt sowie den Verwendungszweck statt.

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Little Fury - Help Remedies - OTC Medication

Die Besinnung zum eigentlichen Nutzen des Produkts führt zum Umdenken. Nicht das Produkt selbst wird auf seiner Verpackung angekündigt, sondern der Nutzen den es für den Käufer hat steht hier im Vordergrund. Dies erleichtert die richtige Wahl des Produktes ohne genaue Kenntnisse über das Produkt selbst haben zu müssen. Dies trägt sehr zur Usability bei und regt dabei auch wieder das Interesse und die Neugier an.

Beispiel 5: Die Verpackung als Teil des Produktes

Ein Ansatz der besonders auf den spielerischen Aspekt der modernen Produktdesigns abzielt. Die Verschmelzung beider Komponenten, Produkt und dessen Verpackung lässt sich immer mehr als auftretendes Phänomen beobachten.

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Celery Design - Lemnis Lighting Packaging

Hierbei wird die Verpackung über ihren eigentlichen Verwendungszweck hinaus benutzbar. Die Verpackung selbst rückt mehr in den Mittelpunkt und wird zu einem Teil des Produktes selbst oder zu einem Eigenen. Besonders der ökologische Aspekt spielt hierbei eine große Rolle. Das Auspacken wird zum Vergnügen, der sonst eher unwichtigen Funktion der Verpackung wird eine wichtige Funktion zugeschrieben.

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MAGDALENA CZARNECKI - This is Origami

Beispiel 6: Spielen mit Tradition und Qualität

Durch die Besinnung auf den traditionellen Look wird dem Nutzer des Produktes Tradition und Qualität suggeriert. Besonders bei Lebensmittelverpackungen, kann ein Retrodesign die Nachfrage positiv beeinflussen. Die Besinnung auf traditionelle Gestaltung der Grafik oder der Form der Verpackung wird bewusst als Merkmal in die Gestaltung des Produktes integriert.

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Moxie Sozo - Candy Packaging

Auch die teilweise sehr filigran gehaltene Gestaltung machten die Verpackungen schon damals zu eigenständigen Kunstwerken. Der Retrolook greift dieses qualitative Mittel wieder auf.

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STAATAMSTERDAM - Bols Genever

Beispiel 7: Design mit Nachhaltigkeit

Die Verpackung wird bewusst mit einer nachhaltigen oder ökologischen Funktion belegt. Entweder wird die Verpackung dabei so gestaltet, dass sie einen ökologischen Abbau durchlaufen kann, oder aber einen nachhaltigen Zweck besitzt wie z.B. als Produktverpackung, die in einem anderen Kontext wiederverwendet werden kann.

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JOHN HABRAKEN - WOBO world bottle

Idealerweise ist der Ansatz so gestaltet, dass die Nachhaltigkeit einen sehr starken sozioökonomischen Stellenwert einnimmt. Wenn z.B. Flaschen nach ihrer Verwendung als Bausteine für Häuser der dritten Welt dienen sollen. Gerade solche Designideen machen das Produktdesign zu einer sehr wichtigen Disziplin. Die Zukunft wird dabei gerade solche Ansätze fordern und auch mehr und mehr hervorbringen. In der modernen Wegwerfgesellschaft haben solche Entwürfe absolut zukunftsweisenden Charakter.

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NINE99 DESIGN - Grass Seeds
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JOSHUA ONYSKO - Pangea Organics

Fazit: Produktdesign - Disziplin mit Zukunft

Man sieht, im Produktdesign sind viele Wege möglich und auch nötig. Die Entwicklung unserer Gesellschaft, weg vom unüberlegten Konsum, hat dabei viele neue und auch interessante Ansätze hervorgebracht. Die Verpackungs- und Produktgestaltung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Dabei sind nicht nur die Besinnung auf traditionelle Werte sondern auch der Blick auf Nutzerfreundlichkeit, Spieltrieb und Nachhaltigkeit gefragt. Der Konsument darf sich in Zukunft noch auf viele neue Ideen freuen.

Über den Autor: Wolfgang Schneider
Online Marketeer & Projektmanager bei Team23 in Augsburg. Netzkind der ersten Stunde und Photoshopjunky. Seit über 10 Jahren im Bereich Design, Entwicklung & Online-Marketing tätig.
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