Für die Erhebung wurde eine neue Methode eingesetzt. Analysiert wurden mehr als zweihunderttausend internationale Besucherinnen und Besucher mithilfe des ehemaligen Webstatistik-Dienstes FlashCounter.
- Marktanteile nach Ländern im Vergleich
- Auffällige Ergebnisse der Untersuchung
- Warum die Ergebnisse als realistisch eingeschätzt werden
- 1. Öffentliche Verwaltung und Bildung als Einflussfaktor
- 2. Verbindung zu alternativen Browsern
- 3. Nationale Herkunft und Softwaretradition
- Unsicherheiten und Fehlermargen
Über eine Javascript-basierte Prüfung der auf dem jeweiligen System installierten Schriftarten ließ sich feststellen, welche Office-Suiten auf dem Computer vorhanden waren. Auf diese Weise konnte ermittelt werden, ob beispielsweise OpenOffice, Microsoft Office, Apple iWork oder WordPerfect installiert sind.
Die Auswertung zeigt klar, dass die Verbreitung von OpenOffice international sehr unterschiedlich ausfällt. In manchen Ländern ist der Anteil vergleichsweise hoch, während er in anderen Staaten deutlich niedriger liegt. Genau diese Unterschiede machen die Ergebnisse besonders interessant.
Marktanteile nach Ländern im Vergleich
Die folgende Tabelle zeigt den Anteil der untersuchten Besucher in 2010, bei denen die jeweilige Office-Suite auf dem Rechner installiert war:
| Land | OpenOffice | MS Office | Apple iWork | WordPerfect |
|---|---|---|---|---|
| Polen | 22 % | 68 % | 0,3 % | 1,4 % |
| Tschechische Republik | 22 % | 76 % | 0,1 % | 1,3 % |
| Deutschland | 21 % | 72 % | 1,4 % | 2,7 % |
| Frankreich | 19 % | 76 % | 2,9 % | 0,5 % |
| Italien | 18 % | 81 % | 1,5 % | 0,9 % |
| Spanien | 15 % | 80 % | 1,9 % | 1,5 % |
| Norwegen | 18 % | 71 % | 2,0 % | 0,5 % |
| Dänemark | 14 % | 79 % | 2,5 % | 1,1 % |
| Belgien | 14 % | 85 % | 1,9 % | 1,1 % |
| Schweden | 13 % | 68 % | 1,8 % | 0,2 % |
| Österreich | 12 % | 85 % | 1,8 % | 2,2 % |
| Luxemburg | 12 % | 81 % | 3,7 % | 0,7 % |
| Schweiz | 11 % | 85 % | 3,4 % | 1,2 % |
| Kanada | 11 % | 79 % | 3,4 % | 4,0 % |
| Ungarn | 11 % | 77 % | 0,7 % | 1,4 % |
| Australien | 10 % | 78 % | 3,6 % | 0,9 % |
| Vereinigte Staaten | 9 % | 75 % | 3,3 % | 3,7 % |
| Vereinigtes Königreich | 9 % | 80 % | 2,6 % | 0,7 % |
| Niederlande | 8 % | 88 % | 1,7 % | 0,9 % |
| Brasilien | 8 % | 85 % | 0,7 % | 2,0 % |
| Rumänien | 8 % | 67 % | 0,3 % | 0,5 % |
| Ukraine | 7 % | 80 % | 0,4 % | 1,5 % |
| Bulgarien | 7 % | 77 % | 0,2 % | 2,2 % |
| Russische Föderation | 6 % | 76 % | 0,2 % | 1,3 % |
| Türkei | 5 % | 82 % | 0,1 % | 0,8 % |
| Indien | 5 % | 88 % | 0,3 % | 4,1 % |
| China | 0,2 % | 68 % | 0,1 % | 0,2 % |
Ergänzend ist festzuhalten, dass SoftMaker Office und KOffice in Version 1.6 in allen betrachteten Ländern auf Marktanteile von unter 0,3 % kommen. Beim ausgewiesenen OpenOffice-Anteil sind außerdem StarOffice, IBM Lotus Symphony und weitere kleinere Ableger von OpenOffice bereits mit einberechnet.
Auffällige Ergebnisse der Untersuchung
Besonders bemerkenswert ist, dass ungefähr die Hälfte der OpenOffice-Nutzer zusätzlich auch Microsoft Office installiert hat. Dafür gibt es mehrere plausible Erklärungen. Ein Grund könnte sein, dass auf neueren Windows-Rechnern häufig Testversionen von Office 2007 bereits vorinstalliert waren, deren Laufzeit später ablief. Ebenso ist denkbar, dass viele Anwender nur eines der Programme ausprobieren oder sich gerade in einer Übergangsphase von einer Office-Lösung zur anderen befinden.
Die Zahlen machen außerdem deutlich, dass OpenOffice nicht überall denselben Stellenwert hat. Länder wie Polen, Tschechien und Deutschland weisen mit 21 bis 22 % besonders hohe Werte auf. Dagegen liegt der Anteil in Staaten wie der Türkei und Indien nur bei 5 %, während China mit 0,2 % einen äußerst geringen Wert erreicht.
Microsoft Office ist dagegen in fast allen Ländern die am weitesten verbreitete Lösung, wenn auch mit unterschiedlich starken Anteilen. Apple iWork spielt insgesamt eine deutlich kleinere Rolle, erreicht aber in einigen Ländern wie Luxemburg, Australien, Kanada, der Schweiz und den USA vergleichsweise höhere Werte. Apple iWork kam nun auch wieder mit neuen Features raus.
WordPerfect fällt besonders in Kanada mit 4,0 % auf und liegt auch in Indien sowie den Vereinigten Staaten spürbar höher als in vielen europäischen Ländern.

Warum die Ergebnisse als realistisch eingeschätzt werden
Wir vertreten die Auffassung, dass die Zahlen trotz gewisser Unsicherheiten ein realistisches Bild zeichnen. Dafür sprechen mehrere Zusammenhänge.
1. Öffentliche Verwaltung und Bildung als Einflussfaktor
Viele der Länder mit hohen OpenOffice-Anteilen haben in ihrer öffentlichen Verwaltung, im Bildungswesen oder auf kommunaler Ebene bereits auf OpenOffice oder auf das ODF-Dateiformat gesetzt.
Dazu zählen etwa Dänemark, Deutschland und Spanien. Solche politischen oder institutionellen Entscheidungen können erheblich dazu beitragen, die Verbreitung freier Office-Lösungen zu stärken.
2. Verbindung zu alternativen Browsern
Ein weiterer Hinweis ergibt sich aus dem Nutzungsverhalten bei Webbrowsern. In vielen Ländern mit hohem OpenOffice-Anteil ist auch die Verbreitung alternativer Browser wie Firefox besonders ausgeprägt.
Polen und Deutschland sind dafür gute Beispiele: Beide Länder kommen auf rund 50 % Firefox-Nutzer. Das deutet darauf hin, dass in diesen Märkten eine generell höhere Offenheit gegenüber Alternativen zu etablierten Standardprogrammen besteht.
3. Nationale Herkunft und Softwaretradition
Auch die Herkunft einer Software kann eine Rolle spielen. Die vergleichsweise starke Nutzung von OpenOffice in Deutschland könnte damit zusammenhängen, dass dessen Wurzeln bei StarOffice liegen, das in Deutschland entwickelt wurde.
Ein ähnlicher Zusammenhang zeigt sich bei WordPerfect: Kanada weist mit 4 % den höchsten Wert auf, was gut dazu passt, dass das Programm von dem kanadischen Softwareunternehmen Corel entwickelt wurde.
Unsicherheiten und Fehlermargen
Trotz der aufschlussreichen Ergebnisse ist zu beachten, dass die Untersuchung mit Fehlermargen verbunden ist. Bei OpenOffice kann die Abweichung bis zu ±5 % betragen, bei Microsoft Office sogar bis zu ±15 %. Dennoch lassen sich die Werte untereinander vergleichen und geben die Größenordnung der OpenOffice-Verbreitung in verschiedenen Ländern zuverlässig wieder.
Im Vergleich zur ursprünglichen Deutschland-Studie sind die internationalen Resultate etwas fehleranfälliger. Der Grund dafür liegt vor allem darin, dass die Stichprobe der internationalen Besucher in FlashCounter kleiner ist, da der Dienst überwiegend auf deutschen Websites genutzt wird. In den angegebenen Fehlermargen sind jedoch bereits verschiedene Unsicherheitsquellen berücksichtigt.
Dazu zählen Erkennungsfehler, deaktiviertes oder blockiertes Javascript mit einem Anteil von unter 2 %, falsch-positive Treffer durch manuell installierte Schriftarten sowie systematische Fehler.
Fazit
Die Untersuchung zeigt, dass OpenOffice international sehr unterschiedlich verbreitet ist, sich aber in mehreren Ländern fest etabliert hat. Besonders in Teilen Europas erreicht die Software bemerkenswerte Marktanteile. Gleichzeitig wird sichtbar, dass Microsoft Office in den meisten Ländern weiterhin dominiert.
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Die Daten legen nahe, dass politische Entscheidungen, allgemeine Technikoffenheit und auch die Herkunft einer Software einen messbaren Einfluss auf ihre Verbreitung haben. Trotz bestehender Fehlermargen liefern die Ergebnisse daher ein aussagekräftiges Bild über die Größenordnung der OpenOffice-Nutzung in verschiedenen Ländern der Welt.
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